Letztlich war aller Widerstand vergeblich: «Krähenbaum» nun doch gefällt

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Trauer: Am Sonntag stand eine Grabkerze auf dem Baumstrunk. © Nadja Rohner

Man riecht es. Holz, frisch gesägt, noch feucht. Und man sieht die Sägespäne, die hellen Schnittflächen, die verwunderten Blicke in den Gesichtern der Passanten angesichts der Grabkerze, die da auf einem Baumstrunk steht.

Das Kantonsspital Aarau hat den «Krähenbaum» fällen lassen. Genau genommen nicht nur ihn, sondern auch noch einige weitere teils grosse Bäume auf dem Areal. Aber am «Krähenbaum» hingen die Menschen.

Das hatte sich vor fast genau zwei Jahren gezeigt. Ende Januar 2018 entschied der KSA-Verwaltungsrat, die rund 100 Jahre alte Rotbuche direkt vor dem Haupteingang zum Haus 1 zu fällen – weil in ihrer Krone zahlreiche Krähen nisteten. Die Krähen erfreuten und nervten die Passanten und Patienten und Spitalangestellten zwar gleichermassen, weil sie einerseits spannend zu beobachten, andererseits aber auch laut sind. Jedoch: Ihr Kot direkt auf dem Weg unter dem Baum und somit direkt vor dem Spitaleingang, der störte und beschäftigte den Hausdienst über die Massen. Der Baum sollte also weg.

Menschenkette verhinderte Fällung der Rotbuche

Als das KSA damals die Fällung KSA-intern ankündigte, brandete ein Sturm der Entrüstung auf. Innert kürzester Zeit organisierten Naturschützer und Spitalangestellte eine Demonstration, bildeten eine Menschenkette um den Baum und forderten in Sprechgesängen: «De Baum muess läbe.» Die Firma, die schon zum Fällen angerückt war, musste unverrichteter Dinge wieder abziehen, der Verwaltungsrat streckte vorübergehend die Waffen.

Dass der Baum nun trotzdem weggekommen ist, liegt daran, dass es nicht mehr um Vogelkot und Lärm geht. Der Baum steht dort, wo der neue KSA-Hauptbau hinkommt. Diverse Gebäude, ebenfalls im künftigen Baufeld gelegen, mussten bereits weichen. Klar, dass das auch für den Krähenbaum – nebst rund zwei Dutzend anderer Bäume auf dem Areal – gelten würde. Das KSA kündigte das bereits vor Monaten an. Betont wurde damals aber auch, dass der Pflanzenbestand nach der Fertigstellung des 563 Millionen Franken teuren Neubauprojekts wieder mindestens auf dem heutigen Niveau sei. Die Parkfläche selber werde um 20'000 Quadratmeter erhöht, hiess es.

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