Cyberkriminalität: Neue Ermittler sollen ab Juli im Einsatz sein

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Der Luzerner Oberstaatsanwalt Daniel Burri (Mitte) fordert mehr personelle Ressourcen für Fälle der sogenannten Cyberkriminalität. Bild: Ronnie Zumbühl

Kriminalität verträgt sich selten mit Grenzen. Geht es konkret um Kriminalität im Internet, sind Kantonsgrenzen nahezu obsolet. Das bekommt die Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern verstärkt zu spüren. Diese Sorge teilte Oberstaatsanwalt Daniel Burri bei der Präsentation des Jahresberichts 2019 gestern den Medien mit. Er warnte vor der «bedrohlich steigenden Fallzahlen» im Bereich Cyberkriminalität. «Die Delikte verlagern sich wegen der Digitalisierung verstärkt in den virtuellen Raum und können im Kanton Luzern mangels Ressourcen seit Jahren nicht ausreichend verfolgt werden», sagte Burri. 2018 musste die Staatsanwaltschaft einen Grossteil der Fälle sistieren. 2019 sei es ähnlich gewesen, sagte Burri. Ein klassisches Beispiel von Cybercrime ist beispielsweise das Infizieren von Computern durch die Täterschaft, um an Passwörter und Kontodaten zu gelangen.

«Handeln, bevor wir Anschluss verlieren»

Die Staatsanwaltschaft Luzern will deshalb spezialisierte Staatsanwälte anstellen und ausbilden, die gemeinsam mit der Polizei gezielt gegen die Cyberkriminalität vorgehen. «Gegen die Cyberkriminalität kommen wir nur mit gebündelten Kräften an. Wir müssen handeln, bevor wir den Anschluss verlieren», warnte Burri weiter. Konkret will die Staatsanwaltschaft die «knapp dotierten personellen Mittel» ausbauen und beantragt eine weitere Vollzeit- und zwei Teilzeitstellen (insgesamt 200 Stellenprozente). Über dieses Vorhaben befindet der Kantonsrat voraussichtlich Mitte März. Der geplante Ausbau kostet den Kanton jährlich rund 720 000 Franken. Die Justiz- und Sicherheitskommission des Kantonsrates unter dem Vorsitz von Inge Lichtsteiner-Achermann (CVP, Egolzwil) erachtet die Aufstockung von Stellen als notwendig, wie sie am Montag mitteilte. Wenn alles gut laufe, würden die neuen Staatsanwälte für die Spezialabteilung im Mai vom Kantonsrat gewählt. Im Juli könnten sie ihre Arbeit aufnehmen, sagte Burri.

Mehr Anzeigen gegen alkoholisierte Autofahrer

Stark zugenommen hat im Kanton Luzern laut der Jahresstatistik 2019 der Staatsanwaltschaft auch die Anzahl Personen, die unter starkem Alkoholeinfluss Auto gefahren sind. 377 Personen wurden 2019 angezeigt, weil sie über 0,8 Promille Alkohol im Blut aufwiesen. Das sind 19 Prozent mehr als 2018. Die meisten Täter waren Schweizer Männer zwischen 41 und 50 Jahren. Man solle die Zahl aber nicht überinterpretieren, sagte Burri. Dies habe auch damit zu tun, dass die Bevölkerungszahl steige, mehr Autos gefahren würden und der Verkehr zunehme. Auch die Fahrten unter Drogen- und Medikamenteneinfluss sind leicht angestiegen auf 320 Fahrten (2019: 311). Hier waren die meisten Täter Schweizer Männer unter 25 Jahren.

Eine Stelle mehr in Sursee

Die Abteilung 3 der Staatsanwaltschaft in Sursee ist letztes Jahr mit einem ausserordentlichen Staatsanwalt verstärkt worden, weil die Fallzahlen dort angestiegen sind. Aktuell arbeiten in Sursee vier Staatsanwälte und eine Staatsanwältin. Die Justiz- und Sicherheitskommission beantragt dem Kantonsrat an der nächsten Session Mitte März, die ausserordentliche Stelle in eine

ordentliche Stelle zu überführen. Die Abteilung 3 behandelt sämtliche Deliktarten und ist auf den Bereich Nutztierhaltung spezialisiert. Die Anzahl aller Delikte ist im ländlichen Raum des Kantons nach wie vor deutlich tiefer als in der Stadt Luzern. (rzu)

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