Besonderer Abend für Frühaufsteher

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Die Zeitungsverträgerinnen und Zeitungsverträger von AZ und ZT/LN genossen das Fest, das nur für sie gefeiert wurde. Bild: Michael Würtenberg

Ohne sie hielten die ZT/LN-Leserinnen und Leser bei der morgendlichen Tasse Kaffee keine gedruckte Ausgabe dieser Zeitung in der Hand. Sie starten in den frühen Morgenstunden und müssen ihre Tour spätestens um 6.30 Uhr beendet haben, damit jedes druckfrische Exemplar rechtzeitig den Weg in die Briefkästen findet. Die Verträgerinnen und Verträger von AZ und ZT/LN leisten harte Arbeit, im Rampenlicht stehen sie aber nur äusserst selten. Jedes Jahr werden sie deshalb am «Verträgerplausch» mit einem Abendessen für ihren wertvollen Beitrag gewürdigt.

Vergangenen Freitagabend fand der Anlass bereits zum 16. Mal statt. Rund 300 Verträgerinnen und Verträger fanden den Weg in die Bärenmatte in Suhr. Richard Schmied, Geschäftsführer der AZ Vertriebs AG, freute sich sichtlich ob denjenigen, die da waren: «Sie hätten heute vielleicht eine Einladung zum Essen von Freunden, werden im Sporttraining vermisst oder verpassen Ihre Lieblingssendung. Aber Sie sind heute hier, und das ist sehr schön für uns.» Hinter dem Unternehmen liege ein herausforderndes Jahr, sagte Schmied. Das Gleichgewicht vom Print- hin zum Online-Angebot verschiebe sich zusehends, Auflagenzahlen gingen zurück. Viele Routen mussten neu geplant und für einige Verträger neue Lösungen gefunden werden. «Doch ich bin überzeugt, gedruckte Zeitungen wird es weiterhin geben», schloss Schmied seine Rede. Die Arbeit gehe noch lange nicht aus.

Jeder Verträger hat seine eigene Geschichte

Und so wird wohl auch der Verträgerplausch in den kommenden Jahren Bestand haben. Eine, die sich jedes Mal aufs Neue auf den besonderen Abend freut, ist Nicole Peter aus Seon. Die 46-Jährige trägt seit 15 Jahren Zeitungen aus. Angefangen hat sie, als sie nach der Geburt ihres ersten Kindes nach einem Job suchte. «Für mich war das perfekt, ich ging morgens früh raus und kam nach Hause, wenn mein Mann zur Arbeit musste.» Heute hängt sie mehrmals pro Woche im Anschluss ans Zeitungsaustragen noch eine Schicht als Kiosk-Verkäuferin dran. «Das sind lange Tage», sagt Peter. «Aber immerhin fällt mir das frühe Aufstehen leicht.» An dieses wird sich ihre Freundin Priska Brunner wohl auch nach über zehn Jahren im Job nie gewöhnen: «So früh raus zu müssen, ist nicht immer lustig. Ich schlafe eben gerne aus», sagt die 58-Jährige.

Auch Pensionäre tragen die Zeitungen aus

Jacqueline und Hans-Ulrich Allemann sind seit über 30 Jahren verheiratet. Vor elf Jahren fing Hans-Ulrich damit an, Zeitungen auszutragen, als er die Route seiner Tochter übernahm. Seit zwei Jahren gehen seine Frau und er in Strengelbach gemeinsam auf Tour. Ihr Tag folgt stets dem gleichen Ritual: «Nach dem Austragen gibt’s um halb sieben Zmorge, dann legen wir uns noch einmal für ein paar Stunden hin. Wenn man pensioniert ist wie wir, geht das», sagt Hans-Ulrich und schielt auf die Lasagne auf seinem Teller. Der Abend in der Bärenmatte stand dieses Mal übrigens unter dem Motto «Bella Italia». Passend dazu wurden 18 Geschenkkörbe mit italienischen Köstlichkeiten verlost, zu den Klängen des Coro Italiano aus Teufenthal liessen sich einige sogar zu einem kleinen Tänzchen hinreissen.

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