Umgeknickte und angeknabberte Bäume sind gute Zeichen für Winznau

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Auf dem Aare-Inseli bei Winznau sind die Spuren des Bibers deutlich zu sehen. © Bruno Kissling

An der Aare in Winznau sind immer wieder umgeknickte Bäume zu sehen. Gefällt nicht durch Menschenhand, sondern durch den tierischen Landschaftsingenieur – wie Pro Natura ihn bezeichnet –, den Biber. «Die gefällten Bäume können als ein gutes Zeichen angeschaut werden», erklärt der Leiter der Aktion Biber & Co von Pro Natura, Peter Lakerveld. Die Aktion Biber gibt es seit 2018 und sie ist die Nachfolgeaktion von Hallo Biber, welche im Kanton Solothurn 2009 gegründet wurde. Sie kümmert sich um den Erhalt der Schweizer Gewässer, die auf ihrer Website als «bedrohte Lebensadern in unserer Landschaft» bezeichnet werden. Der Biber ist das Aushängeschild der Organisation, sie kümmert sich aber auch darum, «dass Auen und Fliessgewässer renaturiert, Feuchtgebiete aufgewertet und neue Tümpel, Teiche oder Feuchtwiesen angelegt werden», wie man auf ihrer Website lesen kann.

Der Biber wurde in der Schweiz Anfang des 19. Jahrhunderts ausgerottet. Erst in den 1950er-Jahren wurde er im Mittelland wieder angesiedelt. In den 1970er-Jahren sind die Letzten ausgesetzt worden. Heute leben ungefähr 3500 Biber in der Schweiz. «In den Voralpen gibt es noch Lebensraum für den Nager», erklärt Lakerveld. In unserem Land habe es für ca. 8000 Biber Platz. Seit ungefähr 25 Jahren ist er auch im Kanton Solothurn zurückgekehrt, heute leben schätzungsweise 400 Tiere hier. «Der Biber ist eine Schlüsselart für die Artenvielfalt entlang der Gewässer», so Lakerveld. Denn durch den Biber entstehen Lebensräume für Pflanzen und Tiere. «Mit dem Biber kommen auch Herausforderungen für den Menschen», weiss der Experte. So kann der Biber, wenn er einen Bach staut, ganze Felder überfluten und beispielsweise die Ernte der Bauern gefährden oder Keller überfluten. Er gräbt sich seinen Bau an Ufernähe, der Eingang ist immer unter Wasser. Das kann dazu führen, dass Wege und Strassen in Ufernähe beschädigt werden. Dies seien tatsächlich Probleme, die Lösungen verlangen. «Doch Frass von Feldfrüchten und auch gefällte Bäume sind Konflikte, die leicht verhindert werden können», so Lakerveld. Frassschäden entstehen, wenn die Biber die Ernte der Bauern anknabbern. «Er mag besonders Zuckerrüben», weiss Lakerveld. In Winznau sind im Sommer Spuren in den Maisfeldern, welche in der Nähe der Aare liegen, erkennbar. «Der Biber geht nie weiter als 20 Meter vom Ufer», weiss der Gemeindepräsident von Winznau, Daniel Gubler. So entstehen die Schäden in einem begrenzten Gebiet. «Der eine oder andere Baum wird angeknabbert oder gefällt», berichtet Gubler. Es entstehen minimale Aufräumarbeiten, die aber finanziell nicht ins Gewicht fallen. «Im alten, renaturierten Aarelauf sind Biberaktivitäten sogar erwünscht. Sie unterstützen die Artenvielfalt, da die gefällten Bäume Lebensraum für viele Tiere bieten», erklärt Gubler.

Dorfbach als neues Zuhause für den Biber?

Der Biber fällt besonders im Winter Bäume, da die Rinde und die Knospen an den Ästen Teil seiner Nahrung sind. Er nagt bevorzugt an Weichholz, wie beispielsweise an Pappeln. In Winznau sind die Pappeln, welche die Aare flankieren, mit Zaungeflecht geschützt, damit sie nicht angefressen werden. Heute wohnen die Winznauer Biber an der Aare. Die kleineren Bäche werden erst später besiedelt. Gubler geht davon aus, dass die Biber in Zukunft auch im Dorfbach wohnen werden. «Der Biber ist für unsere Gemeinde eine Bereicherung», sagt Gubler, obwohl er unauffällig in Winznau wohnt. «In der Dämmerung kann er durchaus an der Aare beobachtet werden». Seine Spuren sind jedenfalls gut sichtbar.

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