Aarburger «Ghetto-Klassen» wird es in Oftringen keine geben

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Die Bezirksschule zieht aus, moderne Informatik ein: Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär erläutert die Investitionen. Bild: jow

Aarburg und Oftringen wachsen zusammen. Einen gemeinsamen Bahnhof haben die beiden Gemeinden schon. Nun arbeiten sie auch in Schulbelangen enger zusammen. Gezwungenermassen – denn die Gemeinde Aarburg muss ihre Bezirksschule wegen kantonaler Auflagen aufgeben. In weniger als einem Jahr haben die Gemeinden eine Lösung gefunden. Die ersten Aarburger Bez-Schüler werden schon kommenden Sommer nach Oftringen gehen. Und die Behörden arbeiten sehr gut zusammen. Dies zeigte sich an einem gemeinsamen Informationsanlass am Donnerstagabend im Aarburger Schulhaus Paradiesli.

Aarburger Bez-Schüler wechseln abgestuft nach Oftringen

Die Oftringer Gemeinderätin Ruth Stauch und der Gesamtschulleiter Lukas Leuenberger informierten umsichtig und versuchten allfällige Aarburger Ängste abzubauen. So haben sich die beiden Gemeinden auf ein abgestuftes Überführungsmodell geeinigt. Grund dafür ist die Einführung des neuen Lehrplanes im nächsten Sommer. So werden dann lediglich jene Aarburger Schüler nach Oftringen gehen, welche die erste Bez-Klasse besuchen und gleich mit dem neuen Lehrplan einsteigen. Jene Schüler, die heute schon die Bez besuchen, werden diese nach dem alten Lehrplan in Aarburg abschliessen können.

Um diese Lösung umzusetzen, die laut Leuenberger pädagogisch Sinn macht, müssen die Gemeindeversammlungen in Aarburg und Oftringen diesen Monat dem entsprechenden Vertrag zwischen den beiden Gemeinden zustimmen. Stauch plädierte engagiert dafür und erläuterte, dass die meisten Elemente des Vertrages durch kantonale Bestimmungen klar vorgegeben seien. Auch die Finanzen seien geregelt. «Das Schulgeld wird jedes Jahr nach genauen Parametern neu berechnet», sagte Stauch. Darum habe es dazu auch keine Zahlen im Vertrag. Dieses Jahr koste zum Beispiel das Schulgeld für einen Bez-Schüler 7996 Franken.

In Oftringen ist man schon jetzt fast parat für die Aarburger Schüler. Auf nächsten Sommer müsse man lediglich einen Gruppenraum zu einem Klassenzimmer machen, sagte Leuenberger. Zwei Jahre später werde man dann Schulleitung und Schulverwaltung aus dem Bez-Schulhaus ausquartieren und so mehr Platz schaffen. Ebenfalls schon auf nächsten Sommer wird ein Vortragsraum zu einem Aufenthaltsraum umfunktioniert. So erhalten jene Bez-Schüler, die über Mittag an der Schule bleiben wollen, einen Raum, in welchem sie essen und sich ausruhen können.

Auf eine entsprechende Frage aus dem Publikum erklärte Leuenberger, dass es in Oftringen keine Aarburger Klassen geben werde. Man wolle keine Ghetto-Klasse. «Die Schülerschaft soll durchmischt sein.» Das sei eine wichtige Voraussetzung, dass Gesamtschule funktioniere.

Aarburg darf Bezirksschule nicht auf eigene Kosten erhalten

Weitere Info-Abend-Besucher machten sich Sorgen über den nun längeren Schulweg der Aarburger Schüler. Doch da gab Leuenberger Entwarnung: Auch Oftringen sei eine weitläufige Gemeinde. Gewisse Kinder haben jetzt schon einen Schulweg von 2,5 Kilometern. «Und im Normalfall kommen die Bez-Schüler mit dem Velo in die Schule.» Sie könnten aber auch den öV nehmen. Es habe in Oftringen eine Bushaltestelle vor dem Schulhaus. «Oberstufenschülern ist es zumutbar, von Aarburg mit dem Velo nach Oftringen zu kommen.» Dieser Einschätzung pflichtete eine anwesende Mutter bei, deren Tochter schon heute nach Oftringen zur Schule geht. «Sie hat mit dem Velo 7 bis 10 Minuten und schafft das gut.» Man könne ja fast die ganze Strecke hinten durchs Quartier fahren. Die Hauptstrasse überquere sie auf dem Fussgängerstreifen, so müsse sie nicht im Verkehr einspuren.

Nach Voten, wonach der Wegzug der Bezirksschule schon ein Verlust für die Vielfalt der Aarburger Schule sei, erklärte Schulpfleger Daniel Hochuli noch mal, was man alles versucht hatte, um die Bez in Aarburg zu halten. Es sei ja zu Recht ein sehr emotionales Thema. Die Schulpflege habe den Kanton sogar gefragt, ob Aarburg die Bez behalten könne, wenn man sie selber bezahle. Aber das sei von Gesetzes wegen nicht möglich.

Laptops und Tablets für halbe Million

Die Informatik-Infrastruktur der Aarburger Schule ist veraltet. Sie wurde vor zehn Jahren aufgesetzt. Nun will der Gemeinderat wieder investieren, wie Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär an einem Informationsabend der Gemeinde berichtete.

So wird die anstehende Gemeindeversammlung vom 22. November über einen Kredit von 630 000 Franken für eine neue ICT-Lösung befinden. Laut Schär hat sich der Gemeinderat entschieden, nicht auf der bisherigen Lösung aufzubauen, sondern einen neuen Weg einzuschlagen. Dabei werde auch der pädagogische Aspekt stärker berücksichtigt. Die neue Informatik soll viel mobiler sein. Wichtigste Neuerung ist der Einsatz von Tablets und Laptops. Diese sollen gemäss dem neuen Konzept als normale Gerätschaften wie Bücher, Zeichnungsmaterial oder Hefte wahrgenommen werden.

Im Kindergarten sind rund zwei Tablets pro Abteilung vorgesehen. In der Primarschule soll mit Ausleihgeräten eine Abdeckung von rund einem Gerät pro drei Schüler erreicht werden und an der Oberstufe erhält jeder Schüler ein eigenes Tablet mit drahtloser Tastatur. Zudem soll ein Pool von Laptops zur Verfügung stehen. Für eine möglichst grosse Mobilität aller Systeme soll das vorhandene W-LAN flächendeckend ausgebaut werden.

Laut Schär gelte der Grundsatz: Alles, was funktioniert, werde wenn möglich behalten. Dennoch wird die Anschaffung neuer Hardware, also vor allem Tablets und Laptops, über die nächsten Jahre rund 500 000 Franken kosten. Trotz der Kosten warb Schär engagiert für den Kredit. Mit der neuen Lösung werde es weniger Support brauchen, also werde der Unterhalt billiger. «Und unsere Schüler müssen sich im ersten Arbeitsmarkt beweisen können», sagte Schär. Daher sollten sie auch gut auf die digitale Welt vorbereitet werden. (jow)

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