Meilenstein bei der Baustelle für den A1-Zubringer: Der Tunnel ist früher fertig als geplant

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Impressionen vom Baustellenrundgang A1-Zubringer Lenzburg (Colin Frei)
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Impressionen vom Baustellenrundgang A1-Zubringer Lenzburg (Colin Frei)
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Impressionen vom Baustellenrundgang A1-Zubringer Lenzburg (Colin Frei)

Der Meilenstein, der in Lenzburg Mitte Oktober erreicht wurde, ist aus Beton und 700 Meter lang. «Noch dieses Jahr werden alle Kunstbauten abgeschlossen», sagt Gesamtprojektleiter Marius Büttiker. Damit meint er den Tunnel und die beiden Rampen, diejenige in Richtung Bünztal wird 186 Meter lang, die in Richtung Autobahn 94 Meter. Sie ist steiler, weil die SBB-Gleise im Weg sind.

Wo sich vor einem halben Jahr noch die bis zu 14 Meter tiefe Grube befand, ist der Tunnel heute bereits wieder unter der Erdoberfläche verschwunden. Noch sind die Arbeiter beim Portal Hero daran, die letzten Wände der Rampe zu betonieren. Am östlichen Ende läuft auf dem Tunneldach bereits der Strassenbau. In der Mitte des Tunnels kann man noch ein letztes Mal auf dem nackten Beton herumspazieren.

Dann nähert sich eine Gruppe Arbeiter, die mit Gummischabern eine flüssige, nach Chemikalien stinkende Masse verteilen. «Der Tunnel ist nicht dicht», sagt Büttiker. Am liebsten würde er alle jungen Berufsleute mit nach Lenzburg nehmen, denn manche würden es kaum glauben: In regelmässigen Abständen ziehen sich deutliche Risse durch die Betondecke.

«Das liegt nicht etwa an der Arbeitstechnik, sondern in der Natur des Betons», sagt Büttiker. Wenn so lange Stücke betoniert werden, reisst der Beton. Durch die Risse kann Wasser in den Tunnel eindringen. Darum gilt es momentan, den Tunnel so schnell wie möglich abzudichten und abzudecken.

Ein zweistelliger Millionenbetrag eingespart

Büttiker und Projektleiter Armin Rauchenstein sind stolz auf ihren Tunnel. Und auf die kurze Zeit, in der er fertiggestellt wurde. Büttiker betont, dass er von Anfang habe Gas geben wollen. Und das ist ihm gelungen. Momentan ist die Baustelle dem Zeitplan zwei Monate voraus.

«Das ist super sportlich», sagt Büttiker. Gründe für diesen Vorsprung nennt der Projektleiter zwei. Zum einen die gute Zusammenarbeit  zwischen der Bauleitung und der Bauunternehmung. Dank des grossen Installationsplatzes und der Umleitung des Verkehrs können die Arbeiter ungestört arbeiten.

Und zum anderen Glück; die Projektrisiken seien nicht eingetreten. Dazu gehört zum einen das Wetter, das brav mitgespielt hat. Dank einer Heizung kann auch bei ein paar Minusgraden noch betoniert werden. Auch zu Unfällen sei es auf der Baustelle zu keinen gekommen.

Zeit ist bekanntlich eng mit Geld verknüpft und in diesem Fall kann korrekt gesagt werden: Auch finanziell ist die Megabaustelle ihrem Budget voraus: «Wir werden voraussichtlich mit einem zweistelligen Millionenbetrag unter dem Kredit abrechnen», sagt Büttiker. 2012 bewilligte der Grosse Rat einen Kredit in der Höhe von 75 Millionen Franken bewilligt.

Bis Ende Jahr gibt es also mit der Fertigstellung des Tunnels und der Rampen noch einiges zu tun. Und auch andere Arbeiten  an der Hendschikerstrasse  im Innerortsbereich bis zur Neuhof-Kreuzung werden Ende 2019 fertig sein. Die Verkehrsführung über die Kreuzung wird sich je nach Arbeitsstand geringfügig ändern. Aber das grossräumige Umleitungskonzept bleibt bestehen.

Der Rohbau des Tunnels soll im Frühling 2020 fertig sein. Bis die ersten Autos durchfahren können, dauert es aber noch eine Weile. An der Grossbaustelle ist nicht nur der Kanton beteiligt. Die neue Autobahn-Auffahrtsrampe in Richtung Zürich wird vom Bundesamt für Strassen (Astra) gebaut, das  auch den A1-Zubringer und die Brücke  sanieren wird. Spätestens im Dezember 2021 soll der Tunnel für den Verkehr geöffnet werden. Oder schon früher. Marius Büttiker wirkt nicht, als ob er sich auf dem Zeitvorsprung ausruhen würde.

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