Neue Pläne im «Falken»: Italienische Bar statt Bärenkeller

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Italianità in Aarburg: Wirt Domenico Calarco (links) will im Falken ein gehobenes Restaurant eröffnen, Gemeinderat Dino Di Fronzo will so das gemeindeeigene Gebäude aufwerten. (Bild: jow)

Eigentlich hätten im Aarburger Falken, den die Gemeinde vor gut einem halben Jahr gekauft hat, schon seit Oktober Konzertabende stattfinden sollen. Bärenkeller-Betreiber Rolf Nyffeler wollte im Falken an der Bahnhofstrasse sein Konzertlokal wieder aufleben lassen und Gemeinderat Dino Di Fronzo war interessiert, aus dem Falken eine Art Kulturzentrum und Start-up-Lokal zu machen.

Doch diese Idee ist gescheitert. Nyffeler ist im Oktober aus dem Mietvertrag ausgestiegen. Zu hoch waren ihm die Umbaukosten. Bruno Hostettler, der Nyffeler mit dem Verein «zur Förderung kultureller Anlässe Aarburg» unterstützte, erklärt: «Als wir aber mit verschiedenen Handwerkern den Umbau planten, stellten wir fest, dass dieser für ein Provisorium zu aufwendig wird.»

Nicht zuletzt aufgrund der Brandschutzauflagen wäre der Umbau für eine fünfjährigen Zwischennutzung zu teuer geworden, meint Hostettler. Den Verein hatte er mit Kollegen gegründet, um Rolf Nyffeler die Weiterführung des Konzertlokals im «Bärechäller» zu ermöglichen. Nach der Kündigung des Lokals im «Bären» habe der Verein verschiedene Möglichkeiten geprüft und das erfolgversprechendste Projekt, den Falken, weiterverfolgt. «Wir wollten damit Rolf Nyffeler weiterhin unterstützen und etwas zum kulturellen Leben in Aarburg beitragen», sagt Hostettler. «Denn Nyffeler hat mit seinem Konzertlokal über die letzten Jahre unglaublich viel für Aarburg geleistet, ihm gebührt ein riesiges Danke!» Doch so ein Verein sei nicht auf Rosen gebettet. Und da man trotz mehrerer Versuche kein neues geeignetes Lokal gefunden habe, habe man den Verein nun aufgelöst.

Rolf Nyffeler selbst sagt: «Es ist schade, dass die Gemeinde nicht mehr investieren wollte, um im Falken ein Lokal wie den Bärenkeller zu ermöglichen.» Für eine Zwischennutzung sei es für ihn einfach zu teuer gewesen. «Ich suche immer noch nach einer Möglichkeit, mein Konzertlokal wiederzubeleben.»

Beim Coiffeur entstand eine völlig neue Idee

Auch Gemeinderat Di Fronzo findet es schade, dass Nyffelers Falken-Projekt nicht zustande kam. Gleichzeitig musste er feststellen, dass sein ursprünglicher Plan, aus dem Falken in einer Zwischennutzung eine Art Kultur- und Start-up-Haus zu machen, wohl gescheitert ist. «Die Idee, Projekte wie kleine Start-up-Firmen ins Haus zu holen, hat sich als schwierig erwiesen», sagt Di Fronzo.

Doch der Finanzvorstand hat schon ein neues Projekt aufgegleist. Entstanden ist die Idee quasi im Coiffeur-Salon. Dort kam Di Fronzo mit Domenico Calarco, dem italienischen Wirt des Central, das nur wenige Häuser neben dem Falken liegt, ins Gespräch. Calarco habe erzählt, dass er nach einem geeigneten Ort suche, um zu expandieren – der Falken würde zu diesen Plänen passen.

Calarco fand mithilfe von Di Fronzo schnell einen geeigneten Investor, einen Aarburger Unternehmer, der noch im Hintergrund bleiben will. Laut Di Fronzo konnte so ein Projekt entwickelt werden, bei dem viel Aarburger Herzblut drinstecke und Rendite-Überlegungen nicht zuvorderst stünden.

Entwickelt wurde ein Businessplan für eine gehobenes, stilvolles italienisches Gastro-Lokal. Dabei sollen gemäss Calarco die verschiedenen Räume des ehemaligen Restaurants Falken unterschiedlich genutzt werden. So soll einerseits ein Café mit Bar und Terrasse entstehen. Dazu kommt eine Lounge mit Raucherbereich; der Saal soll als Restaurant oder für Anlässe genutzt werden. «Es wird eine gute italienische Küche sein, mit Trüffeln, Meeresfrüchten oder Fisch», sagt Calarco. Der Name Falken soll bleiben. Er werde aber noch mit einem italienischen Zusatz ergänzt.

Di Fronzo ist glücklich mit dem neuen Plan für den Falken und gewillt, das ganze Erdgeschoss Calarco zu vermieten. «Es ist ein mutiges Konzept», sagt er. «Wenn das so zustande kommt, ist es eine Aufwertung des Städtlis – und das erst noch durch lokale Aarburger Investoren.» Vorerst ist ein fünfjähriger Mietvertrag vorgesehen. Doch Di Fronzo denkt mit den Investoren schon einen Schritt weiter. «Wenn das Gastro-Lokal erfolgreich ist, könnte es durch einen Hotelbereich ergänzt werden», sagt er. Bis dahin will Di Fronzo die Zimmer im Obergeschoss weitervermieten und ein langfristiges Konzept für die Liegenschaft erarbeiten.

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