So profitiert auch die einheimische Bevölkerung vom Tourismus

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Nachhaltig und ökologisch einwandfrei – immer mehr Touristen wünschen sich das auch für ihre Ferienreise. Die Brittnauerin Simone Koch liebt und kennt Tansania. Mit ihren Eltern bietet sie seit zehn Jahren Reisen in das ostafrikanische Land an. Achtsam mit Menschen und der Natur zu sein, liegt der Geologin und Reiseleiterin am Herzen. «Unser Antrieb, Reisen zu organisieren, ist unsere Leidenschaft zu diesem Land und unsere Überzeugung, dass wir dabei Gutes für unsere Kunden sowie unseren lokalen Partner erschaffen», sagt Simone Koch. Heute Abend führt die 32-Jährige in Zofingen durch Flusslandschaften, Savannen und den dichten Regenwald Tansanias.

Sie waren als Kind oft mit Ihren Eltern in Tansania. Was verbindet Sie mit diesem Land?

Simone Koch: Ich war «erst» mit 17 Jahren das erste Mal in Tansania. Die Erzählungen und Dia-Bilder meines Vaters haben mich jedoch sehr geprägt. Der Samen für meine Leidenschaft zu diesem Land wurde somit früh gesät. Später, nach meinem Studium in Geologie, entschloss ich mich, für ein halbes Jahr nach Tansania zu verreisen. Während dieser Zeit lebte ich bei unserem Partner Steven Mbwambo und seiner Familie. Sein jüngster Sohn lernte gerade sprechen und war mir ein guter Swahili-Sprachpartner. Ich lernte die kulturellen Eigenheiten Tansanias kennen und bereiste damals noch unbekannte Landesteile.

Mit Ihren Eltern bieten Sie seit zehn Jahren Reisen nach Tansania an. Was unterscheidet Sie von anderen Anbietern?

Wir haben das Privileg, dass wir nicht davon leben müssen. Unser Antrieb, für Kimasafaris Reisen zu organisieren, ist unsere Leidenschaft zu diesem Land und unsere Überzeugung, dass wir dabei Gutes für unsere Kunden sowie unseren lokalen Partner Steven Mbwambo erschaffen. Wir tragen mit unserem Projekt aktiv zum Erhalt der Naturschätze Tansanias bei und ermöglichen Steven, sein eigenes Unternehmen aufzubauen und zu führen. Davon profitieren viele Menschen in seinem Umfeld und darüber hinaus.

Wie profitieren Sie?

Durch den Aufbau von Kimasafaris haben meine Eltern und ich viel gelernt. Wir kennen praktisch jede Ecke Tansanias und können mit unserem grossen Wissen auf die Wünsche unserer Kunden eingehen. Unser Ziel ist, für jede Reisegruppe eine massgeschneiderte Reise zu organisieren.

Weshalb liegt Ihnen nachhaltiges Reisen am Herzen?

Nachhaltig heisst für mich, dass wir mit den vorhandenen Ressourcen so umgehen, dass künftige Generationen diese noch nutzen können. Das heisst, den Einwohnern Erwerbsquellen ohne Wilderei zu ermöglichen. Respekt vor der Natur sowie dem Menschen ist mir wichtig. Nachhaltiger Tourismus nimmt darauf Rücksicht und ist ein Mittel, dem gerecht zu werden und trotzdem reisen zu können. Darauf basiert Kimasafaris und zieht sich bis zur Wahl der Aktivitäten und Unterkünfte durch. Die meisten Betreiber von Unterkünften bauen beispielsweise einen Grossteil der Lebensmittel selbst an. Wenn möglich, bevorzugen wir von Tansaniern geführte Unterkünfte oder nehmen von Lokalen initiierte Projekte ins Programm auf.

Welche positiven Auswirkungen des Tourismus beobachten Sie in Tansania?

Durch den Tourismus können die Nationalparks erst erhalten werden. Mit dem Eintritt werden die Ranger bezahlt, die die riesigen Pärke schützen. Im Vergleich zu den reichhaltigen Mineralienschätzen Tansanias – zu denen nur grosse, ausländische Firmen Zugang haben – kann die lokale Bevölkerung vom Tourismus direkt profitieren. Wie das kleine Gästehaus um die Ecke oder der Mangoverkäufer am Strassenrand. Weiter fördert der Austausch verschiedener Kulturen das Verständnis füreinander, baut Vorurteile ab und ist für alle Beteiligten bereichernd.

Gibt es negative Effekte?

Die Auswirkungen sind vorwiegend positiv. Geld setzt jedoch Anreize und wird dieses falsch eingesetzt, weckt es Gier. Im Kleinen bedeutet dies aggressive Strassenverkäufer und Abzocker. Es liegt am Staat, die Tourismusentwicklung im eigenen Land aktiv zu steuern. Tansania zielt dabei zunehmend auf einen Luxustourismus ab. Die Nationalparkeintritte und Abgaben werden laufend erhöht, ohne einen Mehrwert zu schaffen. Es ist nicht klar, wer und ob die Natur von diesen Erhöhungen profitiert.

Was tun Sie dagegen?

Unser Partner Steven Mbwambo engagiert sich stark in der Gewerkschaft der Safarileiter, die diesem Trend entgegenzuwirken versuchen. Dies, weil der Nutzen für den Naturschutz und die grosse Bevölkerung nicht ersichtlich ist. Unsere Reisen führen wir mehrheitlich im noch unbekannteren Süden Tansanias durch, der von den Preiserhöhungen weniger stark betroffen ist.

Wie sieht Ihr ökologischer Fussabdruck aus?

Ich habe kürzlich dazu einen Test im Internet durchgeführt. Mein Fussabdruck liegt unter dem schweizerischen Durchschnitt. Ich reise fast ausschliesslich mit öffentlichen Verkehrsmitteln und kaufe bewusst saisonale, biologische Produkte ein. Besonders bei Produkten aus dem Ausland, wo keine Umweltbehörde zum Rechten schaut, ist es mir wichtig zu wissen, dass die Produzenten ihr Land auch noch in 20 Jahren nutzen können und das Grundwasser weiterhin trinkbar bleibt. Ich bin gespannt auf die technische Entwicklung in Bezug auf Energieeffizienz und erneuerbare Ressourcen, die dank der wertvollen politischen Diskussionen zunehmend Auftrieb erhält.

Vortrag «Südtansania – artenreich und unverfälscht» heute Abend, 19.30 Uhr, im Dachraum der Stadtbibliothek Zofingen.

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