Brugg-Gruppe verkauft Kabelwerk-Sparte an italienischen Energieriesen

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Blick in die Halle der Kabelwerke Brugg: Sie werden verkauft. (Archiv) © Michael Hunziker

Das Aargauer Industrieunternehmen Brugg Group verliert ihr Herzstück. Sie verkauft die Mehrheit am Kabelgeschäft an den grössten Stromnetzbetreiber Europas – den italienischen Konzern Terna. Das gaben die Kabelwerke Brugg und Terna heute Freitag an einer gemeinsamen Medienkonferenz bekannt.

Über den Kaufpreis wollten die Vertreter keine Angaben machen. Die Brugg Group, die sich im Familienbesitz befindet, behält eine Minderheitsbeteiligung in unbekannter Höhe an der Kabelsparte. Die drei anderen Geschäftsbereiche Seiltechnik, Rohrsysteme, Prozessleittechnik und Immobilien, zusammen mit rund 1500 Mitarbeitern, verbleiben komplett bei der Brugg Group.

 
 
 

Das Kabelgeschäft leidet schon länger. Im Rahmen von Optimierungen wurden bereits 120 Arbeitsplätze abgebaut. Im Mai hatte die Brugg Groug angekündigt, dass sie einen Verkauf oder Teilverkauf der Kabelsparte prüft.

Der Käufer, den die Firma nun gefunden hat, ist eher ungewöhnlich. Denn Terna ist selbst kein Hersteller, sondern war bisher ein wichtiger Kunde der Kabelwerke. Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident und Patron der Brugg Group, sagte: «Terna ist der Partner, den wir wollten.» Trotzdem tue es ihm weh, den Teil des Unternehmens, mit dem alles begann, verkaufen zu müssen: «Ich würde lügen, wenn ich das nicht zugeben würde.»

320 Arbeitsplätze sollen in Brugg bleiben

Die Italiener sind mit 12 Personen zur Vertragsunterzeichnung nach Brugg gereist. Agostino Scornajenchi, Finanzchef von Terna, sagte: «Die Identität, Marke und Kultur der Kabelwerke Brugg wird unverändert bleiben.»

Es gebe keine Pläne, die 320 Arbeitsplätze von Brugg ins Ausland zu verlagern. Möglicherweise wird der Standort vom Kauf sogar profitieren. «Terna benötigt für sich selbst grosse Mengen an Kabeln, dies hat zur Folge, dass hier in Brugg mehr produziert werden muss», sagte Markus Fiechter, Verwaltungsrat der Brugg Group. «Der Standort Brugg wird also gestärkt.»

 
 

Im Besitz der Brugg Group bleiben die Immobilien der Kabelwerke, zum Beispiel jene direkt am Bahnhof. Ebenso der Bereich Industriekabel sowie die polnische Tochterfirma, die in Zukunft als «BRUGG eConnect AG» auftreten.

Brugg Kabel AG

Nach der Gründung 1896 entwickelte sich die Brugg Kabel AG, die unter dem Namen Brugg Cables auftritt, zu einem führenden Kabelhersteller der Schweiz. Brugg Cables ist weltweit über eigene Vertriebsgesellschaften oder Agenten vertreten. Der Hauptsitz des Unternehmens ist Brugg im Kanton Aargau.

Vom Systemgeschäft mit Hochspannungskabeln mit entsprechenden Verbindungsmuffen und Endverschlüssen über Mittel- und Niederspannungskabel- und Garnituren bietet Brugg Cables den Kunden das gesamte Produkt- und Dienstleistungssortiment zur Energieversorgung. Dabei ist Brugg Cables laut eigenen Angaben einer der wenigen Kabelhersteller weltweit, dem es gelingt, Kabelsysteme und Zubehör für die momentan höchste Spannungsebene von 550 Kilovolt herzustellen.

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