Mit mehr Konzept wird der Stadtrat weniger angreifbar

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Der Parlamentsentscheid zum «Coq d’Or» lehrt eines: Der Stadtrat ist gut beraten, konkrete Kriterien festzulegen, wann wie viel Geld für welchen Kunstschaffenden oder Verein zu sprechen sind – unabhängig davon, wie viel Geld beantragt wird. © Bruno Kissling

Fast vier Millionen Franken gibt die Stadt Olten im nächsten Jahr für die Kultur aus. Das sind immerhin 3,5 Prozent des Gesamtbudgets von knapp 114 Millionen Franken. An der Spitze stehen mit den städtischen Institutionen wie dem Stadttheater, den beiden Bibliotheken und den drei Museen die klassische Kultur, die sich die öffentliche Hand als Schwerpunkt gesetzt hat. Sie holen sich mit 3,4 Millionen Franken den Löwenanteil der städtischen Gelder ab. Zusätzlich fliessen 230'000 Franken ins Kulturzentrum Schützi – allerdings nur indirekt mit dem Erlass von Mietzins und Nebenkosten. Dazu kommen rund 50'000 Franken für die Stiftung Wartenfels, an der die Stadt beteiligt ist. Somit verbleiben eine Viertelmillion Franken, um das weitere kulturelle Schaffen für Einzelpersonen und für Vereine direkt zu unterstützen. Das ist letztlich nicht mehr allzu viel Geld.

Olten hat seit 2005 ein Kulturförderungskonzept, wo Leitsätze und Zielsetzungen festgehalten sind. Für die konkrete Vergabe der letzten Viertelmillion Franken nützen solche übergeordneten Vorgaben aber wenig. Der Parlamentsentscheid zum «Coq d’Or» lehrt eines: Der Stadtrat ist gut beraten, konkrete Kriterien festzulegen, wann wie viel Geld für welchen Kunstschaffenden oder Verein zu sprechen sind – unabhängig davon, wie viel Geld beantragt wird. Es ist zum Beispiel nicht auf Anhieb ersichtlich, wieso die beiden Kleintheater in Olten finanziell so unterschiedlich unterstützt werden. Die Kritik am «Coq d’Or»-Entscheid ist berechtigt und zeigt damit: Mit mehr Konzept wird die Geldverteilung fairer und der Stadtrat macht sich weniger angreifbar.

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