Geplante Feuerwehr-Fusion: Nachwuchs-Sorgen gemeinsam bewältigen

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Wollen künftig an einem Schlauch ziehen (v. r.): die Zofinger Stadträtin Christiane Guyer mit den Gemeinderäten Walter Schläfli (Strengelbach), Fredy Nater (Aarburg) und Werner Rudin (Oftringen). (Bild: pp)

Rund 40 000 Menschen leben in Aarburg, Oftringen, Strengelbach und Zofingen – jede Gemeinde verfügt über eine eigenständige Feuerwehrorganisation. Pro Jahr leisten die vier Feuerwehren über 250 Einsätze. Bereits heute arbeiten sie eng zusammen – beispielsweise, wenn es um die Tagesverfügbarkeit der Einsatzkräfte oder die Reinigung von Atemschutzgeräten geht. Diese Zusammenarbeit soll künftig viel weiter gehen: Die vier Gemeinden prüfen nächstes Jahr den Zusammenschluss ihrer Korps. Frühestens ab Januar 2022 könnte eine gemeinsame Organisation operativ sein.

Angestossen haben das Projekt die Gemeinden Aarburg und Oftringen. Vor allem Aarburg hatte in den letzten Jahren Mühe, genug Nachwuchs für die Feuerwehr zu finden, wie der zuständige Gemeinderat Fredy Nater sagt. Zwar hätten sich an der Jungbürgerfeier einige für die Feuerwehr interessiert – den Sollbestand erreichte diese aber trotz Neuzugängen nicht. Ausserdem stünden in den nächsten Jahren Investitionen an, beispielsweise beim Magazin. Daraus habe man zunächst die Zusammenarbeit mit Oftringen gesucht. Schliesslich sei die Idee entstanden, eine noch grössere Organisation ins Leben zu rufen.

Zusammengelegte Organisation bräuchte deutlich weniger Leute

Rekrutierungssorgen haben auch die anderen Feuerwehren. Hinzu kommt, dass die Siedlungen eng zusammengewachsen sind; «man sieht oft nicht mehr, wo die eine Gemeinde aufhört und die andere anfängt», sagt der Oftringer Gemeinderat Werner Rudin. Das habe auch für die Feuerwehren Konsequenzen: «Es geht nur noch miteinander.» Eine weitere Herausforderung ist der steigende administrative Aufwand. «Dieser entsteht aufgrund neuer Reglemente, Verordnungen und Gesetze wie beispielsweise beim Atemschutz», sagt Reto Graber, der am 1. Januar das Kommando der Stützpunktfeuerwehr Zofingen übernimmt. Unbestritten ist, dass man auch künftig auf das Milizsystem bauen will. «Wir wollen keine Berufsfeuerwehr», sagt dazu die Zofinger Stadträtin Christiane Guyer. Aber: «Mit einigen fest angestellten Personen könnten wir aber das Milizsystem entlasten.» Naheliegend wäre zum Beispiel eine gemeinsame Administration und Einsatzplanung; auch um die Gerätewartung könnten sich Profis kümmern. Geht es im Wesentlichen um ein Sparprojekt? «Nein, es geht um eine Investition die Zukunft», sagt Guyer. Klar sei aber auch, dass über die Jahre weniger Kosten entstünden; es bräuchte nicht mehr vier Magazine, der Fuhrpark könnte angepasst werden. Vor allem käme eine zusammengelegte Feuerwehr mit deutlich weniger Leuten zurecht; heute sind es in den vier Feuerwehren über 300.

«Die regionale Verankerung soll trotzdem erhalten bleiben, das ist uns wichtig», sagt der Strengelbacher Gemeinderat Walter Schläfli. Intensive Gespräche mit den Kommandanten haben bereits stattgefunden. «Sie sind in das Projekt involviert», so Schläfli weiter. Leiter des Projekts ist der Oftringer Feuerwehrkommandant Fernando Volken. Die zuständigen Gemeinderäte aus den vier Gemeinden bilden den Steuerungsausschuss.

In den nächsten Wochen und Monaten wird das Projektteam verschiedene Modelle des Zusammengehens prüfen. Dabei werde sich zeigen, welche Organisation die passendste sei, so Christiane Guyer.

Einem Zusammenschluss zustimmen muss auch die Aargauische Gebäudeversicherung. Das letzte Wort haben die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger: Geplant ist, ein Zusammenarbeitsmodell in einem Jahr vor die Herbst-Gemeindeversammlungen zu bringen.

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