Und die Ohren machten wirklich Augen

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Jürgen Werth und Carlos Martínez (r.) gaben «Und die Ohren werden Augen machen» Sinn und Substanz. (Bild: kbb)

Pfarrer Samuel Dietiker, Initiant der Veranstaltung, konnte ein sehr zahlreiches und erwartungsvolles Publikum begrüssen, darunter auch zwei Gruppen von Konfirmanden. «Und die Ohren werden Augen machen», stellte er in Aussicht. Damit sprach er die Lieder von Jürgen Werth (1951) an, der drei Jahre als Sprecher beim «Wort zum Sonntag» (ARD) wirkte und von 2007 bis 2011 ehrenamtlicher Vorsitzender der Deutschen Evangelischen Allianz war.

Auf der Suche nach dem Dauerhaften

Es hätte auch heissen können «Die Ohren werden euch die Augen öffnen», denn seine mit der Gitarre begleiteten Lieder vermittelten aus der Praxis des Alltags gewonnene Glaubensbekenntnisse. So war zum Beispiel von ihm zu hören «Die Welt ist grösser als die Reichweite des Smartphons», «Meine Seele rostet und wartet auf den Frühling», «Wir wissen alles, aber doch nichts» oder «Ein neues Licht geht auf an diesem Abend». Es war eigentlich nichts anderes als die Suche nach dem Dauerhaften in einer flüchtigen, gespaltenen und zerrissenen Gegenwart, gekleidet in rhythmischen Gesang und glaubwürdige Worte in raschem Hochdeutsch, was manchmal den behäbigen Schweizer Ohren etwas Mühe machte. Aber Bleibendes verankerte sich im Publikum schon in «Die Ohren werden Augen machen». Menschen aus Herz und Verstand war Aussage und Wunsch des erstens Programmteils.

Der Spanier Carlos Martínez (1955) aus Asturien steht seit 1982 als professioneller Schauspieler und Pantomime auf der Bühne. Er ist ein Meister der sprachlosen Kommunikation und auf diesem Gebiet Dozent an Universitäten und Schauspielschulen. Im zweiten Teil kam seine faszinierende Begabung für wortlose Körpersprache voll zum Ausdruck. Manchmal genügte ein Blick der Augen oder ein offener Mund, um eine Pointe zu setzen.

Pantomime wird zum Barbier von Sevilla

Zum Meisterstück wurde die pantomimische Auslegung der Arie des Figaros aus Rossinis «Der Barbier von Sevilla», worin er das Handwerk des Coiffeurs in allen Bewegungen originalgetreu nachahmte. Desgleichen erhielt ein Stück von Chopin eine unbeschreiblich getreue Illustration von leidenschaftlicher Romantik und Zuneigung, jede Bewegung traf punktgenau mit dem musikalischen Ausdruck zusammen. Beim Publikum kam diese wortlose Sprache an und weckte Erstaunen und Begeisterung.

Abschliessend stimmte der Songpoet Jürgen Werth den Abendsegen Luthers an in der neuen textlichen Form für ein Musical. So wie der Pantomime Carlos Martínez in diesem Lied ein Kind auf die Arme nahm, entstand der Ausdruck tiefer Innigkeit. Mit den Worten «Du bist mein Gott, der’s nur gut mit mir meint» schloss der Abend. Der Kreis war geschlossen, «die Ohren werden Augen machen» eingetroffen und das Publikum verliess zum Nachdenken angeregt die Kirche.

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