IT-Umstellung kostet in Rothrist 2,4 Millionen

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Dutzende Tablets werden benötigt (Symbolbild iCulture)

Vorerst 55 iPads gibt es im Januar 2020 für die Schülerinnen und Schüler der 5. und 6. Klasse in Rothrist. Im Winterhalden-Schulhaus läuft bis im Juni 2020 ein Pilotprojekt. «Es ist uns wichtig, erste Erfahrungen im Umgang und Einsatz der iPads im Schulalltag zu sammeln», erklärte Gemeindeammann Ralph Ehrismann am Informationsabend zum neuen Aargauer Lehrplan und den Investitionen, die dieser mit sich zieht. Rund 100 Eltern und Interessierte folgten der Einladung der Schulführung und des Gemeinderats in den Gemeindesaal Breiten.

Zur Einführung des Medien- und Informatikunterrichts ist in Rothrist vorgesehen, schrittweise mehrere Jahrgänge mit Geräten auszurüsten und in die Vernetzung zu investieren. Geplant ist, dass ab der 5. Klasse jeder Schüler ein eigenes iPad erhält, dieses vorerst aber nicht mit nach Hause nehmen darf. In der 1. bis 4. Klasse sind je drei Geräte pro Klasse vorgesehen, die in den Klassenzimmern bleiben.

«Alles in allem kostet die Umsetzung des ICT-Konzeptes für die nächsten vier Jahre an all unseren Schulen rund 2,4 Millionen Franken», fasste Ehrismann zusammen. Er zeigte den Kostenplan auf. Neben den total 975 Schüler-iPads und den allfälligen Ersatz von Notebooks für die 150 Lehrpersonen, müssen bis im Jahr 2023 schrittweise Schulzimmer umgerüstet und Netzwerke ausgebaut werden. Hier rechnet die Gemeinde mit Kosten von mehr als einer Million Franken. Damit die Geräte funktionieren, braucht es Lizenzen und Internetzugänge (262 600 Franken). Für die technische und pädagogische Unterstützung sind 1,1 Millionen Franken eingerechnet.

Zusammengefasst ist in Rothrist geplant, dass ab August 2020 alle drei Primarstandorte umgerüstet sind und das neue ICT-Konzept pädagogisch und technisch an der Primarschule umgesetzt werden kann. Die Oberstufe wird erst ab 2021 umgerüstet – dies, weil Bauarbeiten rund um die Renovation des Bezirksschulhauses eine flächendeckende Einführung der iPads auf August 2020 auf dem Platz Dörfli verunmöglichen. Im Kindergarten ändert sich vorerst nichts.

Um Schüler und Schulzimmer mit Geräten ausrüsten zu können, investiert Rothrist in diesem Jahr 80 125 Franken. Mehr als die Hälfte davon – 46 550 Franken – entfällt auf die Anschaffung von 70 Schüler-iPads und Geräten fürs Schulzimmer. Hier sind die Geräte für das Pilotprojekt eingerechnet. Die Geräte für Lehrpersonen kosten 3325 Franken und für 25 iPad-Tastaturen sind 4250 Franken vorgesehen. Im Jahr 2020 sind für das ICT-Konzept 400 000 Franken budgetiert. Für die Folgejahre rechnet die Gemeinde mit jährlichen Kosten von rund 100 000 Franken nur für die Schülergeräte.

«Im neuen Fach geht es vor allem darum, den Schülern die diversen Möglichkeiten der Anwendung aufzuzeigen», erklärte Christoph Müller, Oberstufenlehrer und pädagogischer ICT-Supporter der Schule. Unter seiner Leitung und mit Unterstützung eines Beraters der Fachhochschule Nordwestschweiz bereiten sich alle Lehrpersonen in einem Unterrichtsteam auf die neue Aufgabe vor. Zu den Rothristern haben sich auch die Lehrpersonen der 5. und 6. Klassen aus Vordemwald und Murgenthal dem Unterrichtsteam angeschlossen. Parallel dazu wird das pädagogische Konzept erarbeitet.

Winterhalden-Schulhaus ideal für Pilotprojekt

Auf die Frage, weshalb für das Pilotprojekt die Wahl aufs Winterhalden-Schulhaus fiel, meinte Co-Schulleiterin Barbara Scheuzger, dieses sei ideal. Es habe netzwerkmässig den höchsten Investitionsbedarf und sei durch die Grösse überschaubar. So gibt es je drei iPads pro Klasse für die 1. bis 4. Primar. In der 5. und 6. Klasse braucht es 55 iPads, da jeder Schüler sein eigenes Gerät erhält und dieses bis zur Oberstufe behält. Scheuzger gab zu bedenken, dass das Fach «Medien und Informatik» im Stundenplan der laufenden ersten Oberstufenklasse nicht vorgesehen ist. «Deshalb macht es keinen Sinn, den jetzigen Schülern der 7. Klasse für ein Pilotprojekt iPads abzugeben, um sie ihnen dann wieder wegzunehmen», so Scheuzger. Zudem eigne sich die Oberstufe nicht für das Pilotprojekt, da im nächsten Jahr das Bezirksschulhaus für zehn Millionen Franken saniert werden soll. Über diesen Kredit befindet die Gemeindeversammlung am 28. November. Das neue ICT-Konzept und die Kosten sind im Rahmen des Budgets 2020 traktandiert.

Lehrplan 21 gibt bei Informatik den Takt vor

Mit dem Lehrplan 21, der in den Aargauer Schulen ab August 2020 gilt, steigt die Bedeutung der digitalen Hilfsmittel für den Unterricht. Deshalb sind viele Gemeinden gefordert, die Infrastruktur anzupassen. Der Kanton hat Empfehlungen erlassen: Da der Unterricht nicht nur an einem fixen Arbeitsplatz stattfinde, plädiert er für den Einsatz mobiler Geräte wie Tablets und Laptops. Für den mobilen Einsatz ist zudem ein gutes drahtloses Netzwerk gefordert.

Bei der Datenspeicherung empfiehlt der Kanton auf Cloud-Dienste zu setzen. Diese könnten Serverdienste kostengünstig ersetzen. So seien die Apps von jedem beliebigen Gerät aus zugänglich, was das ausserschulische Lernen fördere. Und mit dem Wechsel zu «Software as a service» müssten Apps nicht mehr auf jedes Gerät verteilt und lizenziert werden.

Für die Beschaffung der Geräte ist trotz der Vorgaben jede Gemeinde selbst zuständig. An Info-Veranstaltungen von Gemeinden taucht dazu häufig die Frage auf, ob man nicht bessere Preise erreichen könne, falls Gemeinden die Geräte im Verbund beschaffen würden. Dazu erklärt Patrick Huggel von der Firma ICTeach, die Aarburg bei der Schul-IT berät: «Da die Margen bei den Endgeräten relativ klein ist, würde eine Beschaffung von mehreren Gemeinden zusammen nicht viel Ersparnis bringen, die einzelnen Schulen aber in ihrer Autonomie einschränken.» (jow)

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