Walliser Tourismus-Experte relativiert Image-Schaden wegen Ex-Miss Rigozzi

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Christa Rigozzi und ihre Vorwürfe auf Social Media lassen das Wallis nicht kalt. © CH Media

Ex-Miss-Schweiz Christa Rigozzi wollte Ende letzten Jahres mit Familie und Freunden einen Abend in der «Alpenrose» in Leukerbad verbringen. Doch die Online-Reservation misslang. Das flog auf, als sich die Tessinerin telefonisch nach Kindersitzen erkundigen wollte. Die Wirtin beteuert ihre Unschuld. Sie biete gar keine Reservierungen im Netz an. Nach heftigen Vorwürfen Rigozzis auf Social Media will der Tourismus-Chef des Walliser Ferienorts diese Woche den Parteien seine Vermittlungsdienste anbieten.

Nun ordnet im «Walliser Boten» vom Montag Michael Fux, Dozent für E-Tourismus an der Westschweizer Fachhochschule in Siders, die Feiertags-Episode aus wissenschaftlicher Sicht ein. Und der Forscher findet die Dynamik, welche die Geschichte angenommen habe, übertrieben. Dadurch, dass der «Blick» die Geschichte aufgenommen habe, «hat das Ganze gewisse Dimensionen erreicht».

Natürlich könne es immer wieder vorkommen, so Fux, dass Promis oder Ex-Prominente solche Situationen ein wenig ausnützten. Aber man müsse das Vorgefallene auch relativieren: «Persönlich hat der Vorfall die Wirtin sicherlich getroffen, aber ich glaube nicht, dass sich die Geschichte negativ auf ihren Betrieb auswirken wird», zitiert der «Walliser Boten» Wissenschafter Michael Fux. Denn sogenannte «Shitstorms» seien bereits nach wenigen Tagen Geschichte.

Nebst Ex-Miss Rigozzi wirft E-Tourismus-Dozent Fux aber auch der Wirtin eine gewisse Fahrlässigkeit im Umgang mit der Online-Buchungsplattform vor: «Wenn man einen entsprechenden Dienst abonniert und online buchbar sein will, muss man dies auch in den Betriebsablauf integrieren und regelmässig die E-Mails checken.» Daher rät er: «Lieber gar keinen Dienst anbieten als einen Dienst fahrlässig bewirtschaften.» Denn, so Fux: «Wenn man eine Online-Buchung anbietet, erwartet der Kunde, dass es auch funktioniert.» Dies auch, weil die Kundenerwartungen heutzutage grundsätzlich relativ hoch seien, gerade was Onlinebestellungen und -reservationen anbelangt. Die Wirtin will sich nicht mehr inhaltlich äussern zur Geschichte. Sie sei zu mitgenommen, schreibt der «Walliser Bote».

Ob es – entgegen allen bisherigen Beteuerungen Rigozzis – am Ende in der ersten Woche des neuen Jahres doch noch zur grossen Versöhnung zwischen der «Alpenrosen»-Wirtin und der bisweilen hitzigen Tessinerin kommt, steht derzeit noch in den Sternen. Und davon hat es ja im Walliser Kantonswappen bekanntlich viele.

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