Dem Unglücklichsein den Kampf angesagt – Mit Galerie

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Astrid Blunschi (links) befragte mit Isabel Maurer Besucher im Naturama in Aarau. Die Teilnahme an ihrer Umfrage schüttete sichtlich Glückshormone aus. Bild: Katrin Petkovic

Eine Definition für Glück zu finden, ist eine Mammutaufgabe. Ein Wissenschaftler interpretiert Glück ganz anders als ein politisches Oberhaupt, der alleinerziehende Vater oder Kinder. Fünf Personen aus Strengelbach, Olten und Solothurn stellten sich dieses Jahr trotzdem der Aufgabe und erstellten ein Glücks- und Zuversichtsbarometer, dessen Resultate nun veröffentlicht wurden.

Die Idee für das andere Barometer hatte die Initiantin Isabel Maurer von SRF3-Moderator Tom Gisler. In einem kurzen Video fragte er sich vergangenes Jahr, weshalb es in unserem wohlhabenden Land ein jährlich erscheinendes Sorgenbarometer gäbe und zum Beispiel kein Zuversichtsbarometer oder Glücksbarometer. Mit diesen Aussagen war die Idee geboren. Diese passte zur lösungsorientierten Haltung von Isabel Maurer, die seit 20 Jahren als Coach für Stellensuchende im Stellwerk Solothurn arbeitet: «Ich interessiere mich für die Stärken, nicht für die Schwächen der Leute.» Also nahm sie sich mit vier Coach-Freunden dieser Aufgabe an und stellte seit Anfang Jahr zwei simple Fragen an insgesamt 301 Personen, unter anderem den Leuten am Samstagsmarkt in Zofingen, einer Schulklasse in Brittnau oder den Besucherinnen und Besuchern im Naturama in Aarau. Wichtige Inputs kamen auch von Mitgliedern des Netzwerks für lösungsorientiertes Arbeiten, welchem Maurer angehört.

Beruf und Alter der Befragten standen nicht im Zentrum

Dem Team ging es beim Glücks- und Zuversichtsbarometer nicht um eine wissenschaftlich saubere Arbeit. Das Team sammelte keine Infos wie beispielsweise Beruf oder Alter. «In dem Moment interessiert mich nur der Mensch als solches und nicht seine Haltungen und Meinungen über gewisse Themen», so Maurer, die im August 50 Jahre alt geworden ist. Nebst ihrem runden Geburtstag ist es vor allem dieses Projekt, das ihr 2019 so speziell macht. «Veränderung passiert im Denken», so Maurer.

Wichtig war dem Team, dass ihre beiden Fragen eine offene Antwort ermöglichten. «Obwohl die Liste der Antworten dadurch lang wurde, zeichneten sich klare Spitzenreiter ab», sagt Maurer. So machen eine glückliche Familie, das Zusammensein mit Freunden und Gesundheit die Leute am glücklichsten. Zuversichtlich machen sie indes die eigene Familie, die Klimabewegung und ein funktionierendes System in der Schweiz (siehe Grafiken).

Beim Coaching ist es laut Maurer wichtig, dass die Leute selber den Weg gehen und Erfolgserlebnisse machen. Nach diesem Leitsatz agierte sie denn auch bei den Befragungen. Denn viele der Befragten hätten keine sofortige Antwort gehabt auf die Frage, was sie glücklich und zuversichtlich mache. Mit Geduld und viel Fingerspitzengefühl konnte schliesslich doch jeder Befragte eine Antwort darauf liefern.

Mit dem Erteilen von Lob die Komfortzone verlassen

Wieso sind die Menschen oft so negativ? «Das ist eine gute Frage», meint Isabel Maurer lachend. Manchmal seien es kleinliche Dinge, die den Blick fürs Ganze trüben. «Die meisten haben grosse Mühe darüber zu reden, was sie gut können. Viel einfacher geht Kritik über die Lippen.» Deshalb definiert Maurer auch die Komfortzone anders. Während die meisten ausserhalb der Komfortzone Kritik üben, sollte man laut Maurer dann viel eher Komplimente verteilen. «Zu sagen, was man aneinander schätzt, hat für mich viel mehr mit dem Verlassen der Komfortzone zu tun.» Bereits Nelson Mandela, der Aktivist und Politiker im Jahrzehnte andauernden Widerstand gegen die Apartheid in Südafrika, sprach in seiner Rede vom Licht, das uns mehr Angst mache als die Dunkelheit. «Und wenn wir unser Licht erscheinen lassen, geben wir anderen Menschen die Erlaubnis, dasselbe zu tun» heisst es weiter. Isabel Maurer und ihr Team hoffen, dass sie mit dem Glücks- und Zuversichtsbarometer einigen Leuten den Mut gegeben haben, vermehrt wieder das Positive an der Welt und an sich selber zu sehen.

Heute zwischen 13 Uhr und 13.30 Uhr spricht Isabel Maurer auf SRF3 über das Projekt. Auf www.glücksbüro.ch sind die ganzen Resultate einsehbar.

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125 Befragte sind glücklich, wenn die eigenen Familienmitglieder glücklich sind. 108 macht das Zusammensein mit Freunden froh.
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Zuversichtlich macht vor allem die eigene Familie, dicht gefolgt von der Klimabewegung und dem funktionierenden System in der Schweiz.
Viele schöne Begegnungen mit Gross und Klein.
Dieses Schild machte auf die Umfrage im Naturama in Aarau aufmerksam.
Astrid Blunschi (links) befragte mit Isabel Maurer Besucher im Naturama in Aarau. Die Teilnahme an ihrer Umfrage schüttete sichtlich Glückshormone aus. Bilder: Katrin Petkovic
Bei der Frage zum Glück ist das Glück selbst schon vorprogrammiert.
Vier des fünfköpfigen Barometerteams (v.l.): Andreas Balmer, Astrid Blunschi, Isabel Maurer und Daniel Marti.
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