Das Ass im Ärmel bringt am Jass- und Spielabend des Dorfvereins nicht viel

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Sabine Schär (Mitte), Präsidentin des Dorfvereins Uerkheim, entschied sich am Spiel- und Jassabend fürs Brettspiel Brändi Dog. Nebst kniffligen Aufgaben und raffinierten Spielzügen stand dabei vor allem auch der Spass im Vordergrund. Bild: Katrin Petkovic

Glaubt man den Erzählungen, spielten schon die Pharaonen im antiken Ägypten Brettspiele. Die ältesten Spielwürfel sind gut 5000 Jahre alt. Der Drang zum Spiel gehört zum Menschen einfach dazu. Vor allem Kindern wird eine Verspieltheit nachgesagt, doch auch bei älteren Menschen bleibt das Spielkind häufig lebendig.

So auch an einem von zwei Brändi-Dog-Tischen am Spiel- und Jassabend des Dorfvereins Uerkheim, an dem zwei ältere Frauen und ein älterer Mann sitzen. Alle sind sie Anfänger und niemand von ihnen hat Brändi Dog zu Hause im Spielschrank. Als vierte Mitspielerin geselle ich mich als Brändi-Dog-Profi zu ihnen dazu. Bald wird klar, welche Spielertypen sich hier zusammengefunden haben: Der Gesellige, der es geniesst, mit anderen Zeit zu verbringen; die Ehrgeizige, die sich über das gegnerische Scheitern freut; die Zurückhaltende, die am liebsten Spiele mit Unentschieden beenden würde; und ich als Trainerin, die gerne besser ist als die anderen, ihr Wissen jedoch auch mit ihnen teilt. Die Konstellation ist also perfekt. Möge das bessere Team gewinnen.

Über Betrug und glückliche Fügungen

Die letzte Karte in den Händen ist eine Dame, zwölf Schritte vorwärts also. Ausgerechnet jetzt, als die Spielkugel noch drei Schritte vom sicheren Haus entfernt ist. Alles Jammern und Diskutieren bringt nichts. Also noch eine Runde. Das bleibt aber nicht die einzige Enttäuschung. Das Brettspiel Brändi Dog bietet noch viele weitere Facetten. Als Zweierteam versucht man mit Spielkarten, die eigenen Kugeln sicher nach Hause zu bringen, bevor dies dem gegnerischen Team gelingt. Dass der Junge dabei regelmässig mit dem Joker verwechselt wird, ist hier nur Nebenschauplatz. Weil jede Karte ausgespielt werden muss, kommt es regelmässig zu Betrug aus den eigenen Reihen und man wird vom eigenen Mitspieler nach Hause geschickt. Es bringt auch nichts, sich eine geschickte Taktik zurechtzulegen, wenn die eigene Kugel doch immer an einen anderen Ort verfrachtet wird. Doch Brändi Dog wäre nicht der Süchtig-Macher, der er ist, wenn nicht auch glückliche Fügungen zu seinem Spiel dazugehören würden. Dass der Partner am Schluss eine Acht in der Hand hält, just zum Zeitpunkt, als nur die Acht einen Sieg bringen kann, sollte als achtes Weltwunder gelten. Zumindest, wenn es nach dem Siegerpaar geht.

Ohne Kinder spielt er keine Spiele zu Hause

Nebst den zwei Brändi-Dog-Tischen bilden sich auch drei Jasstische, an denen rege geschoben und gestochen wird. Einige der Spieler sind gleich in Gruppen angereist. Einige kamen aber auch alleine in den Gemeindesaal. Für den Geselligen vom Brändi-Dog-Tisch war von Anfang an klar: «Heute Abend möchte ich ein neues Spiel kennenlernen.» Seit seine Kinder aus dem Haus sind, spiele er nicht mehr so häufig Gesellschaftsspiele. Wenn überhaupt, jasst er ab und an. Ob Jassen oder Brändi Dog: Nach den geistigen Anstrengungen und dem vielen Lachen glühen die Ohren und die Backen, sodass nur noch ein kühles Getränk Abhilfe schaffen kann.

«Kein Familien-, sondern ein Dorfverein»

Im Februar 2018 gründete Sabine Schär gemeinsam mit sechs anderen Frauen den Dorfverein Uerkheim. Anstoss dazu gab der damalige Uerkner Pfarrer David Scherler, der einen öffentlichen Spielplatz in der Gemeinde vermisste und diesen bauen lassen wollte. Gemeinsam mit den Interessierten gründete Sabine Schär dazu den Dorfverein und amtet seither als Vereinspräsidentin. «Wir haben bereits einige Schritte eingeleitet und sind dem Spielplatz ein Stück nähergekommen», so Sabine Schär.

Daneben verläuft das zweite Vereinsjahr ganz planmässig. Der siebenköpfige Vorstand organisierte dieses Jahr eine Frauenkleider-Tauschbörse, diverse Spieleabende und eine Dorfschnitzeljagd, die rege von Familien besucht wurde. Das obligate Kerzenziehen in der Adventszeit darf auch nicht fehlen. «Es ist nicht ein Familienverein, sondern ein Dorfverein, sodass alle auf ihre Kosten kommen», sagt Sabine Schär. Fünf Familien und wenige Einzelpersonen sind bislang Mitglieder. «Wir sind noch immer ganz am Anfang, würden uns aber mehr Mitglieder wünschen», so die 42-Jährige. «Je mehr wir finanziell unterstützt werden, desto spannendere Sachen können wir für Uerkheim anbieten.» So plant der Vorstand fürs nächste Jahr nebst den wiederkehrenden Veranstaltungen auch eine Yogalektion oder ein Kürbisschnitzen. Ob diese Dinge zustande kommen, hängt noch von diversen Faktoren ab. «Wir haben Ideen und sind motiviert, diese umzusetzen», so die Präsidentin.

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