Südamerikanische Weihnachten in Rothrist

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Mit Klavierbegleitung, Harfe und Gitarre sowie dem Jugendchor und Solistinnen hat der Kirchenchor Rothrist (Leitung: Christine Nyffenegger-Siegrist) gezeigt, wie in Südamerika Weihnachten gewürdigt wird. Bild: kbb

Dass die Wahl des Rothrister Kirchenchores für sein Weihnachtskonzert auf Südamerika fiel, kommt nicht von ungefähr. «Mein Grossonkel wanderte um 1950 nach Montevideo aus», erklärte Christian Siegrist, der durch das Programm führte. «Bei seinen Besuchen zu Hause brachte er immer Musik aus Südamerika mit. Das regte meine Mutter Christine Nyffenegger-Siegrist an, als Dirigentin diese Musik auch im Weihnachtskonzert des Kirchenchores einzubringen».

Dies ist voll und ganz gelungen, auch wenn die Botschaften sprachlich nicht bei allen ankamen, musikalisch waren sie unüberhörbar und verständlich. Beteiligt daran haben sich der Kirchenchor, ein Jugendchor im Alter ab vier Jahren, vorwiegend verwandt oder befreundet mit Mitgliedern des Kirchenchores.

«O du fröhliche» auf spanische Art

Weitere Mitwirkende waren Cever Barrios (Gesang und Gitarre), Juan Alarcon (Harfe), Elian Zeitel Frei (Sologesang) und Heinz Bryner (Klavier). Er hatte den Dauerauftrag der Begleitung und trug massgeblich zu vertieften musikalischen Stimmungsbildern bei. Die Vernetzung der Einsätze gelang stets lückenlos.

Den Anfang machten Cever Barrios und Juan Alarcon, zwei Gäste aus Paraguay. In den sechs Stücken für Harfe und Gitarre entwickelten sie ein eng verflochtenes Zusammenspiel. Einige erhielten zusätzlich die Gesangsstimme von Cever Barrios. Ausser der spanischen Sprache benützte er auch jene im Volk der Guarani, aus dem beide abstammen.

Eines verstand das Publikum sofort: Die Adventszeit erhielt hier ein warmes, fröhliches und heiteres Gesicht; kein Wunder, denn in Südamerika herrscht zu dieser Zeit der Sommer. Die Frömmigkeit der Bevölkerung drückt sich deshalb auch in unbeschwerter Fröhlichkeit aus.

Mittel- und Schwerpunkt des Konzertes war die «Misa Criolla de Navidad» (Kreolische Weihnachtsmesse) von Carlos Alberto Irigaray (1916–1987). Seine Freundschaft mit dem österreichischen Musikprofessor Kurt Pahlen (1907–2003) veranlasste ihn zur Komposition dieser Messe mit kreolischem Hintergrund. Als Kreolen gelten die in Südamerika geborenen Nachfahren von spanischen Eltern. Kurt Pahlen übersetzte die Messe in die deutsche Sprache und führte sie in der Schweiz ein, wo sie seither häufig aufgeführt wird.

Ihr besonderes Merkmal ist der ständige Wechsel der Besetzung in den zwölf Abschnitten. Nur das Klavier ist ständig dabei, sei es als Überleitung zur nächsten Szene oder als stimulierende Begleitung. Alle Teile hatten jedoch die gleiche Grundlage: die Verwendung von Folklore aus Uruguay, Paraguay und Argentinien. Dieser Eigenart ist es zu verdanken, dass die «Misa Criolla de Navidad» in den Herzen des Publikums ankam, erstmals im Geburtslied von Jesu.

Er wurde gemeinsam begrüsst vom Chor und den Instrumenten. Christian Siegrist erklärte jeweils den Inhalt der einzelnen Messeabschnitte. Das «Ave Maria» verkündete Christine Nyffenegger-Siegrist mit einem jubelnden Sopransolo, begleitet von den Instrumenten. Zum Magnifikat «Und das Kind ist geboren» vereinigten sich ausdrucksvoll der Chor und die Instrumente. Am «Lied der Hirten» beteiligte sich der Jugendchor, teilweise stilgerecht in Ponchos gehüllt, mit Ausschnitten aus der «Zäller Wiehnacht», wo es heisst «Das isch de Stärn vo Bethlehem.»

Das Wiegenlied Marias erhielt die innig modulierende Stimme von Elian Zeitel Frei, behutsam begleitet vom Klavier. Nun erschienen auch die Heiligen drei Könige an der Krippe. Dem Jesuskind huldigten abwechselnd der Jugend- und Frauenchor, der Gesamtchor, die Solistinnen und die Instrumente. Schliesslich stimmten der Chor, die Solistinnen und Instrumente noch das Lied von den Heiligen drei Königen an. «Freut euch, freut euch, Gott hat den Fuss auf die Erde gesetzt», lautete die Erkenntnis. Diese Aussage bekräftigte ein strahlendes «Halleluja» aller Stimmen und Instrumente, eingeleitet vom Schlagzeug. Man fühlte sich an Bachs Weihnachtsoratorium erinnert. Jedenfalls hat der Kirchenchor Rothrist mit diesem Konzert ähnlich eindrucksvoll «wachet, frohlocket» ausgedrückt.

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