Aarburg: Biblische Figuren aus Draht und Wolle

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Karin Müller mit König Kaspar, den sie 2015 erstellt hat. Im Hintergrund König Balthasar. Bilder: Larissa Hunziker

Imposant thront die reformierte Kirche über Aarburg. Es ist still und dunkel dort oben, von unten funkelt das Städtchen. Ein Schein warmes Licht fällt aus den hohen Fenstern der Kirche. Wer sich in ihr Inneres wagt, dessen Blick fällt sogleich auf die Krippenlandschaft, die sich von den ersten Bankreihen die Treppenstufen hinauf ausbreitet. Sofort erkennt man den Stall, in dem Maria und Josef ihr Kind betrachten, das in einer Krippe liegt, flankiert von Esel und Ochse. Weiter hinten nahen die Heiligen Drei Könige, rund um den Stall haben sich Hirten versammelt.

Zu verdanken ist die aufwendig und detailgetreu gestaltete Krippenlandschaft einer Gruppe Aarburger Frauen rund um Karin Müller. 2011 nahm alles seinen Anfang. «Damals verspürten rund acht Frauen den grossen Wunsch, biblische Figuren für die Kirche anzufertigen», erzählt Müller. Mit der Unterstützung der damaligen Pfarrerin konnte Doris Abegg, die ein bekanntes Atelier für biblische Figuren führt, als Kursleiterin gewonnen werden. «Vom 16. August bis zum 14. September 2012 führten wir dann diesen Kurs durch. Jede Frau entschied sich für eine Figur, die sie erstellen wollte», sagt Müller. Sie hatte sich dabei für einen Hirten entschieden, in einem späteren Kurs fertigte sie Kaspar, einen der Heiligen Drei Könige.

Figuren haben einen Wert von bis zu 1400 Franken

Die Arbeit war aufwendig und zeitintensiv. «Die Figuren bestehen aus einem Drahtgestell, das mit Gazebinden umwickelt wird. Gestopft wird der Körper mit Watte. Die Hände der Figuren sind gegossen, die Füsse bestehen aus Blei.» Eine fertige Figur wiegt rund 13 Kilogramm und ist bis zu 72 Zentimeter gross. Danach ging es an die Auswahl der Stoffe für die Kleidung. Jede Figur trägt mehrere Schichten übereinander. «Es hat jeweils etwa vier bis fünf Stunden gedauert, bis man die richtigen Stoffe für seine Figur ausgesucht hatte», sagt Müller.

Die Frauen erstellten die Figuren alle in ehrenamtlicher Arbeit und übergaben sie ins Eigentum der Kirche. «Jede Frau hat einen Teil von sich selbst in diese Figur gesteckt, deshalb ist einem die eigene Figur sehr nahe», sagt Müller. Nicht nur für die Frauen sind die biblischen Gestalten wertvoll. «Eine Figur ist etwa 1200 bis 1400 Franken wert.» Gelagert werden sie deshalb in einem abschliessbaren Schrank.

Mehrmals jährlich nehmen die Frauen, heute sind es noch fünf, die Figuren hervor und stellen damit Szenen aus biblischen Geschichten dar. Auch die Landschaft wird entsprechend angepasst, damit das Ambiente stimmt. Das ist harte Arbeit, sind die Figuren doch relativ schwer. Von einem halben bis zu drei Tage, je nach Szene, sind die Frauen mit dem Aufstellen beschäftigt. Karin Müller wäre deshalb um weitere Unterstützung froh. «Wir würden uns freuen, wenn noch weitere Frauen, aber auch Männer, zu unserer Gruppe stossen würden.»

Für die Christnachtfeier von heute Abend haben die Frauen die Geschichte «Verkehrte Welt» von Regine Schindler nachgestellt. Darin geht es um einen Schafdieb, der gefangen und in die Stadt geführt wird, wobei er am Stall vorbeikommt, in dem Maria und Josef mit ihrem Kind untergekommen sind. «In dieser Geschichte geht es um Vergebung und darum, dass die Begegnung mit Jesus einen neuen Menschen aus einem macht», erzählt Karin Müller.

Noch bis zum Dreikönigstag bleibt die Krippenlandschaft bestehen. Anlässlich dieses Tages passen die Frauen die Szenerie an und stellen die Heiligen Drei Könige näher zur Krippe. Danach verabschieden sich die biblischen Figuren, bis sie an Karfreitag wieder in Erscheinung treten werden.

Gottesdienste / offene Kirche

Heute Abend, 24. Dezember, Christnachtfeier, 22 Uhr Mittwoch,

25. Dezember, Weihnachtsgottesdienst, 10 Uhr Dienstag,

31. Dezember, offene Kirche ab 23.30 Uhr Sonntag,

5. Januar, Gottesdienst zum Dreikönigstag, 10 Uhr, offene Kirche von 14 bis 17 Uhr

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