5G – nicht nur für Katzenvideos

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Schon seit einiger Zeit ist der neue Mobilfunkstandard 5G Gegenstand aufgewühlter Debatten. Ganz übel eskalierten die Gehässigkeiten in Uerkheim. Gemeindeammann Herbert Räbmatter musste sich erst wüste Beschimpfungen («A...loch») anhören. Dann landete auch noch eine Drohung in seinem Briefkasten: «Stop die Antenne sonst ...». Folge war eine Gemeindeversammlung unter Polizeischutz. Drei Tage nach der Gmeind in Uerkheim stellte in Bern eine Arbeitsgruppe (AG) des Bundes ihren Bericht «Mobilfunk und Strahlung» vor. Ins Leben gerufen hatte die AG vor etwas mehr als einem Jahr alt Bundesrätin Doris Leuthard. Vertreten darin waren auch Mobilfunk-Skeptiker. Im zentralen Punkt, dem Strahlenschutz, war mit ihnen keine Einigung möglich.

Fakt ist, dass es beim Mobilfunkstandard 5G massiv mehr Antennen braucht, falls die Grenzwerte nicht gelockert werden können. Die Arbeitgruppe geht von 26 000 zusätzlichen Antennen aus, was 7,7 Milliarden Franken kosten würde. Die 5G-Gegner sind hervorragend organisiert und haben mit ihrer Einsprachenflut quasi ein 5G-Moratorium durchgesetzt. Das Thema wird also eine Weile auf der Traktandenliste bleiben.

Wer die kritischen Beiträge der Strahlenschützer liest, stellt fest, dass wirtschaftliche Argumente behandelt werden als wären sie Luft. Nun ist es aber nicht so, dass ein Mobilfunknetz nur zum Spass da ist, also um sich quasi gegenseitig Katzenvideos und Ferienbilder zuzuschicken. Mobilfunknetze sind heute so wichtig wie Schienen, Strassen, Wasser- und Hochspannungsleitungen. Die Strategie «Digitale Schweiz» des Bundesrates, die von der Idee einer kabellosen digitalen Datenversorgung ausgeht, ist keine Spielerei technikverliebter Nerds, sondern eine Notwendigkeit, mit der das Land auf die digitale Revolution reagieren muss, wenn es nicht abgehängt werden will.

Das kann man wollen oder nicht. Strahlenschützer sollten einfach wissen, dass sie mit ihrem Einsprachenfuror auch ganz dezidiert Wirtschaftspolitik betreiben – und zwar eine, die früher oder später allen ans Lebendige geht.

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