Auch mit 101 hat Marie Schärer stets ein Lächeln auf dem Gesicht

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Peter Urben (l.) und Urs Zingg (r.) gratulierten Marie Schärer herzlich. Bild: rew

Gut anderthalb Monate war der Waffenstillstand von Compiègne, der das Ende des Ersten Weltkrieges bedeutete, unterzeichnet, als Marie Schärer-Gerber am 30. Dezember 1918 das Licht der Welt erblickte. Am Montag konnte die älteste Murgenthalerin ihren 101. Geburtstag bei bester Gesundheit feiern. Im Alterszentrum Moosmatt in Murgenthal konnte Schärer die Glückwünsche der Gemeinde Murgenthal – übergeben von Vizeammann Peter Urben und Gemeinderat Urs Zingg – empfangen. Zusammen mit ihrem Sohn, dem Murgenthaler Gemeindeammann Max Schärer, seiner Frau Doris und deren Mutter Ruth Hofer ass sie im Anschluss ihr Feiertagsmenu, Kartoffelstock mit gespicktem Rindsbraten sowie Erbsen und Rüebli.

Aufgewachsen ist Marie Schärer auf dem Bauernhof Aare-Tränki in Fulenbach, zusammen mit sechs Geschwistern. Ihre Mutter verstarb früh mit 42 Jahren. Die jüngste Schwester, die Einzige, die nebst der Jubilarin noch lebt, war damals gerade einige Monate alt. Dem Vater eilte eine Schwester zu Hilfe, die ihn mit den Kindern auf dem Hof unterstützte. Nach der Schulzeit in Fulenbach und einer Anlehre als Damenschneiderin arbeitete sie einige Zeit als Schneiderin bei der Kleider Frey in Wangen bei Olten. Dort fertigte sie hauptsächlich Uniformen für die Schweizer Armee. Den Arbeitsweg absolvierte sie jeweils mit dem Fahrrad, denn einen Führerschein besass die 101-Jährige nie. «Auf das Autofahren habe ich nie viel gegeben», sagt sie und lacht. Ihre Schwiegertochter merkt an, dass das Lachen einfach zu ihrer Schwiegermutter gehöre. «Jeden Tag hat sie ein Lächeln auf dem Gesicht, selbst mit 101 noch», so Doris Schärer.

Marie Schärers Mann Paul, mit dem sie in dessen Elternhaus im Rank in Murgenthal wohnte, arbeitete während des Zweiten Weltkrieges als Werkzeugmacher bei Kern Aarau; das Unternehmen stellte für die Schweizer Armee Feldstecher her. Da er dort einer der wenigen Werkzeugmacher war, wurde er vom Aktivdienst verschont. Kam die Bestätigung, dass ihr Mann eine kriegswichtige Tätigkeit ausübte, zu spät, wurde er dennoch für einige Tage eingezogen.

Zwischenzeitlich führte Marie Schärer für etwa sieben Jahre auch den später als umgangssprachlich «Tschingge-Lädeli» bekannten Laden gegenüber dem Bahnhof Rothrist.

In ihrem Haus widmete sich Marie Schärer hingebungsvoll ihrem Garten. «Die gesamte Nachbarschaft wurde damals von ihr mit Gemüse versorgt, in ihrem Garten fehlte wirklich nichts», erinnert sich Doris Schärer. Gab es einmal kein Gemüse, sei Marie Schärer mindestens ebenso hingebungsvoll am Stricken gewesen – und habe die Nachbarschaft mit diesen Erzeugnissen eingedeckt.

Als Grund für ihr hohes Alter sieht Marie Schärer im Übrigen ihr Essverhalten. «Ich habe immer alles gegessen», so Schärer. Dazu immer hart gearbeitet und keinen Alkohol getrunken. Generell findet sie, dass das Essen früher besser war. «Damals hat man sich eben noch Zeit gelassen mit dem Kochen und alles selbst gemacht. Heute muss alles husch husch gehen, das schmeckt man einfach.»

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