Feri will Chefarzt-Löhne kürzen – Gallati Änderungen bei der Spitex

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Yvonne Feri (links) und Jean-Pierre Gallati (Mitte) im Gespräch mit Rolf Cavalli (Tele M1)

Der entscheidende Tag rückt näher: Am 24. November entscheiden die Aargauer Stimmberechtigten, ob Yvonne Feri (SP) oder Jean-Pierre Gallati (SVP) die Nachfolge der zurückgetretenen Regierungsrätin Franziska Roth antreten wird.

Im «TalkTäglich» auf «TeleM1» duellierten sich die beiden Kandidierenden unter der Moderation von AZ-Chefredaktor Rolf Cavalli noch einmal. Feri und Gallati diskutierten grundlegende Punkte wie die Frauenfrage, aber auch konkretere Fragen aus dem Departement Gesundheit und Soziales (DGS), das die oder der Neugewählte übernehmen wird.

Hochuli als Wahlhelferin für Gallati?

Soll der Aargauer Regierungsrat im Jahr des Frauenstreiks tatsächlich eine Ausnahme machen und nur noch aus Männern bestehen? Gallati sieht die Kompetenz im Vordergrund. «Die Frauenfrage ist aus meiner Sicht in dieser Situation nicht erstrangig.»

Seine Kronzeugin ist Alt-Regierungsrätin Susanne Hochuli. Sie sprach sich im August dieses Jahres für die Wahl von Gallati oder dem Grünen Severin Lüscher aus. Gallati, weil er als Mitglied der grossrätlichen Gesundheitskommission die Abläufe in der Verwaltung und der Regierung kenne. Zudem sei er intelligent genug für das Amt.

Auch Yvonne Feri findet die Kompetenz einen wichtigen Punkt und sieht die Frauenfrage nicht als einziges Thema. Ein Argument, das in ihren Augen für sie spricht, ist ihr Lebenslauf: «Es geht mir auch darum, dass im Regierungsrat verschiedene Biografien vertreten sind, zum Beispiel, dass nicht alle Mitglieder Juristen sind. Ich würde einen ganz anderen Lebensweg mitbringen, ich war alleinerziehende Mutter, habe eine Lehre gemacht und mich stetig weitergebildet.»

Gallati kontert mit einem Blick zurück: «In den 70er- und 80er-Jahren bestand der Aargauer Regierungsrat aus sage und schreibe fünf Juristen, darunter zwei von der SP. Und im Nachhinein würde wohl niemand sagen, dass es nur deswegen ein schlechter Gesamtregierungsrat war.»

Kosten für Gesundheit und Soziales stehen im Mittelpunkt

Politiker sollten ja auch ein Vorbild sein für die Bevölkerung. Deshalb wollte Moderator Cavalli zu Beginn wissen, was die beiden persönlich dafür tun, die Gesundheitskosten möglichst tief zu halten. «Ich versuche möglichst viel Eigenverantwortung zu übernehmen und präventiv unterwegs zu sein. Das heisst, viel bewegen und gesund zu essen», so Feri. Das günstige Gesundheitswesen sei, wenn die Leute nicht krank werden.

Jean-Pierre Gallati antwortete zurückhaltender: «Ich richte mein Leben nicht nach möglichen Gesundheitskösten.» Er versuche halbwegs vernünftig durchs Leben zu gehen. Und wenn er einmal merke, dass eine Grippe im Anzug sei, gehe er eben früher schlafen.

Im Zusammenhang mit den hohen Chefarzt-Salären an Aargauer Spitälern fordert Feri eine Deckelung, dafür höhere Löhne für das Pflegepersonal. Doch wie will sie das als Regierungsrätin angehen? «Das ist natürlich eine plakative Aussage, aber sie hat einen Kern. Unser medizinisches Personal, auf allen Stufen, leistet unglaublich tolle Arbeit.» Deshalb müssten gerade im Pflegebereich anständige Löhne bezahlt werden.

Gallati entgegnet, dass die obersten Chefarzt-Löhne ja bereits auf etwa 900'000 Franken halbiert worden seien. Kommt hinzu, dass sie Saläre auch nicht mehr umsatzabhängig seien. Der SVP-Kandidat fordert seinerseits mehr Wettbewerb bei der Spitex. «Ich hoffe, dass die Gemeinden durch diese Forderung die Leistungen günstiger beziehen können.»

Streitpunkt Asylgrossunterkunft

Keine Gemeinde habe dem Regierungsrat beim Thema Asylgrossunterkunft Hand geboten. Deshalb müsse eine solche von der Regierung und dem Parlament noch einmal mit den Gemeinden diskutiert werden, so Feri über ein dringendes Thema im Aargauer Asylwesen.

«Vier Grossasylunterkünfte zu bauen, ist ein verbindlicher Auftrag des Grossen Rates an die Regierung», erwidert Gallati. Als Regierungsrat würde er diesen Auftrag deshalb nicht hinterfragen. Startschwierigkeiten seien kein Grund, etwas nicht umzusetzen.

Zum Schluss erklärte der bisherige SVP-Fraktionschef im Grossen Rat, warum er auch bei einer Wahl in den Regierungsrat als neu gewählter Nationalrat wenigstens noch die Dezembersession in Bundesbern bestreiten würde. Erstens um möglichst viel für den Kanton herauszuholen, zweitens um Parteikollege Alois Huber eine genügend lange Vorbereitungsphase zu ermöglichen. Dieser würde im Nationalrat möglichweise Nachfolger von Gallati werden.

Weil Yvonne Feri im Gespräch als Vizepräsidentin der SP Schweiz ist, wollte Moderator Cavalli wissen, was ihr lieber wäre: Vizepräsidentin oder Regierungsrätin? «Im Gepräch sein heisst noch nicht, dass man Ja zu etwas gesagt hat. Jetzt warten wir einmal den Wahltag ab und dann sehen wir weiter.» 

 

Lesen Sie auch: Die Kontrahenten im Streitgespräch: Feri will Asylpolitik neu lancieren, Gallati nimmt Spital ins Visier

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