Eine emotionale Gemeindeversammlung endet mit einem erfreulichen Plus

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«Müssen aufhören, unsere Gofen zu verhätscheln»: Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär wird emotional. Bild: Joël Widmer

Plötzlich wird Gemeindeammann Hans-Ulrich Schär emotional. Es ist Freitagabend, kurz nach 20 Uhr.

129 Stimmberechtigte haben sich zur Gemeindeversammlung in der Mehrzweckhalle Paradiesli eingefunden. Traktandum 6 steht an. Der Gemeindevertrag über den Zusammenschluss der Bezirksschulen Aarburg und Oftringen.

«Als Exekutivpolitiker müssen wir auch Sachen umsetzen, die einem total widerstreben», sagt Schär. «Dies ist daher mein schwierigstes Traktandum der letzten sechs Jahre.» Das neue Schulgesetz sage klar, man brauche sechs Abteilungen, um eine Bezirksschule zu führen. Die entsprechende Volksabstimmung habe auch Aarburg mit 80 Prozent angenommen. «Vielleicht waren wir uns damals einfach nicht bewusst, was das heisst.» Für Aarburg heisst es nun Abschied nehmen von der eigenen Bezirksschule.

Schär zeigt auf, wie Gemeinderat und Schulpflege versucht hätten, die Bez in Aarburg zu halten. Sogar Selbstfinanzierung stand im Raum. «Doch auch dazu kam aus Aarau ein Njet», sagte Schär. Mit Oftringen habe man in freundschaftlicher Art eine Lösung gefunden. Eine Wahl habe Aarburg nicht. Sonst verordne einfach der Kanton.

In der Diskussion sorgen sich mehrere ältere Herren um den längeren Schulweg der Aarburger Bezirksschüler und die Verkehrssicherheit. Da wird Schär ein zweites Mal emotional. Seine Mutter habe von der Lüderenalp einen Schulweg von anderthalb Stunden gehabt. «Wir müssen aufhören, unsere Gofen zu verhätscheln, sondern wir müssen sie fit machen für den Arbeitsmarkt.» Es heisse ja, 80 Prozent der Jungen seien zu wenig in Bewegung. «Da ist es doch gut, wenn die mit dem Velo nach Oftringen fahren.» Das Gesetz regle ja, was nicht zumutbar sei.

Einer der Votanten entgegnet Schär, indem er ihn zuerst lobt: «Sie sind ein guter Gemeindeammann», und dann tadelt: «Aber Sie müssen jetzt nicht so auffahren.» Es gehe ihm nicht um Verhätschelung. Aber der Schulweg nach Oftringen sei einfach gefährlich. Schär weist dann darauf hin, dass hinter der Franke eine neue Veloroute entstehe. Trotz der emotionalen Stimmung wurde der Gemeindevertrag mit grosser Zustimmung und ohne Gegenstimme verabschiedet.

784 000 Franken: Grösseres Plus als budgetiert

Erfreuliches vermeldet in der Folge Finanzvorsteher Dino Di Fronzo bei der Präsentation des Budgets. Mit einem Plus von 784 000 Franken übertreffe Aarburg gemäss einer provisorischen Berechnung das Budget 2019 markant. «Die Verwaltung hat sehr gut gearbeitet», sagt Di Fronzo. Im kommenden Jahr rechnet Aarburg ebenfalls mit einem positiven Budget. Doch Di Fronzo gibt zu bedenken: «Wir haben einen Investitionsstau.» Daher nehme die Nettoschuld zu. Aarburg habe einen Selbstfinanzierungsgrad von 2,5 Millionen Franken. «Aber wir müssen 3 bis 4 Millionen Franken investieren können, um die Infrastruktur erhalten zu können.»

Nach der Budget-Präsentation erntet der Gemeinderat Zustimmung. Votant Klaus Müller sagt, er wohne seit 28 Jahren hier und nun wolle er mal loben: «Es ist das erste Mal, dass wir so eine klare Finanzpolitik haben.» Eine sehr saubere Sache. «Weiter so und danke für die tolle Arbeit.»

Das Budget wird dann auch diskussionslos angenommen. Und auch alle anderen Geschäfte fanden grosse Zustimmung. So etwa die neue ICT-Lösung für die Schule.

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