Glarner will Aargauer SVP-Präsident werden – er ist nicht der einzige

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Nationalrat Andreas Glarner. © KEYSTONE

Wer könnte Thomas Burgherr an der Spitze der wählerstärksten Partei des Kantons ablösen? Naheliegend wäre, dass der heutige Vizepräsident und Grossrat Clemens Hochreuter (39, Erlinsbach) aufrückt. Hochreuter sagt auf Anfrage der AZ: «Ich schliesse eine eigene Kandidatur nicht aus, derzeit laufen zahlreiche Gespräche, um die beste Lösung für die Partei zu finden.» Das Präsidentenamt bringe viel Knochenarbeit im Kanton mit sich, gibt er zu bedenken.

«Darum müsste ich mit meiner Familie und meinem Arbeitgeber klären, ob dies für mich überhaupt möglich wäre.» Hochreuter sagt, es werde sicher mehrere Optionen geben, um das Präsidium neu zu besetzen, wobei Alter und Geschlecht der Kandidierenden für ihn nicht entscheidend seien. «Es muss aus meiner Sicht aber jemand sein, der in der kantonalen Politik noch aktiv ist, ein Amt ausübt und die nötige Zeit hat, um im Aargau präsent zu sein», betont er.

Rolf Jäggi: «Stehe zur Verfügung, wenn die Partei mich will»

Klarer als Hochreuter äussert sich Rolf Jäggi (50, Egliswil): «Wenn die Partei mich will, dann stehe ich zur Verfügung», sagt der Grossrat. Jäggi präsidierte zuletzt mehrfach die Findungskommission der SVP Aargau für kantonale und nationale Wahlen. «Ich bin dadurch gut vernetzt innerhalb der Partei und hätte auch genügend Zeit, weil ich Ende Jahr als Gemeindeammann von Egliswil zurücktrete», sagt er.

Die letzten zwei Jahre seien für ihn als Präsident der Findungskommission intensiv gewesen, damit habe er schon einen kleinen Vorgeschmack erhalten, was ein Parteipräsidium mit sich bringen würde. «Es ist sicher kein Nachteil, dass ich als Grossrat mit den Themen der kantonalen Politik bestens vertraut bin», hält Jäggi weiter fest.
 
Andreas Glarner: «Frischen Wind in die SVP Aargau bringen»

Die notwendige Zeit für das SVP-Präsidium hätte Andreas Glarner (57, Oberwil-Lieli). «Ich will mich nicht vordrängen, aber ich überlege mir eine Kandidatur», sagt der Hardliner und Asylchef seiner Partei. Nach den Wählerverlusten am 20. Oktober sei es an der Zeit, «etwas frischen Wind reinzubringen, und das traue ich mir zu», sagt Glarner.

Er wolle erst abwarten, wie das Kandidatenfeld aussehe, bevor er sich definitiv entscheide, erklärt der Nationalrat. Auf die Frage, ob ein künftiger Kantonalpräsident der SVP nicht im Grossen Rat sitzen sollte, sagt Andreas Glarner: «Ich glaube, es ist für einen Nationalrat eher einfacher, sich in die kantonalen Geschäfte einzulesen, als für einen Grossrat, bei den Themen in Bundesbern auf dem Laufenden zu sein.»

Moderater im Auftritt, nach seinem erfolgreichen Ständeratswahlkampf aber kaum weniger bekannt als Glarner, ist Hansjörg Knecht. Für den SVP- Vertreter im Stöckli ist eine Kandidatur als Kantonalpräsident allerdings kein Thema. «Ich konzentriere mich jetzt voll auf meine Aufgabe als Ständerat, ein zusätzliches aufwendiges Amt ist für mich keine Option», sagt Knecht.

Benjamin Giezendanner sagt ab, Martina Bircher hält sich bedeckt

Ein möglicher Kandidat wäre auch der neu gewählte Nationalrat Benjamin Giezendanner (37, Rothrist). Doch er winkt ab: «Ein solches Amt wäre zwar interessant, aber ich schliesse aus, dass ich als Präsident der SVP Aargau kandidiere.» Giezendanner ist wie Thomas Burgherr Unternehmer und Nationalrat – dass es möglich ist, daneben noch die Kantonalpartei zu führen, hat der abtretende Präsident bewiesen.

Bei Giezendanner dürfte aber künftig noch ein weiteres Amt dazukommen: Wenn Kurt Schmid als Präsident des Aargauischen Gewerbeverbandes abtritt, ist der heutige Vizepräsident als Nachfolger gesetzt. Giezendanner würde es aber begrüssen, wenn der Wechsel an der Spitze der Kantonalpartei auch eine Verjüngung mit sich bringen würde.

Zur jungen und erfolgreichen SVP- Generation zählt auch die neue Nationalrätin Martina Bircher (35, Aarburg). Sie gibt sich auf Anfrage jedoch zurückhaltend, was eine mögliche Kandidatur für das Kantonalpräsidium angeht: «Ich konzentriere mich jetzt erst einmal auf mein neues Amt als Nationalrätin.»

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