Schwieriges Erbe: Der lange Schatten der Lamparts

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Das «Lampart’s» im November: Noch bis Ende Jahr empfängt das Gastroehepaar hier seine Gäste. © Bruno Kissling

Es sei, so Martin Küttel, ein schwieriges Erbe anzutreten an der Oltnerstrasse in Hägendorf. Küttel, von der Katag AG, treuhänderisch und beratend für Hotellerie und Gastronomie tätig, muss es wissen. Das von ihm erwähnte Erbe hinterlassen Anni und Reto Lampart, ihres Zeichens Spitzengastronomen. Anfang April haben die beiden bekannt gegeben, ihr Engagement nach 20 Jahren in Hägendorf zu beenden und neue Ufer entdecken zu wollen. Damals hatte das Paar verlauten lassen, sich darüber zu freuen, wenn das «Lampart’s» im aktuellen Sinn und Geist weitergeführt werden könnte.

Suche brachte kaum nennenswerte Resultate

Allerdings: Der Wunsch war, wenigstens bislang ein frommer. «Das könnte daran liegen, dass der Respekt davor in der Branche hoch ist», sagt Hans Stettler aus Olten, Besitzer der Liegenschaft. Denn bislang hätte die Suche nach einer Nachfolge kaum nennenswerte Resultate hervorgebracht. «Es war von allem Anfang klar, dass die Weitervermietung eine Herausforderung sein würde», so Küttel. Die nicht ganz zentrale Lage des Hauses vereinfacht die Suche ebenso wenig wie die Tatsache, dass nur wenige Restaurantbetreiber dafür infrage kommen. «Es braucht sicher Mut, Leidenschaft und eine gesicherte finanzielle Basis», so Küttel.

Der lange Schatten des Gastroehepaars Lampart wirkt also nach. Die beiden haben ihren Betrieb so vorangetrieben, dass er in Insiderkreisen als «gastronomischer Leuchtturm» bezeichnet wurde.

Vier weitere Monate zuwarten

Noch bleibt Zeit, eine Nachfolge zu regeln. Weitere vier Monate will sich Küttel dafür Zeit nehmen. Aber: Der Gedanke schwingt auch bei Hans Stettler mit, die Liegenschaft könnte künftig nicht mehr als Gourmet-Tempel genutzt werden. Küttel: «Es muss nicht zwingend ein Gourmet-Restaurant der Extraklasse sein.» Erfolgversprechend sei die Umsetzung eines originellen Angebots, um «die Kulinarik mit der Atmosphäre des Betriebs in Einklang zu bringen», wie sich Küttel ausdrückt.

Aber natürlich existieren alternative Szenarien, wie Küttel und Stettler einräumen. Anstelle eines Restaurantbetriebs könnte das Lokal für eine PR-Agentur, ein Architekturbüro oder ein Unternehmen infrage kommen, welches die Remise als Büroräumlichkeiten mit Events verbindet.

Dann gehen Lamparts auf Reisen

Bis Ende Jahr wollen sie für ihre Gäste da sein: Anni und Reto Lampart. Wie der Gastronom auf Anfrage erklärt, werde der Betrieb in Hägendorf spätestens im Februar abgewickelt und auch die Frage nach dem Inventar geklärt sein. «Allenfalls machen wir einen Räumungsverkauf», sagt Lampart. Dann will das Gastroehepaar auf Reisen gehen. «Mindestens ein halbes Jahr», wie Lampart betont. Erst dann wolle man sich um eine Fortsetzung der beruflichen Karriere kümmern. «Wir haben viele Angebote bekommen; interessante und weniger interessante.» Aber keines der interessanten sei so interessant gewesen, um zu sagen: Au ja, das wär’s! (hub)

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