Neue Masten für 5G oft unnötig dank «Chip-Tuning» für Mobilfunk-Antennen

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Optisch unterscheiden sich 5G-Antennen für den Laien nicht von jenen der Generationen 3 und 4 – hier das Zofinger Stadthaus mit einem unbekannten Antennentyp. (Bild: bkr)

5G – so heisst die neue Mobilfunktechnologie. Viele Bürgerinnen und Bürger fürchten um ihre Gesundheit. Was sie kaum wissen: Die 5G-Antennen sind bereits da und ihre Zahl wächst rasant. Im Mai 2019 berichtete das Zofinger Tagblatt über parlamentarische Vorstösse im Grossen Rat. Damals wies die Antennenstandortkarte des Bundesamts für Kommunikation (Bakom) für den Bezirk Zofingen fünf 5G-Masten aus. Gestern ergab ein Aufruf der Karte 27 Antennen.

So viele wurden doch gar nicht bewilligt? Stellt man auf ordentliche Baubewilligungen in den Gemeinden ab, ist dem so. Nur: Rüstet einer der drei 5G-Anbieter Swisscom, Salt und Sunrise eine seiner Antennen so um, dass mit der neuen Technologie die Strahlung nicht zunimmt, wickelt das Aargauer Baudepartement das Gesuch nach Vorgaben des Bundes im Bagatellverfahren ab. Hier geht es, wie der Regierungsrat in einer Interpellationsantwort festhält, um die Prüfung, ob die Vorgaben der nationalen Verordnung zum Schutz vor nicht ionisierenden Strahlen eingehalten werden. Erst wenn dies nicht zutrifft – oder für eine neue Antenne – , kommt es zum «normalen» Baubewilligungsverfahren.

Software-Upgrade sorgt für mehr Tempo

Beim Auto spricht man von Chip-Tuning – wenn mit einem Software-Upgrade dem Wagen mehr Leistung entlockt wird. Genau dies lässt sich auch mit den Antennenanlagen von 4G (dem bisher leistungsstärksten Mobilfunkstandard) machen. Mit einer per Ende 2019 aufgespielten Software entstand ein Netz namens «5G Wide». Bei diesem handle es sich um eine Basisversion von 5G, die – wie die Swisscom zugibt – zwar schneller als 4G (auch als LTE bezeichnet) ist, aber langsamer als das «richtige» 5G namens «New Radio».

Weshalb wird dieser Trick angewendete? Weil mit dessen Hilfe die Swisscom ihr Ziel, 90 Prozent der Bevölkerung mit 5G versorgen zu können, erreicht. Seit Jahresbeginn sei das gesamte Mittelland zwischen Zürich und Genf erschlossen. Gelten in den Kantonen Genf und Waadt nicht 5G-Moratorien? Eigentlich schon, heisst es bei der Swisscom. «Aber für das Software-Upgrade einer Sendeanlage ist keine Baubewilligung nötig.»

Apropos «New Radio»: 5G wird nicht deshalb mit grossem Tempo forciert, weil sich mit ihm Spielfilme rascher herunterladen lassen. 5G ist eine Schlüsseltechnologie für die Industrie 4.0. Mit «New Radio» führt eine Maschine so rasch die erteilten Befehle aus, dass der Mensch keine Verzögerung wahrnimmt. Angesprochene Geräte reagieren in Echtzeit – ein Anwendungsbeispiel ist das selbstfahrende Auto.

 

Zur interaktiven Karte (oben): Grüne Kreise – die sich teils überlappen – zeigen Standorte erstellter 5G-Antennen. Bakom (21.1.2020)

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