Grüne wollen in den Bundesrat - Parteipräsidentin Rytz tritt an

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Regula Rytz an der Pressekonferenz am Donnerstag (Keystone)

Sie habe sich entschieden, sich als Bundesratskandidatin zur Verfügung zu stellen und Verantwortung zu übernehmen. Sie bringe auch die Voraussetzungen mit, die es brauche, um in der Landesregierung eine gute Arbeit zu machen.

Rytz verwies auf die grossen Gewinne der Grünen bei den Wahlen vom 20. Oktober. "Nach einer solchen Richtungswahl kann man nicht einfach zur Tagesordnung übergehen" sagte Rytz.

Formell wird die Grüne Fraktion erst morgen Freitag entscheiden, ob sie am 11. Dezember antritt. Dafür muss sie ein amtierendes Mitglied des Bundesrats angreifen. Ins Visier nimmt Rytz einen der beiden FDP-Sitze. In der neuen Zauberformel, die sie skizzierte, haben SVP und SP zwei Sitze, CVP, FDP und Grüne je einen.

Rytz gehört seit den Wahlen zum Kreis der Favoriten für eine Kandidatur der Grünen. Das hatte mit dem Wahlerfolg ihrer Partei zu tun, aber auch mit ihrer dezidiert ökologischen und doch undogmatischen Art des Politisierens. Zudem hat Rytz als ehemaliges Mitglied der Berner Stadtregierung Exekutiverfahrung vorzuweisen.

Viele Absagen Ob es weitere Grüne Kandidaturen gibt, ist unklar. Eine Kandidatur nicht ausgeschlossen haben der Genfer Staatsrat Antonio Hodgers und der Zürcher Nationalrat Bastien Girod.

Bereits aus dem Rennen genommen haben sich hingegen der ehemalige Berner Regierungsrat Bernhard Pulver, die ehemalige Aargauer Regierungsrätin Susanne Hochuli, der Berner Stadtpräsident Alec von Graffenried, Nationalrätin Maya Graf (BL) oder die Berner Gemeinderätin Franziska Teuscher.

Die Zurückhaltung möglicher Anwärterinnen und Anwärter dürfte auch mit den ungewissen Wahlchancen zu tun haben. Die Logik der Konkordanz spricht zwar für eine Anpassung der Zauberformel. Dafür müsste aber ein amtierendes Mitglied des Bundesrats abgewählt werden, was im Berner Politbetrieb als unüblich gilt.

Allerdings sind auch die politischen Verschiebungen der letzten Eidgenössischen Wahlen unüblich. Im Moment kann daher niemand mit Sicherheit den Ausgang der Gesamterneuerungswahlen vom 11. Dezember voraussagen.

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