Widerstand gegen Galliker-Projekt in Wikon: Einsprecher ziehen Urteil weiter

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Der Konflikt zwischen der Firma Galliker, den Behörden und den Einsprechern gärt in Wikon schon eine Weile. Bild: Ronnie Zumbühl

In Wikon regt sich Widerstand gegen die Baupläne der Firma Galliker Transport AG. Das grosse Logistikunternehmen mit Sitz in Altishofen möchte auf seinem Grundstück östlich des Bahnhofs Brittnau-Wikon die bestehenden Hallen sanieren und das nördlich noch unbebaute Grundstück erschliessen. Vor wenigen Tagen erteilte die Behörde der Firma die Baubewilligung. Das Dokument liegt der Zeitung vor.

Da Einsprecher jedoch bereits angekündigt haben, den Entscheid ans Kantonsgericht weiterzuziehen, dauert es wohl noch eine Weile, bis Baumaschinen auffahren. Die Gemeinde Wikon hat bis auf einen alle Einsprachepunkte abgewiesen. 

Juristen-Ehepaar wirft Behörde Parteinahme vor

Der Bauentscheid sei aus seiner Sicht «völlig ungenügend begründet», sagt Einsprecher Andreas Hauswirth. Er und seine Frau Marie-Louise gehören mit den Anwohnern Philipp und Evelin Wymann zu den Einsprechern. Überraschend komme die Bewilligung für sie nicht, sagt Hauswirth. Das Juristen-Ehepaar äusserte schon vor Wochen in einer Mitteilung an diese Zeitung Kritik gegenüber den Wikoner Behörden hinsichtlich Baubewilligungsverfahren. Sie werfen dem Gemeinderat beispielsweise Parteinahme für die Firma Galliker vor. «Vereinbarungen seitens des Gemeinderates Wikon mit der Gegenpartei werden einseitig ohne unser Wissen getroffen», heisst es darin. Das Verfahren sei rechtsstaatlich inakzeptabel.

Gemeindepräsidentin Michaela Tschuor (CVP) weist die Vorwürfe auf Anfrage zurück. «Wir sind immer zu einem Gespräch bereit.» Weil es ein laufendes Verfahren sei, könne sie zum Inhalt des Gesuchs derzeit keine Stellung nehmen.

Der Konflikt zwischen der Firma Galliker, den Behörden und den Einsprechern gärt in Wikon schon eine Weile (siehe Box). Die Galliker AG will ihr Bauland effektiver nutzen. Was genau geplant ist, kommuniziert Peter Galliker senior nicht und verweist auf Anfrage ebenfalls auf das laufende Verfahren. Die Gegner haben indes Angst vor einer verkehrsreichen Bahnhofstrasse im Wohnquartier. Die Strasse sei zu unübersichtlich, sagt Einsprecher Philipp Wymann.

Entwicklungsschwerpunkt für Arbeitsnutzung

Dass die umstrittene Parzelle 414 gemäss kantonalem Richtplan in einem Entwicklungsschwerpunkt für Arbeitsnutzung liegt, wissen alle Beteiligten. Galliker sagte 2011 gegenüber dieser Zeitung, man habe das Grundstück deshalb gekauft. Wymann sagt, er wünsche sich eine zukunftsorientiertere Nutzung der Arbeitszone – beispielsweise durch Ausbildungsplätze. «Wir sind nicht einfach grundsätzlich gegen alles», sagt Wymann.

Einsprecher bodigten bereits 70-Millionen-Projekt von Galliker

Blick zurück: Begonnen haben die Querelen vor elf Jahren. Galliker reichte bei der Behörde ein Gesuch für den Bau eines neuen Logistikcenters für 70 Millionen Franken ein. 2009 erteilte der Gemeinderat grünes Licht. Das Bundesgericht pfiff die Behörden jedoch zurück. Die Baubewilligung wurde aufgehoben, weil Ausstandspflichten im Gemeinderat nicht beachtet wurden. Anschliessend übernahm die damalige Regierungsstatthalterin das Geschäft und erteilte im 2010 die Baubewilligung. Gegen diesen Entscheid gab es eine Beschwerde am Luzerner Verwaltungsgericht. Dieses gab den Einsprechern 2011 recht. Die Vertreterin der Einsprecher hiess schon damals: Marie-Louise Hauswirth.

Die Galliker AG zog das Urteil damals nicht ans Bundesgericht weiter. 2015 nahm die Gemeinde Wikon einen neuen Anlauf und wollte die Bahnhofstrasse für die Erschliessung des Grundstücks verbreitern. Dieser Ausbauplan sorgte erneut für Widerstand. Rund ein Dutzend Personen schlossen sich zur «Interessengemeinschaft für ein lebenswertes Bahnhofquartier» zusammen. Sie wollten verhindern, dass der Verkehr durch einen Logistikbetrieb erhöht wird. Den Strassenausbau bezeichneten sie als «Salamitaktik».

Daraufhin startete die Interessensgemeinschaft eine Gemeindeinitiative, damit das Grundstück von der Arbeitszone IV in die Arbeitszone III, wo personen- und güterverkehrsintensive Betriebe nicht zulässig sind, umgezont wird. Die Gemeinde erarbeitete einen Gegenvorschlag, und schuf durch die Annahme dessen eine neue Arbeitszone III a. Dort sind gemäss aktuellem Siedlungsleitbild güterverkehrsintensive Industrie- und Gewerbebetriebe sowie Logistikbetriebe nicht zulässig. (rzu)

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Egoistische Verhinderer

Peter Schuler
schrieb am 12.02.2020 13:56
Das war ja klar dass das Ehepaar Hauswirth aus rein egoistischen Motiven auch gegen dieses Bauvorhaben vorgeht. Das renitente Auftreten dieser Personen ist schon länger ein grosses Problem für die äusserst finanzschwache Gemeinde Wikon. Auch diesmal wird eine absolut wünschenswerte Entwicklung mit Schaffung von vielen Arbeitsplätzen verzögert - aber hoffentlich nicht verhindert.
In der beruflichen Tätigkeit ist Herr Hauswirth gegenüber Bauvorhaben übrigens gar nicht zimperlich. Als Verwaltungsratspräsident der Espace Real Estate AG darf man ihn gut und gerne als Immobilienspekulant bezeichnen. Aber vor der eigenen Haustüre wird offenbar ein andres Weltbild zur Schau getragen. Hoffentlich haben der Gemeinderat und die Bauherren genug Durchhaltewillen, um das Ehepaar Hauswirth endlich einmal in die Schranken zu weisen. Es wäre ein Segen für die Gemeinde Wikon.
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