Oltens schwierige Mission bei den Unbequemen

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In blendender Verfassung: Daniel Eigenmann. (Bild: Freshfocus)

Müsste man eine Szene herauspicken, welche die aktuelle Mentalität des EHC Olten auf den Punkt bringt, dann würde sich exemplarisch eine Sequenz aus dem Spiel gegen Visp (3:1) eignen: Es lief die letzte Minute des zweiten Drittels, als sich hinter dem Tor des EHCO mehrere Spieler in die Haare gerieten. Hauptdarsteller waren der Visper Wesley Hauerter und der Oltner Daniel Eigenmann, die sich gegenseitig mit Faustschlägen eindeckten. Das ist während eines Eishockeyspiels an und für sich nichts Ungewöhnliches, aber dass aufseiten der Powermäuse Daniel Eigenmann im Auge das Sturms stand, ist doch eher speziell. Denn der Thurgauer ist eigentlich kein Mann fürs Grobe. Dass er sich in diesem Moment fürs Team aufopferte, lässt tief blicken. In der EHCO-Mannschaft wird Solidarität gross geschrieben. Und das wirkt sich auf die Leistung und die letztlich auf die Resultate aus. 

Gegen den EHC Visp feierten die Oltner den achten Sieg in  Serie. Und zeigten dabei Qualitäten, die eine Spitzenmannschaft auszeichnen. Disziplin, Biss, Härte, Entschlossenheit. Diese Eigenschaften werden auch am Freitagabend im Duell gegen den HC Thurgau nötig sein. Es gibt wohl kaum einen unbequemeren Gegner als die Ostschweizer, die unter ihrem Trainer Stefan Mair defensiv verlässliches, strukturiertes Eishockey zu spielen pflegen. «Wichtig ist für uns deshalb, dass wir uns nicht auf ihre Spielweise einlassen, sondern versuchen, unseren eigenen Stil durchzusetzen», sagt Daniel Eigenmann, der in Weinfelden ein Heimspiel im Dress des Auswärtsteams bestreiten wird.

Die richtige Balance zwischen Risiko und Vorsicht

Dass die Oltner nach ihrer jüngsten Erfolgsserie mit breiter Brust auftreten werden, davon darf man ausgehen. Wie immer wird die grosse Kunst sein, die richtige Balance zwischen Risiko und Vorsicht zu finden. Etwas, was dem EHCO zuletzt ausgezeichnet gelang. Weshalb das so ist? «Ich kann es ehrlich gesagt auch nicht so richtig erklären», sagt Eigenmann schon fast entschuldigend. «Manchmal ist es im Sport einfach so, dass man plötzlich das Gespür dafür entwickelt, was es braucht. Vor allem, wenn man, wie wir, so viele neue Spieler in der Mannschaft hat.» 

Eigenmann erklärt, dass die Mannschaft derzeit in einem eigentlichen «Flow» sei. «Das System funktioniert. Jeder Spieler ist ein Puzzleteil, welches ins gesamte Bild passt. Jeder mag dem anderen etwas gönnen. Jeder freut sich über gelungene Aktionen», sagt «Eigi», der selber nach einem ziemlich holprigen Saisonstart inzwischen zu einem der stärksten Oltner in einem funktionierenden Kollektiv avanciert ist.

Ob die Serie des EHCO auch in Weinfelden ihre Fortsetzung findet? Das Erfolgsrezept ist bekannt. Die Oltner wissen: wenn sie sich daran halten, dann sind sie nur schwer zu besiegen.

Leader und Punktelieferant

Heute ist es das sechste und letzte Spiel in Folge, bei dem Ian Derungs nicht mittun darf. Der SCL-Stürmer hatte am 22. Oktober gegen die EVZ Academy Jordann Bougro in die Bande gecheckt. Derungs wurde gesperrt, während Bougro seither verletzungsbedingt fehlt. Beides ist für den Langenthaler alles andere als angenehm. «Es ging alles sehr schnell und ist unglücklich passiert. Ich wollte nicht, dass sich ein anderer Spieler verletzt», sagt Ian Derungs. Nach dem Spiel habe er sich beim Zuger Stürmer gemeldet und sich mehrmals entschuldigt. Dass er weiterhin verletzungsbedingt fehle, tue ihm leid.

Tatsächlich passierte es sehr schnell. Schräg hinter dem eigenen Tor kam es zu einem Gerangel um die Scheibe. Derungs setzte zum Check an. Bougro stand nicht direkt an der Bande und flog deshalb kopfvoran in die Spielfeldbegrenzung. Nachdem er liegen geblieben war, wurde er mit der Bahre abtransportiert. Im Langenthaler Spital wurden Bänderläsionen und Frakturen im Rückenbereich diagnostiziert. Das Strafmass von sechs Spielen akzeptierten der SCL und sein Stürmer ohne Rekurs.

«Wir müssen die Beine wieder besser bewegen»

Heute läuft Derungs’ Sperre ab. «Darüber bin ich sehr froh. Zuschauen ist hart. Meistens war ich da noch viel nervöser und angespannter als auf dem Eis.» Das hatte auch damit zu tun, dass die Anwesenheit Derungs’ schmerzlich vermisst wurde und der SCL in dieser Zeit wegen zu vielen Absenzen ins Straucheln kam. «Wir müssen die Beine wieder besser bewegen, so können wir unsere Stärke, die Schnelligkeit, wieder besser nutzen», so seine Einschätzung als Zuschauer. Sorgen macht er sich aber keine, denn die Mannschaft habe grosses Potenzial. «Zudem haben wir einen guten Zusammenhalt – und vier Linien, die sich offensiv und defensiv durchsetzen können.» Er ist deshalb überzeugt, dass heute ein Sieg resultieren kann, zumal Langenthal von den letzten 27 Heimspielen gegen Ajoie 26 gewinnen konnte. Zwar will Ian Derungs den heutigen Gegner, der immerhin als Leader anreist, nicht als Aufbaugegner bezeichnen, aber Zusatzmotivation bringe die Siegesserie zweifellos. «Wir wollen, dass sie weitergeht. Wenn wir gut laufen und ihre erste Linie im Griff haben, wird uns ein Sieg gelingen.» Doch gerade das ist die Schwierigkeit, weil Jonathan Hazen und Philip-Michael Devos beide mehr als zwei Punkte pro Spiel sammeln.

Für Derungs geht es dann am Sonntag in Biasca wieder richtig los. «Verändert hat mich die Strafe nicht, aber ich denke, sie hatte einen Lerneffekt. In Bandennähe werde ich mit dem physischen Spiel vorsichtig sein.» Unglücklicherweise gebe es solche Situationen aber oft, alle zu verhindern dürfte bei entsprechendem Spieltempo schwerfallen. «Ich bin froh, dass ich es nun hinter mir lassen kann», sagt Derungs.

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