Kulturraum Hirzenberg: Schokoladenklassik und sibyllinische Klänge

Verspielt-dynamische Meisterschaft: Das Trio Sora mit Angèle Legasa (Violoncello), Pauline Chenais und Clémence de Forceville (v.l.) eröffnet das Hirzenberg-Festival am 14. August. Bilder: zvg
Cellist Thomas Demenga ist am Freitag mit Pianistin Eunyoo An zu hören.
Das «A 4 Brass Quartett» aus Grossbritannien
Das Mondrian Ensemble mit Karolina Öhman, Ivana Pristasova und Petra Ackermann (v.l.).
Kühne Tonsprache: Die Basler Madrigalisten und das Arte Quartett bieten am 28. März ein analytisches Abenteuer.
Energetische Virtuosität: Teufelsgeiger Ilya Gringolts (u.r.) beehrt Zofingen am 15. August.

Ein 45-minütiges, knackiges Rezital zu Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag macht am 10. Januar, gleich nach der Generalversammlung, den Auftakt zum Konzertjahr der Kulturraums Hirzenberg 2020. Die Pianistin Eunyoo An und der Cellist Thomas Demenga werden Beethovens Kompositionen ideenreich und ausdrucksstark zum Leuchten bringen.

Am 16. Februar befühlt das Lausanner Ensemble Sargo mit «Chocolate» zeitgenössischen Komponisten aus Belgien und der Schweiz den Puls. Die Musik vibriert zwischen Asiatik und Orientalik, filigraner Textur und diskursiver Dramatik.

«Berührungsängste gibt es bei uns nicht»

Das Programm des Kulturraums Hirzenberg 2020 besticht wie jedes Jahr durch eine hohe Qualität, die ihren Ausdruck in einem breiten Klangspektrum findet. Einmal mehr sind die sieben Konzertabende und das dreitägige Hirzenberg-Festival mehr als eine Alternative zu einer Konzertreise ans KKL Luzern oder in die Tonhalle Zürich. Umso mehr als die Atmosphäre in Zofingen sehr ungezwungen und viel weniger förmlich ist.

«Unsere Gäste schätzen es sehr, nach den Konzerten zu Landjäger, Käse, Früchten und einem Glas Wein die Solisten direkt anzusprechen. Berührungsängste gibt es bei uns nicht», erläutert Yolanda Senn Ammann. Die organisatorisch beschlagene Präsidentin des Vereins kann sich fachlich auf ihren Mann, den Komponisten Dieter Ammann verlassen. Die Auswahl 2020 präsentiert neben bewährten Stammgästen mit Neuigkeiten aus dem Experimentenkoffer auch einige frische und innovative Talente. Eine solche Entdeckung ist der iranische Komponist Mehdi Hosseini. Der Mann, der aus der persischen Tradition, so etwa aus dem modalen persischen Musiksystem Dastgah, unerhört betörende Klangbilder schöpft, erhält am 20. März die Carte Blanche. Das Zürcher Ensemble für Neue Musik hat bei ihm eine Komposition bestellt und wird dieses mit viel Verve zur weltweiten Uraufführung bringen.

Einen ebenso analytisch präzisen wie lebendigen Hörgenuss versprechen am 28. März die vom Arte-Saxophon-Quartett begleiteten Basler Madrigalisten mit ihrem Ausflug ins progressive Musikschaffen der Renaissance. Das Programm zur Faszination der 12 Sibyllen stellt Orlando di Lassos (1532-1594) Prophetiae Sibyllarium mit ihrer kühnen chromatischen Tonsprache in Kontrast zu Franz Rechsteiners 1936 eigens dazu komponierten Kontrapunkten.

Am 17. Mai feiert das Mondrian Ensemble mit den drei Streicherinnen Ivana Pristasova (Violine), Petra Ackermann (Viola) und Karolina Öhman (Violoncello) ihr Zofinger Revival. Es spannt den Bogen zwischen klassischer Streichmusik und ebenso performativen wie szenischen Werken aus dem zeitgenössischen skandinavischen Musikschaffen.

Ensemble Together am Hirzenberg-Festival

Besonders nahrhafte Klangerlebnisse fürs Ohr bietet zum Saisonhöhepunkt vom 14. bis 16. August das Hirzenberg-Festival «Ensemble Together» im und beim Zofinger Stadtsaal. Der Freitag gehört dem Trio Sora mit Clémence de Forceville (Violine), Angèle Legasa (Violoncello) und Pauline Chenais (Klavier). Blutjunge Meisterschaft verrät hier ihr Gehör für die Komponisten Mendelssohn, Murphy und Beethoven.

Der in Zürich beheimatete russische Teufelsgeiger Ilya Gringolts erntet mit seinem Quartett seit Jahren höchstes Lob für Auftritte und Einspielungen auf Tonträger. Die vier Streicher spielen allesamt auf Instrumenten aus dem 17. und 18. Jahrhundert und widmen sich mit purer Energetik Streichquartetten von Mozart, Schönberg und Schostakowitsch. Am Sonntag schliesslich spielen zum 25-jährigen Jubiläum der Schenk-Stiftung die diesjährigen Preisträger «Trio avac Piano», «Cubeat Percussion Duo», Stefanie Knorr und Aimi Sugo sowie Keybart Ensemble zu vier Kurzkonzerten von je 30 Minuten auf. Die Stückauswahl ist noch offen.

Wie warm und subtil Kammermusik in Blech klingen kann, zeigt der 15. Oktober mit Carte Blanche für Ursula Jones. «Ursulas Choice» versammelt mit dem «A 4 Brass Quartett» herausragende britische Musiker in Zofingen. Ganz der jungen Garde U-30 gehört schliesslich das Abschlusskonzert. Am 5. Dezember laden die Violinistin Lucie Koci und die Pianistin Marina Vasylyeva zum Ohrenschmaus.

Yolanda Senn Ammann freut sich: «Auch an der Konzertsaison 2020 kann sich das Publikum von virtuoser Musik mitreissen lassen, für ein entsprechend entspanntes Ambiente ist garantiert.»

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