Wer «slamt» sich ins Finale der Aargauer U20-Poetry-Slam-Meisterschaft 2020?

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Auch Slam-Poetin Claudia Blöchliger aus der Klasse 3A der Kantonsschule Zofingen kämpft am 16. Januar um den Einzug ins Finale. Bild: zvg
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«Es gibt kein Rezept für einen guten Slamer. Es gibt nur einen Slamer mit gutem Rezept.» Sara Nafzger, Slamerin aus Zofingen
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«Ich freue mich auf die Bühne zu kommen und den Zuschauern gute Laune zu bringen.» Emina Grbesic, Slamerin aus Aarburg
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Dominik Muheim, Slam-Poetry-Schweizermeister 2017, moderiert die Vorrunde. Bild: zvg

Am Donnerstag gehört die Bühne im Oxil in Zofingen ganz den literarischen Nachfolgern grosser Dichter. Doch ganz so ernst und lyrisch wird die Vorrunde der Aargauer U20-Poetry-Slam-Meisterschaften dann doch nicht. Sechs Slamerinnen und ein Slamer kämpfen um den Einzug ins Finale, das am 20. Februar im Kiff in Aarau stattfindet. Dort wird der Titel «Aargauer U20-Poetry-Slam-Meister 2020» vergeben. Der Titel berechtigt zur Teilnahme an den Schweizer U20-Meisterschaften 2020 in Basel und an den deutschsprachigen U20-Meisterschaften 2020 in Darmstadt.

Ihr Talent im Oxil beweisen möchten unter anderem die Zofingerin Sara Nafzger und die Aarburgerin Emina Grbesic. Die ersten Erfahrungen haben beide im Workshop an der Kanti Zofingen mit Dominik Muheim gesammelt. «Dominik ist Slam-Poetry-Schweizermeister 2017 und ein absoluter Profi», so Petra Finschi, die die Fachschaft Deutsch leitet. Im Vorfeld habe sie mit ihren Fachschaftskolleginnen und -kollegen die ganze Schülerschaft aufgerufen, an der Vorrunde teilzunehmen. Für sie passe der Poetry Slam wunderbar in den Lehrplan: «Gerade lyrische Texte, die sonst nicht so auf Begeisterung stossen, können so etwas ‹cooler› übermittelt werden», so Finschi.

Die erste Bühnenerfahrung als Slam-Poetinnen konnten die beiden Schülerinnen im Restaurant Ochsen an den Literaturtagen sammeln. «Es war nicht einfach, die Schüler für diese Auftritte zu begeistern», so Finschi. Texte zu schreiben und diese im geschützten Rahmen des Schulzimmers zu performen, mache vielen Spass. Doch alleine auf einer öffentlichen Bühne zu stehen und nur mit Stimme und Körpersprache einen Text zu performen, sei nicht jedermanns Sache.

Inspiration für Texte kommt von überall her

Für Sara Nafzger und Emina Grbesic war der Auftritt an den Literaturtagen der bislang einzige. Dabei wurde Nafzger Erste und Grbesic Zweite. «Erstaunlicherweise hatte ich bei meinem ersten Slam kein Lampenfieber», so Grbesic. Vorträge in der Schule würden sie nervöser machen als der Auftritt im Oxil. «Ich freue mich auf die Bühne zu kommen und den Zuschauern hoffentlich gute Laune zu bringen.» Anders verhält sich die Nervosität bei Sara Nafzger: «Ich bin immer nervös, aber ich versuche, eine gute Zeit auf der Bühne zu haben. Dann habe ich mein Ziel schon erreicht.» Bewertet werden sie von fünf bis sechs Personen, die zufällig im Publikum ausgewählt werden und Bewertungskarten erhalten.

An Inspiration für ihre Texte mangelt es beiden Kantischülerinnen nicht. «Ich bin ein sehr kreativer Mensch, mit fällt immer irgendetwas ein», so Sara Nafzger. Auch Emina Grbesic holt sich Inspiration von überall. So lässt sie sich hin und wieder auch von aktuellen Nachrichten in den Medien inspirieren oder beschreibt einfach ihren Alltag auf unterhaltsame Weise. Für Petra Finschi spielt das Publikum eine grosse Rolle: «Der Inhalt muss das Publikum ansprechen und berühren. Es sollte sich im Text wiedererkennen.» Für einen erfolgreichen Slam-Poeten gilt: «Auf der Bühne sollte er sich selbst sein und eine natürliche Selbstsicherheit ausstrahlen», so Finschi. Für Emina Grbesic habe ein guter Slamer Spass am Schreiben und am Auftreten. «Ausserdem sollte er sich keine Gedanken machen, welchen Platz er erreicht.» Für Sara Nafzger ist Slam-Poetry sehr vielseitig und deshalb auch schwierig, einen guten Slamer zu beschreiben. Eines weiss sie jedoch: «Es gibt kein Rezept für einen guten Slamer. Es gibt nur einen Slamer mit gutem Rezept.»

Was ist ein Poetry Slam?

Ein Poetry Slam ist ein Wettbewerb der Bühnendichter. Er ist eine Veranstaltungsform, bei der verschiedene Künstlerinnen und Künstler mit selbst geschriebenen Texten gegeneinander antreten. Oft wird auch von einem modernen Dichterwettstreit gesprochen – wobei der altbackene Klang womöglich falsche Erwartungen weckt. Denn Lyrik ist bloss eine von vielen Facetten, die einen beim Slam erwartet. Von herzergreifenden Geschichten über charmant-witziges Storytelling bis hin zu Rap-Lyrics ist nahezu alles denkbar. Meist achten die Veranstalter auf eine ausgewogene Mischung, sodass es zu starken Stil- und Stimmungswechseln kommt. Ein Poetry Slam ist also immer auch ein bisschen Überraschungsei. Das Publikum erhält dabei die Jurymacht und bestimmt über Gewinner und Verlierer. (pd/kpe)

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