Das Oltner Kleinholz im rot-weissen Kleid

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Eine talentierte «Prospect»-Nationalmannschaft in einem packenden Spiel im Kleinholz gegen Deutschland. (Bild: Marc Schumacher/freshfocus)

Die Nationalspieler werden von Junioren des EHC Olten auf das Eis geführt, die Hymne erklingt aus den Boxen, begleitet von mitträllernden Schweizer Fans. Das Kleinholz-Stadion hat sich herausgeputzt, zeigt sich im rot-weissen Kleid. Nichts deutet in diesem Moment daraufhin, dass hier in wenigen Tagen schon wieder der Swiss-League-Alltag einkehrt. 

Für einige Stunden zählt nur die Schweizer Eishockey-Nati. Sie ist im Rahmen des «Prospect-Camps» eine Woche zu Gast in Olten und duelliert sich als Höhepunkt mit Deutschland, erst bei einem Abstecher in Herisau, tags darauf in Olten. Dass das Schweizer Nationalteam, das im Hotel Arte nächtigte, in Olten auftritt, ist zu einer Seltenheit geworden. Konkret kam dies letztmals am 7. April 2010 vor. Allerdings war das vor zehn Jahren eine völlig andere Ausgangslage. Damals stand vor 3520 Zuschauern das Debüt von Trainer Sean Simpson im Fokus des WM-Testspiels gegen Tschechien (4:1). Im Tor stand Daniel Manzato, die Tore schossen Thibaut Monnet, Dario Bürgler (2x) und Romano Lemm.

Aus einem Tischgespräch wurde Realität

Gestern waren Tore der «Prospects», also der stärksten Schweizer Nachwuchsspieler, die mit solchen Trainingscamps schrittweise an das höchste Niveau des Nationalteams herangeführt werden sollen, eher zweitrangig. «Wir müssen Spieler weiterentwickeln, egal ob die WM zu Hause ist oder auswärts stattfindet», sagte Nationaltrainer Patrick Fischer vorgängig, der die Woche als «enorm wichtig» bezeichnete. Den grössten Nutzen sieht er darin, dass «wir die Spieler kennenlernen und sie uns sowie das System.»

Die Idee, ein internationales Spiel in Olten auszutragen, kam beim EHCO zufällig in einem Tischgespräch im Rahmen der Lonza-Stadioneröffnung in Visp auf. Irgendwann schlugen der Eishockeyverband und Oltens Geschäftsführer Patrick Reber die Nägel ein. Die Organisation war für den EHC Olten mit einem Mehraufwand verbunden, «weil wir aber auf unser bestehendes funktionierendes Konzept zurückgreifen konnten, blieb der Aufwand in einem überschaubaren Rahmen», so Reber, der sich freut, den einheimischen Fans ein attraktives Angebot über den Swiss-League-Alltag hinaus anbieten zu können. «Dass die Nati im Heim-WM-Jahr einen Zwischenstopp in Olten einlegt, ist ein sehr schönes Zeichen.»

Nationalmannschaft in alle Regionen tragen

Schon seit längerer Zeit verfolgt der Eishockeyverband die Absicht, die Nationalmannschaft in alle möglichen Regionen der Schweiz zu tragen, bestätigt Manuela Hess, Sprecherin von Swiss Ice Hockey, auf Anfrage. «Wichtigste Voraussetzung ist immer, dass infrastrukturelle und TV-technische Anforderungen erfüllt sind.» Es war denn ein gewisser Anreiz der Oltner Führungscrew vorhanden, «zu beweisen, dass wir auch für solche Spiele eine absolut intakte Infrastruktur haben», sagt Reber, der nicht zuletzt aufgrund einer beruflichen Vergangenheit bei Swiss Ice Hockey bestens vernetzt ist.

Beim Verband wird die Zusammenarbeit mit den Vereinen geschätzt: «Ohne einen ansässigen Klub und dessen Unterstützung wäre es uns nicht möglich, ein Länderspiel zu organisieren. Wir nutzen die komplette Infrastruktur inklusive Helfer des Klubs. Dies beinhaltet auch das Sicherheitspersonal, den Eismeister, die Zeitnehmer, die Technik oder das Kassenpersonal. Der Klub organisiert zudem die gesamte Zuschauerverpflegung wie an einem normalen Spieltag in der Liga.» Im Rahmen des Länderspiels teilen sich der ansässige Verein sowie Swiss Ice Hockey nicht nur die Organisation, sondern auch die anfallenden Kosten – und somit auch das wirtschaftliche Risiko, wobei gleichzeitig auch einen allfälligen Gewinn geteilt wird.

3512 Matchbesucher werden von den Organisatoren gestern Abend gezählt. Und sie kamen auf ihre Kosten: Das talentierte Schweiz «Prospect»-Team schlägt in einem packenden Spiel Deutschland 2:1 nach Penaltys. EHCO-CEO Patrick Reber zieht ein überaus positives Fazit: «Zufriedene Fans. Eine tolle Stimmung, Spannung bis zum Schluss mit dem glücklicheren Ende für die Schweiz. Besser könnte es nicht sein.»

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