Der Fluch der Güttingersreuti führt zur ersten Niederlage des Jahres

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EHCO-Stürmer Jewgeni Schirjajew (im weissen Shirt) wird unter Druck gesetzt. (Bild: Freshfocus)

Nein, dieser Gegner scheint dem EHC Olten einfach nicht zu liegen. Hartnäckig und aufsässig in den Zweikämpfen, eiskalt und effizient in den Abschlüssen. Der EHC Olten verliert beim HC Thurgau mit 1:3. Mit der ersten Niederlage des Jahres reisst die Serie von sieben Siegen. Bereits Mitte November hiess der Spielverderber Thurgau, der damals eine Serie von acht Siegen beendete.

Der Fluch der Güttingersreuti. Der EHC Olten tut sich schwer in der Ostschweiz, die letzten vier Auswärtsspiele gingen verloren. «Sie spielen simpel, aber gut – Scheibe tief und Druck ausüben», konstatierte Trainer Fredrik Söderström. Er sei enttäuscht, denn eigentlich hätten sie gut begonnen. Doch plötzlich hätten sie die Puckkontrolle verloren, «was uns eigentlich in den letzten 15 Spiele so stark machte.»

Drei individuelle Fehler, drei Gegentore
Tatsächlich schlichen sich nach einem Start, in dem der EHCO den Ton angab, allmählich Fehler ein. Erst spielten Daniel Eigenmann und Anthony Rouiller haarsträubende Pässe in der Angriffsauslösung, die noch unbestraft blieben. Doch danach bringt der EHCO in einer Unordnung die Scheibe nicht aus dem Drittel, worauf Simon Lüthi in der Vorwärtsbewegung seinen Gegenspieler Michael Loosli vergass, der einnetzte. Auch beim 0:2 stimmte nach einem individuellen Fehler die Zuordnung nicht. Und schliesslich glitt Philipp Rytz im dümmsten Moment aus, liess sich die Scheibe abluchsen, worauf im Konter der sonst überragende Torhüter Silas Matthys mit der Fanghand daneben griff und den Abpraller passieren liess.

Dass aber die Oltner dennoch bis zur letzten Minute im Spiel blieben, spricht für die Powermäuse. Mit Garry Nunns 1:3-Powerplay-Treffer aus seiner gewohnten Abschlussposition keimte Hoffnung auf. Und weil sich die Thurgauer nur noch mit Strafen zu wehren wussten, hätte der EHC Olten mit etwas Effizienz aus sechs Minuten Überzahl zurück ins Spiel finden können. Doch dazu kam es nicht, weshalb selbst ein Söderström-Timeout und ein sechster Feldspieler trotz 13:5-Torschüssen im Schlussdrittel nicht mehr zur Wende verhalfen.

«Wir hätten im Powerplay effektiver sein müssen. Das war nicht gut genug», bilanzierte Söderström, «aber heute ist Bescheidenheit unser Schlüsselwort. Eine solche Niederlage gehört zum Erfolg dazu. Es braucht in einer langen Saison hin und wieder eine Ohrfeige, damit man demütig bleibt und man sich wieder bewusst wird, was es für einen Sieg braucht. Solange wir daraus lernen und solange wir bescheiden bleiben, kann ich mit dieser Niederlage leben.»

Angriff auf Platz eins, Verteidigen von Platz zwei
Erfreulich war, dass mit Philipp Rytz ein Leader zurück ins Team fand, nachdem er die vergangenen vier Spiele verletzungsbedingt fehlte. Er habe sich gut erholen können, fühle sich körperlich gut, auch wenn er den Rhythmus wieder finden müsse. Er sei froh, habe das Team auf die Ausfälle von Stan Horansky, Dion Knelsen und ihm hervorragend reagiert. «Es ist schön zu sehen, dass wir eine grosse Einheit sind und auch mal andere Spieler aufstehen können», so der Captain.

Mit der 1:3-Niederlage lässt der EHC Olten vor dem grossen Knüllerspiel vom Mittwoch zuhause gegen den EHC Kloten (19.45 Uhr) den Leader wieder auf fünf Punkte davonziehen, der beim 9:1-Sieg gegen Biasca Ticino nichts anbrennen liess. Und aus dem Angriff auf Platz eins wird für die Oltner plötzlich auch ein Verteidigen von Platz zwei. Denn Ajoie rückt auf zwei Punkte heran. Verliert der EHCO das kapitale Spitzenspiel zuhause gegen Kloten, droht plötzlich Platz drei.

Thurgau - Olten 3:1 (2:0, 1:0, 0:1)
Güttingersreuti. – 1356 Zuschauer. – SR: Eichmann/Erard, Steenstra/Gurtner. – Tore: 10. Michael Loosli (Janik Loosli) 1:0. 15. Spannring (Altorfer, Rehak) 2:0. 21. Spiller (Connor Jones) 3:0. 43. Nunn (Rouiller, Schirjajew/Ausschluss Collenberg) 3:1. – Strafen: 7-mal 2 Minuten gegen Thurgau, 4-mal 2 Minuten gegen Olten.
Thurgau: Schwendener (Aeberhard); Seiler, Parati; Wildhaber, Scheidegger; Collenberg, Fechtig; Engeler, Frei; Kellen Jones, Connor Jones, Spiller; Hobi, Brändli, Merola; Spannring, Rehak, Altorfer; Janik Loosli, Rundqvist, Michael Loosli.
Olten: Matthys (Simon Rytz); Philipp Rytz, Rouiller; Eigenmann, Weisskopf; Sartori, Lüthi; Elsener; Schirjajew, Knelsen, Nunn; Wyss, Rexha, Schwarzenbach; Fogstad Vold, Rudolf, Haas; Weibel, Salzgeber, Lanz; Weder.
Bemerkungen: Olten ohne Horansky (verletzt), Heughebaert (abwesend) und Maurer (überzählig).

Das Restprogramm der Top 3:
Olten: Kloten (h), GCK Lions (h), Winterthur (a), Biasca Ticino (h).
Kloten: Olten (a), Langenthal (a), Visp (h), Thurgau (a).
Ajoie: Sierre (h), Thurgau (a), La Chaux-de-Fonds (h), EVZ Academy (a).

Alle Spiele und die Tabelle der NLB finden Sie hier.

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