«Ich schätze Freiheit und Selbstbestimmung höher ein»

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Mit Interesse habe ich die Analyse von Beat Kirchhofer im ZT vom 2. Dezember unter dem Titel «Swissness nach Vorgaben der EU?» gelesen. Im Artikel geht es unter anderem um den Abbau der 25 Arbeitsplätze bei der Wernli AG unter dem Deckmantel des nicht ratifizierten Rahmenvertrages. Mit der Analyse bin ich nur zum Teil einverstanden. Aus meiner Sicht wurden auf beiden Seiten «Fake News» geschrieben. Die Wahrheit liegt irgendwo in der Mitte. Die Wernli AG verlagert zirka 50 Prozent der Produktion nach Ungarn. Dies sind alles margenarme Produkte, mit denen man wegen des starken Frankens einen ungenügenden Deckungsbeitrag erwirtschaften kann. Sogenannte Hightech-Produkte werden weiterhin bei der Wernli AG produziert. Aus meiner Sicht ein richtiger Unternehmerentscheid. Werden diese Produkte weiterhin bei der Wernli AG produziert, leiden auch die margenstarken Produkte darunter und für zukünftige Investitionen und Innovationen steht kein Geld mehr zur Verfügung. Die Auslagerung hat demnach einen sehr geringen Zusammenhang mit dem Rahmenvertrag. Ehrlicher wäre gewesen, wenn man beides korrekt kommuniziert hätte. Für die in der Schweiz produzierten Artikel muss die Wernli AG, wie andere Firmen auch, das Zulassungsprozedere durchlaufen.

Der jetzt vorliegende Rahmenvertrag (InstA) kann aus meiner Sicht so nicht unterschrieben werden. Die Unionsbürgerrichtlinien, die Staatsbeihilfen, die dynamische Rechtsübernahme und der Lohnschutz müssen entsprechend angepasst werden. Der heute vorliegende InstA greift zu stark in die politische und gesetzliche Hoheit der Schweiz ein. Mit diesem Vertrag würde die Schweiz die guten Rahmenbedingungen für den Innen- und Aussenhandel weltweit verlieren. Die Handlungsfreiheit/staatliche Beihilfen (wichtig in Krisenzeiten, die vor der Haustür stehen) und die Selbstbestimmung sind gefährdet und gehen verloren. Am meisten profitieren die Grosskonzerne mit ihrer Gewinnmaximierung. Wird der Rahmenvertrag nicht ratifiziert, müssen die KMUs mit höherem administrativen Aufwand für die Zulassung rechnen. Andere Länder, die in die EU liefern, müssen dies auch tun. Wie beim EWR wird eine Untergangsstimmung vor allem von der Economiesuisse kommuniziert, die so nicht eintreffen wird. Freiheit und Selbstbestimmung schätze ich höher ein (wenn man auch kurzfristig kleinere Brötchen backen muss), als sich dem Mammon (Geld) unterzuordnen. Die Weltgeschichte hat dies immer wieder gezeigt.

Urs Zemp, Rothrist

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