Alkohol, Stress, Bewegung: So fühlen sich die Aargauerinnen und Aargauer

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Eine Studie zeigt wie gesund sich Aargauerinnen und Aargauer fühlen. Sie enthält unter anderem Fakten zum Alkoholkonsum. © Urner Zeitung

Seit 1992 führt der Bund alle fünf Jahre eine Schweizerische Gesundheitsbefragung durch. Befragt werden Personen ab 15 Jahren, die in privaten Haushalten leben, einschliesslich Ausländerinnen und Ausländer. Zum ersten Mal liegen nun repräsentative Daten zur Gesundheit der Aargauer Bevölkerung vor.

Der Kanton hat bei der Gesundheitsbefragung 2017 eine erweiterte kantonale Stichprobe in Auftrag gegeben, wie das Departement Gesundheit und Soziales mitteilt. Eine solche Stichprobe hat der Kanton auch bei der Schweizer Schülerinnen- und Schülerbefragung im Jahr 2018 in Auftrag gegeben. In dieser Studie werden 11- bis 15-jährige Schulkinder zu ihrer Gesundheit und ihrem Gesundheitsverhalten befragt.

Die nun vorliegenden Daten zum Kanton Aargau erlaubten, wichtige Entwicklungen frühzeitig zu erkennen. Sie seien zudem wegweisend für die Weiterentwicklung der bestehenden kantonalen Schwerpunktprogramme in der Gesundheitsförderung, heisst es in der Mitteilung weiter. Die kantonale Fachstelle Sucht werde die Trends und Herausforderungen in ihrer Präventionsarbeit und bei den Beratungsangeboten ebenfalls berücksichtigen.

Schulkinder trinken und rauchen weniger

9,6 Prozent der Aargauerinnen und Aargauer trinken täglich Alkohol. Auffällig ist, dass der tägliche Konsum bei den über 65-Jährigen mit 22,2 Prozent weitaus stärker verbreitet ist als in anderen Altersgruppen. Rund ein Viertel der Aargauer Bevölkerung raucht täglich oder gelegentlich. Männer greifen dabei etwas häufiger zur Zigarette als Frauen. Die Geschlechterunterschiede haben sich aber in den letzten zehn Jahren verringert. Der Anteil rauchender Frauen hat zugenommen, jener der Männer abgenommen.

Alkohol ist auch bei Schulkindern verbreitet. Die Studie zeigt, dass 11,1 Prozent der 15-jährigen Jungen und 3,9 Prozent der gleichaltrigen Mädchen mindestens einmal pro Woche Alkohol trinken. Im Vergleich zu 2002 ist allerdings eine deutliche Abnahme zu verzeichnen. Bei den Jungen um 19,3 Prozent und bei den Mädchen um 14,3 Prozent.

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Schulkindern beim Tabak: Rauchten 2002 noch 17,7 Prozent der 15-jährigen Jungen und 15,2 Prozent der Mädchen täglich, waren es 2018 noch 3,5 Prozent der Mädchen und 5,6 Prozent der Jungen.

Das Zusammenspiel von Sensibilisierung und Jugendschutz zeige Wirkung, heisst es in der Broschüre des Kantons. Trotzdem müsse im Auge behalten werden, dass die meisten Minderjährigen Alkohol und
Tabak über Bekannte bezögen und sich neue Suchtmittel und Suchtformen entwickelten.

Stress am Arbeitsplatz ist weit verbreitet

2017 litten 20,2 Prozent der Aargauer Erwerbstätigen an ihrem Arbeitsplatz immer oder meistens unter Stress. 15- bis 39-Jährige sind öfters betroffen (24,7 Prozent) als 40- bis 64-Jährige (17,4 Prozent). Der Anteil der gestressten Erwerbstätigen hat im Vergleich zu 2012 zugenommen.

Damals gaben 14,6 Prozent der befragten Personen an, dass sie immer oder meistens unter Stress leiden würden. Zunehmend ist am Arbeitsplatz auch Multitasking gefragt. Rund die Hälfte der Befragten berichtete, dass sie immer oder meistens mehrere Dinge gleichzeitig machen müssten. 

Der Stress beginnt dabei schon im Kindesalter. 22 Prozent der Aargauer Schulkinder fühlen sich durch die Arbeit für die Schule einigermassen oder sehr gestresst. 15-jährige Schülerinnen und Schüler fühlen sich häufiger gestresst als 11-jährige. Eine grosse Mehrheit der Aargauer Schulkinder (87,7 Prozent) beschreiben ihren Gesundheitszustand allerdings als gut oder ausgezeichnet.

Jede Dritte fühlt sich einsam

Im Rahmen der Studie wurde auch untersucht, wie es um die psychische Gesundheit der Aargauerinnen und Aargauer steht. Jede siebte Person (13,3 Prozent) fühlt sich psychisch belastet. 34,5 Prozent der befragten Personen berichtete von Depressionssymptomen. Bei 26,8 Prozent sind es leichte und bei 7,7 Prozent mittlere bis schwere Symptome. 6,2 Prozent waren wegen eines psychischen Problems in Behandlung. Dieser Anteil nimmt seit der ersten Erhebung im Jahr 1997 stetig zu.

Anders verhält es sich mit der Einsamkeit. Der Anteil Personen, die sich einsam fühlen, hat sich seit der ersten Erhebung kaum verändert. 33,6 Prozent der Befragten gaben an, sich einsam zu fühlen. Besonders häufig betroffen davon sind Frauen (38,4 Prozent), Personen ohne eine nachobligatorische Schulbildung (43 Prozent) und 15- bis 39-Jährige (37,5 Prozent).

Gesundes Essen ist vielen zu teuer

Gut die Hälfte der Aargauerinnen und Aargauer (53,9 Prozent) hat im Jahr 2017 mindestens an fünf Tagen pro Woche mehr als drei Portionen Früchte oder Gemüse gegessen. Bei Frauen ist der Anteil mit 64,3 Prozent deutlich höher als bei Männern (43,3 Prozent). 43,6 Prozent der befragten Personen gab an, dass der relativ hohe Preis für gesundes Essen ein wichtiger Hinderungsfaktor für sie sei, um sich gesund zu ernähren.

In den letzten zehn Jahren sind die Aargauerinnen und Aargauer aktiver geworden. Der Anteil trainierter und ausreichend aktiver Personen ist von 68,6 auf 78,7 Prozent gestiegen. Die grösste Zunahme wurde bei Personen über 65 Jahre verzeichnet. Trotz zunehmender Aktivität hat sich der Anteil von Adipositas-Betroffenen, also massiv Übergewichtigen von 5,8 Prozent im Jahr 1992 auf 14 Prozent im Jahr 2017 mehr als verdoppelt.

Personen mit einem tiefen Bildungsstand sind öfter fettleibig. Sensibilisierung für gesunde Ernährung und regelmässige Bewegung sowie ein ausgewogenes und erschwingliches Verpflegungsangebot seien daher weiterhin von Bedeutung, heisst es in der Broschüre. Dies primär im Kindes- und Jugendalter, in dem der Grundstein für eine gesunde Ernährungs- und Lebensweise gelegt werde.

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