Aarau bereitet sich auf Elektro-Trottinetts vor – das muss sich ändern

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Die Elektro-Trottinette sind für Kurzstrecken in der Stadt äusserst beliebt. Bild: Marlen Hämmerli Zur Verfügung gestellt

Plötzlich waren sie da und gehören heute zum Bild vieler Schweizer Städte: die E-Trottinette. Mehrere Anbieter bieten in der Schweiz ihre Scooter an, unter anderem «Bird» aus den USA, «Tier» und «Circ» aus Deutschland, «Voi» aus Schweden. Um eines dieser klobigen Trottinette auszuleihen, braucht man die App des Anbieters. Dort wird angezeigt, wo sich der nächste Scooter befindet. Via Bluetooth lässt er sich entsperren, die Kosten für die Fahrt werden über die hinterlegte Kreditkarte abgerechnet.

Der grosse Vorteil der E-Trottis, im Gegensatz zu Veloverleih-Angeboten wie «Publibike»: Man muss sie nicht an einer Verleihstation zurückgeben, sondern kann sie einfach am Ziel stehen lassen. Und davon machen viele Nutzer schamlos Gebrauch. Die Trottis sind äusserst beliebt für kurze Strecken und stehen danach vor dem Briefkasten, an der Bushaltestelle oder versperren den Eingang zum Restaurant. Im Dunkeln muss man aufpassen, dass man nicht als Nächstes über einen verlassenen Roller stolpert. Dank ihres eingebauten GPS-Senders, können sie auch an entlegenen Orten wieder gefunden werden. Vielleicht freut sich der nächste Benutzer über ein Trotti in seinem Innenhof. Und auch die «Charger» finden die Scooter dank GPS wieder. Das sind die Einsammler der Betreiberfirmen. Sie fahren in der Nacht mit Lieferwagen durch die Stadt und bringen die Trottis in das Lager, wo sie über Nacht aufgeladen werden. Diese Arbeiter werden von den meisten Betreiberfirmen pro aufgeladenes Fahrzeug entlöhnt.

E-Trottinette treffen den Nerv der Bevölkerung

Nach dem Start in Zürich sind die elektrischen Flitzer auch in Basel, Zug und Winterthur im Angebot, weitere Städte sollen folgen. Kommen die Scooter auch bald nach Aarau? Die Stadt ist den Trottis freundlich gesinnt: «E-Trottinett-Sharing- Systeme treffen den Nerv der Bevölkerung und sind eine gute Option für die sogenannt letzte Meile oder allgemein kurze innerstädtische Fahrten», sagt Marco Caprarese, Projektleiter Mobilität und Stv. Leiter Stadtentwicklung. Damit E-Trottinette in Aarau einfahren können, muss zuerst die Nutzung des öffentlichen Grundes geregelt werden. «Die ist momentan eher restriktiv», sagt er. Die Nutzung des öffentlichen Grundes ist gebührenpflichtig. Bei den kürzlich installierten Cargo-Bikes übernimmt die Stadt die Kosten für den öffentlichen Grund. Damit Aarau für E-Trotti-Anbieter lohnenswert würde, müsste sich dieses Reglement lockern. Die Stadt habe vor, nächstes Jahr die Nutzung des öffentlichen Grundes für alle Sharing-Fahrzeuge zu überdenken, sagt Caprarese. «Die Attraktivität für Flottenanbieter darf aber nicht zu Lasten der Attraktivität des öffentlichen Raumes gehen.» Schon zweimal sei Aarau von grossen E-Trotti-Anbietern mit Anfragen für Pilotprojekte kontaktiert wurden. Diese seien jedoch von den Flottenanbietern nicht realisiert worden.

«Aarau war bis jetzt noch keine Option für uns», sagt Kemal Seven von der Seven Group GmbH, die in der Schweiz die Trottis von «Bird» betreibt. «In einer so kleinen Stadt würde sich vermutlich nur ein Exklusiv-Vertrag mit der Stadt lohnen.» Die Firma hat sich aus Winterthur bereits wieder zurückgezogen. Einerseits weil die Zahlen zu tief waren, andererseits, weil die Auflagen der Stadt zu streng gewesen seien. «Regelmässig wurden unsere Scooter eingezogen und wir mussten sie gegen eine Gebühr wieder zurückholen.» In grösseren Städten dagegen läuft das Geschäft gut. Die Seven Group hat in Zürich momentan 300 und in Basel 200 Scooter. «In Zug warten wir noch auf einen Entscheid. In Bern und Basel möchten wir nächstes Jahr starten», sagt Kemal Seven.

Damit die Miet-Trottis nach Aarau kommen, müssen die Regeln für die Benutzung des öffentlichen Grundes revidiert werden. Wo man mit dem Scooter überall fahren darf, ist vorgeschrieben. Als Fussgänger flitzen die Trottis oft an einem vorbei. Dabei dürften sie gar nicht auf dem Trottoir gefahren ­werden. «E-Trottinetts und E-Stehroller sind bezüglich den Verkehrsregeln den Fahrrädern gleichgestellt», steht in der ­geltenden Verkehrsregelverordnung. Heisst: Das Trottinett gehört auf die Strasse. Wo vorhanden, soll der Velostreifen benutzt werden. Zugelassen sind sie für maximal 20 Kilometer pro Stunde, wer mit eigener Tretleistung die Geschwindigkeit erhöht, befindet sich bis und mit 23 Stundenkilometern im legalen Bereich.

Das kostet eine Fahrt

Die Preise für eine Fahrt sind je nach Anbieter unterschiedlich. Die Apps der Betreiber sind gratis. Für einen Account braucht man eine Kreditkarte. Das Trottinett zu entsperren kostet bei allen Anbietern eine Grundgebühr von 1 Franken. Danach wird pro Minute abgerechnet, «Bird» ist momentan mit 45 Rappen pro Minute das teuerste Trotti, andere kosten 25 oder 35 Rappen pro Minute.

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