Neueröffnung der renovierten ZHB in Luzern: Bibliothek der Fifties ins Jahr 2019 gerettet

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Wo früher das Magazin war, befindet sich heute die vierstöckige Freihandbibliothek mit 50 000 Werken. (Bilder: BOA)
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Architekt Remo Halter und Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder schauen sich im renovierten Katalogsaal alte Fotos der ZHB an.
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ZHB-Direktor Rudolf Mumenthaler (l.) führt die Regierungsräte Reto Wyss und Marcel Schwerzmann durch den renovierten Lesesaal.

Nach zwei Jahren im Provisorium nimmt die renovierte Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB in Luzern ihren regulären Betrieb heute wieder auf. Das markante, denkmalgeschützte Gebäude mit Baujahr 1951 wurde für gut 20 Millionen Franken saniert und für eine moderne Bibliotheksnutzung umgebaut. So beinhaltet das Angebot der Bibliothek beispielsweise den Zugang zu einem grossen Angebot an E-Medien zum Herunterladen oder Ausleihen. Ergänzend zu den gedruckten Ausgaben stehen Tablets mit einer Vielzahl an E-Zeitungen zur Verfügung. Zudem können Gäste mit dem «Seat Navigator» auf einen digitalen Platzplan zugreifen und für sich den optimalen Lernort finden.

Aura der «Fifties» erhalten und modernisieren

Von der modernen Technik ist auf den ersten Blick allerdings wenig zu sehen. Ziel war, die Aura der 1950er-Jahre zu erhalten – trotz 140 zeitgemässen Arbeitsplätzen, trotz neu konzipierter Freihandbibliothek, trotz modernen Lese-Inseln oder umgebautem Bistro. «Die grösste Herausforderung war, die zahlreichen technischen Installationen unter die Wände zu bringen und so das originale Ambiente zu erhalten», sagte Architekt Remo Halter bei der Begehung des Gebäudes gegenüber dieser Zeitung. «Die Eingriffe fügen sich gut ein», ergänzte Denkmalpflegerin Cony Grünenfelder. Neue Elemente seien zwar eigenständig, führten das Werk des Architekten Otto Dreyer aber fort. Im Katalog- und Lesesaal konnten viele ursprüngliche Elemente erhalten werden. Beispielsweise sitzt man im Lesesaal noch immer an den Originaltischen aus dem Jahr 1951, kann den Laptop jedoch an jedem Arbeitsplatz einstecken. Komplett neu konzipiert wurde die Freihandbibliothek im hinteren Bereich des Gebäudes. Hier befand sich früher das Magazin. Heute werden auf vier Stockwerken 50 000 Bücher gezeigt. Weitere 1,4 Millionen Bücher lagern in der Speicherbibliothek in Büron. Diese sind spätestens 24 Stunden nach der elektronischen Bestellung abholbereit. Die ZHB war im Kanton Luzern eines der meist diskutierten Bauprojekte der vergangenen Jahre. Erst wollte der Kantonsrat das Gebäude sanieren, dann entschied er, es abzureissen. Die Stadtluzerner Bevölkerung stimmte einer Initiative zur Rettung zu. 2016 bewilligten Regierungs- und Kantonsrat 20,3 Millionen für die Sanierung. Nach dem langen politischen Leidensweg zeigten sich auch die Regierungsräte Reto Wyss und Marcel Schwerzmann glücklich über das gelungene Werk. Eine sorgfältige Renovation genügt Finanzdirektor Reto Wyss jedoch nicht: «Denkmalgeschützte Räume müssen nutzbar sein», sagte er bei der Begehung der Räumlichkeiten. Sonst entstehe ein «Ballenberg mit einer Fassade aus Gold, aber ohne Leben». Bildungs- und Kulturdirektor Marcel Schwerzmann betonte, die ZHB sei trotz Digitalisierung kein Auslaufmodell. «Die Bevölkerung darf stolz sein, eine hochmoderne, nutzerfreundliche und funktionale Bibliothek zur Verfügung zu haben.»

Allen Lobeshymnen zum Trotz: Auf Nachfrage konnten sich weder Regierungsrat Schwerzmann noch sein Amtskollege Wyss daran erinnern, wann sie letztmals ein Buch aus der ZHB ausgeliehen haben. Wyss sagte, er lese zwar viel, kaufe jedoch seine Bücher gerne. Und Marcel Schwerzmann liest lieber digital. Wenn er sich dennoch mit Papier beschäftige, dann handle es sich meist um Akten, fügte er schmunzelnd bei.

Übrigens: Endlich ist die Zentral- und Hochschulbibliothek ZHB kinderwagen- oder rollstuhltauglich. Eine fast zwei Meter breite geschwungene Rampe überwindet den 1,1 Meter hohen Niveau-Unterschied vom Vögeligärtli zum Haupteingang. «Dank der Rampe wird endlich niemand mehr vor der ZHB-Treppe im Regen stehen gelassen», sagt die Willisauerin Barbara Schwegler Peyer. Sie ist Präsidentin des Vereins Hindernisfrei Bauen Luzern (HBLU), der sich 30 Jahre für die hindernisfreie Erschliessung eingesetzt hat.

Mehr auf der Website www.zhbluzern.ch

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