Dringend nötige Kirchturm-Sanierung ist nicht mehr wegzureden

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Die letzte grössere Renovation wurde 1969 an der Kirche Brittnau vorgenommen. Bild: kpe
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(Bild: kpe)

Der Kirchturm in Brittnau weist an vielen Stellen Verfärbungen auf und ist unansehnlich geworden. An der Fassade des Kirchenschiffs blättert bei den Fenstern die Farbe ab. Weitere weniger augenfällige, aber ebenfalls gravierende Mängel sind beispielsweise die veralteten Elektroinstallationen oder die unzureichenden Fluchtwege. Eine Sanierung scheint unumgänglich. «Im Laufe der Projektarbeit stellte sich heraus, dass eine isolierte Betrachtung des Kirchturms wenig sinnvoll ist, da die Kirche auch an anderen Stellen sanierungsbedürftig ist», heisst es in einer Mitteilung der reformierten Kirche.

Neue Panikschliessfunktion für die Fluchtwege

Am Mittwochabend stellte die Baukommission zusammen mit Architekt Daniel Studer das erarbeitete Sanierungsprojekt vor. Rund 40 Leute wohnten dem Anlass im Kirchgemeindehaus bei. Das Projekt umfasst unter anderem die Fassadensanierung des Kirchturms und des Kirchenschiffs, die Sanierung der Elektroinstallationen und des Glockenstuhls. Ausserdem wird an den Türen eine sogenannte Panikschliessfunktion eingebaut, die ermöglicht, die Türen von innen jederzeit zu öffnen. «Aus brandschutztechnischer Sicht wird es auch danach nicht optimal sein, aber bedeutend besser», sagt Daniel Studer, der die Baukommission als Spezialist für kirchliche und historische Bauten unterstützt. Gearbeitet wird voraussichtlich zwischen Mai und dem ersten Advent am 29. November. «Wenn Sie jetzt nichts machen, wird die Kirche immer schneller immer grössere Schäden aufweisen», so Studer gegenüber den Anwesenden.

Angedacht ist, dass der Gottesdienst während der Bauarbeiten im Kirchgemeindehaus stattfindet. Beerdigungen mit einer kleinen Trauergemeinschaft finden in der neu sanierten Abdankungshalle Platz. Für grössere Beerdigungen stünde allenfalls die Kirche in Strengelbach zur Verfügung. «Wir sind mit der reformierten Kirche Zofingen noch im Gespräch», so Kirchenpflegepräsident Christoph Lüscher.

Kosten soll das Ganze 718 000 Franken. Dabei sind der Aussenputz (245 000), die Sanierung der Elektroinstallationen (85 000) und des Glockenstuhls (82 000) die grössten Posten. Die Denkmalpflege beteiligt sich mit 40 000 Franken und rund 72 000 Franken sollen durch Spenden ermöglicht werden. Bisher habe man bereits 21 000 Franken gesammelt und weitere 10 000 Franken seien zugesichert. Im Bau- und Renovationsfonds der reformierten Kirche Brittnau sind zurzeit 280 000 Franken vorhanden, wovon sie 200 000 Franken für die Sanierung aufwenden möchte. 406 000 Franken sollen durch einen Kredit finanziert werden.

Einzelpersonen sind gewillt, zu helfen

Nicht nur die Baukommission, sondern auch die Bevölkerung scheint voller Tatendrang zu sein. Einige der am Mittwochabend Anwesenden fragten Daniel Studer direkt, wie sie eigenhändig bei der Sanierung mithelfen könnten. Ausserdem haben sich fünf Frauen zusammengeschlossen, die am 5. Juni ein Kirchturmfest organisieren. Ab 18 Uhr laden Getränke, Mahlzeiten und musikalische Darbietungen zum Verweilen ein. Am Fest selbst verkaufen sie Rotweinflaschen mit einer speziellen Kirchturmetikette. Hinzu kommt eine Crowdfunding-Aktion auf der Online-Plattform «lokalhelden.ch», die ab dem 12. März läuft und von Jugendarbeiter Simon Bühler betreut wird. Dabei sollen mindestens 35 000 Franken bis 12. Juni zusammenkommen, das Ziel sind gar 70 000 Franken. Je nach Spende kann man sich auf verschiedene Geschenke freuen. Ab 500 Franken gibt es beispielsweise einen Holzuntersatz aus der gefällten Linde vor der Kirche. Das letzte Wort zum Sanierungsprojekt hat die Kirchgemeindeversammlung im März.

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