Dagmerseller genehmigen Budget und ehren Wirtin mit dem Kulturbatzen

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«Kreuzberg»-Wirtin Maria Vogel stösst beim Apéro nach der Versammlung mit Gemeindepräsident Philipp Bucher an.Bild: Marc Benedetti

122 Stimmberechtigte liessen sich an der Gemeindeversammlung Dagmersellen vom Dienstagabend über die Finanzen ihrer Gemeinde informieren. Laut dem für die Finanzen zuständigen Gemeinderat Peter Kunz ist das Budget 2020 wie in allen Luzerner Gemeinden von der Aufgaben- und Finanzreform (AFR18) geprägt.

Dagmersellen schliesst bei einem Aufwand von 44,14 Millionen Franken und einem Ertrag von 43,66 Millionen Franken mit einem Minus von 480 000 Franken ab (bei einem Steuerfuss von 1.85 Einheiten). Dagmersellen müsse 2020 gemäss Steuerfussabtausch eine Zehnteleinheit (oder 752 000 Franken) an den Kanton abliefern, so Kunz. Ab 2021 werde wieder mit einem Steuerfuss von 1.95 Einheiten gerechnet; das muss allerdings noch von der Gemeindeversammlung beschlossen werden.

Keine Fusionsbeiträge mehr ab 2020

Bei der Bildung profitiert Dagmersellen teilweise vom AFR18, bei Gesundheit und Sozialem muss die Gemeinde tiefer in die Tasche greifen. Ausserdem fällt 2020 der jährliche Kantonsbeitrag an die Gemeindevereinigung erstmals weg. Dieser betrug 300 000 Franken. Dazu kommt, dass die Gemeinde beim Finanzausgleich erstmals von der Empfänger- zur Gebergemeinde wird. «Wir zahlen netto 278 000 Franken», sagte Kunz. Die Gemeinde hat aber ein schönes Polster: Das Eigenkapital beträgt rund 15 Millionen Franken. Positiv sei, dass die Gemeinde aus dem vor Bundesgericht gewonnenen Rechtsstreit mit einer Grundeigentümerin die zurückgestellten 2,85 Millionen Franken wieder auflösen könne.

Fragen gab es einzig zu einem Investitionsbeitrag von 100 000 Franken an die Erneuerung der elektronischen Trefferanzeigen in den Schiessständen von Uffikon und Buchs. «Brauchen wir das?», fragte ein Bürger. Gemeindepräsident Philipp Bucher erklärte, die Gemeinde sei von den Schützenvereinen für einen Gemeindebeitrag angefragt worden. Beide Vereine seien im Dorfleben sehr aktiv und hätten erfolgreiche Jungschützen. Deshalb habe der Gemeinderat zugesagt. «Mehr als die Hälfte der Kosten tragen die Vereine aber selber», sagte der Gemeindepräsident. Es gab keine Opposition gegen den Beitrag.

Die Versammlung nahm Kenntnis vom Aufgaben- und Finanzplan 2020-23 und genehmigte das Budget 2020 einstimmig. Ohne Gegenstimmen sagten die Dagmerseller auch Ja zu Bruttoinvestitionen von 4,08 Millionen Franken, einer Teilrevision der Gemeindeordnung und einem neuen Reglement über die Abgabe von Betreuungsgutscheinen für Kinder im Vorschulalter. Der für den Bau zuständige Gemeinderat Urs Fellmann informierte anschliessend, dass die Firma Salt Mobile im September ein Baugesuch für die Aufrüstung einer bestehenden Mobilfunkantenne auf 5G gestellt habe.

Einspruch gegen die Aufrüstung auf 5G

Die Antenne befindet sich im Gebiet Stängelweid, nahe der A2, in der Nähe der Firma Misapor. Sie steht auf Land des Bundesamts für Strassen (Astra). Laut Fellmann gab es eine Einsprache mit vielen Unterschriften. Die Einsprecher verlangten eine Sistierung des Baugesuchs, bis der Bund einen Fachbericht über die gesundheitlichen Auswirkungen publiziert habe. Dieser ist nun erschienen. Laut Fellmann könnten negative Auswirkungen von 5G auf die Gesundheit nicht nachgewiesen werden.

Darauf meldete sich ein Bürger. Josef Rütter sagte, im Bericht des Bundes stehe auch, dass man die langfristigen gesundheitlichen Auswirkungen noch nicht kenne. «Die erste 5G-Antenne ist ein Präjudiz, weitere werden folgen.» Rütter wünschte sich, dass die Gemeinde «sensibler vorgehe» und viel mehr informiere.

Momentan liegt das Ausbaugesuch zur Vorprüfung bei der Dienststelle Umwelt und Energie des Kantons. «Die Baubewilligung muss wohl erteilt werden», sagte Gemeinderat Urs Fellmann, «man kann den Ausbau höchstens verzögern, aber nicht verhindern.»

Geheimnis um Kulturbatzen gelüftet

Gemeindepräsident Philipp Bucher enthüllte das Geheimnis, wer den diesjährigen Kulturbatzen erhält. Er machte es aber vorher sehr spannend. Schliesslich liess er die Katze aus dem Sack. Maria Vogel, seit über 40 Jahren Wirtin im Restaurant Kreuzberg, wird diesmal geehrt. «Für viele Dagmerseller ist ihre Gaststube wie ein zweites Wohnzimmer», sagte Bucher. Das Restaurant sei ein Stück Dagmerseller Kultur. Am 12. Januar wird Vogel, die für ihre Cordons bleus berühmt ist, der Batzen an einer Feier in der Arche verliehen.

Der Kulturbatzen wird seit 1994 an Vereine, Institutionen oder Einzelpersonen verliehen, die durch ihr Schaffen und Wirken das kulturelle Leben mitgestalten. Die Jahreszahl entspricht der Höhe des Batzens.

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