Sie sind anders als die andern: Diese Aargauer sind die Exoten bei «The Voice of Switzerland»

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Mary Vogel aus Dürrenäsch (Screenshot 3+)
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Daniela und Michael Heiniger sind das erste Geschwister-Duo. © Printscreen 3+ Bild: Printscreen 3+

Schuld ist ihr Vater. Er war es, der so lange an ihr herumgestürmt hat, dass sie sich schliesslich bei «The Voice of Switzerland» angemeldet hat. So, wie über 1000 andere hoffnungsvolle Kandidatinnen und Kandidaten. Und sie hat die erste Hürde genommen, sie darf bei den Blind Auditions antreten. Heute Abend wird ausgestrahlt, wie sie auf der Bühne vor den Rückenlehnen steht, mit so laut klopfendem Herz, dass sie glaubt, der ganze Saal müsse es hören: Martina Vogel, genannt Mary, die Rockabella aus Dürrenäsch.

Mary Vogel (32) ist eine von insgesamt sechs Aargauerinnen und Aargauern, die heute Montagabend in der vierten Folge von «The Voice» zu sehen sind. Sie ist eine, die man so schnell nicht vergisst. Ihr Haar trägt sie blau und aufwendig frisiert, ihre Lippen sind blutrot, Gesicht und Ohren gepierct, ihre Arme und Hände bunt tätowiert. Sie liebt Kleidchen mit Puff und Petticoats, und natürlich die Musik: Rockabilly und Rock’n’Roll, Elvis Presley und Johnny Cash, am allerliebsten aber Wanda Jackson.

Nur im Büro kommt sie etwas dezenter daher

Die Fünfzigerjahre: Das ist eine Leidenschaft, die Mary Vogel vor über zehn Jahren gepackt hat und seither nicht mehr loslässt. Eine, die sie nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Berufs- leben als Barista im Rockabilly-Shop Luckymonkey an der Vorderen Vorstadt in Aarau ausleben kann. Zumindest einen Tag pro Woche, im Nebenjob. In ihrem Hauptberuf als Büromitarbeiterin kommt sie etwas dezenter daher. «Ab und zu muss man sich vom Zurechtmachen und Stylen auch etwas erholen», sagt sie und lacht.

Noch viel älter als ihre Leidenschaft für die Fünfziger ist aber jene für die Musik. Und auch hier trägt ihr Vater die Schuld: «Er hat Keyboard gespielt und ich habe von klein auf immer mitgeträllert.» Später, in der Schule, habe sie mit Freundinnen gesungen und getanzt, mit 20 hatte sie ihre erste Band. Und seither singt sie, wann immer sie kann. «Singen ist mein Ausbrechen aus dem Alltag, ohne Musik kann ich nicht sein.» Eine Band hat sie auch heute noch, und zwar ganz frisch: Seit Januar ist sie Frontfrau bei The B-Shakers aus Erlinsbach SO.

Jetzt steht sie also in den Blind Auditions. Im Scheinwerferlicht, Kameras um sich herum, singt den Juroren in den Sesseln vor ihr in den Nacken. Johnny Cashs «Folsom Prison Blues» hat sie sich ausgesucht. Es hat Mary Vogel Überwindung gekostet, sich mit ihrer Gitarre hierhin zu stellen. Sie, die andere, die aus der Zeit Gefallene, die Bunte, Raue – und Selbstkritische. «Ich dachte, das gefällt sowieso keinem, was und wie ich singe.» Aber schliesslich habe sie sich überzeugen lassen: «Ich hatte ja nichts zu verlieren, also habe ich es probiert.»

Ob und wie Mary Vogel bei den Juroren ankommt, wird sich heute Abend zeigen. Bei welchem Juror hofft sie am meisten, ihn von sich überzeugen zu können? «Die Büetzer Buebe», sagt sie, wie aus der Kanone geschossen. «Die beiden sind, wie sie sind. Das gefällt mir. Ich bin schliesslich auch so.»

«The Voice of Switzerland»: Folge 4 der Castingshow am Montag, 20.15 Uhr, auf dem Sender 3+

SilverBlue: Sie stehen seit Jahren auf der Bühne, doch das war den beiden nicht genug

Die Region ist heute Montag prominent bei «The Voice of Switzerland» vertreten. Nebst Dürrenäsch stellt auch Lenzburg zwei Kandidaten: die Geschwister Daniela (28) und Michael Heiniger (35), aufgewachsen in Menziken. Man kennt die beiden; als Duo «SilverBlue» stehen sie seit Jahren gemeinsam mit selbst geschriebenen Songs auf der Bühne. Daniela, selbstständige Naturheilpraktikerin, schreibt die Texte. Michael, Sänger der A-capella-Gruppe «a-live», liefert die Arrangements. Insbesondere bei Hochzeitspaaren sind die Geschwister beliebt, die warme Jahreszeit über reisen die beiden von Trauung zu Trauung. Doch das war ihnen nicht genug: «Wir wollten ein neues musikalisches Abenteuer wagen», sagt Daniela Heiniger.

Da kam «The Voice of Switzerland» gerade richtig. Die beiden sind notabene das erste Geschwister-Duo, das bei der Sendung auftritt. Ausgesucht haben sie sich dafür «Don’t let The Sun Go Down On Me» von George Michael und Elton John. Wie das Abenteuer «Blind Auditions» gelaufen ist, das dürfen die beiden noch nicht verraten. Nur so viel: «Wir haben den Zugang zu Musik neu gefunden und die Freude an der Musik wiederentdeckt. (ksc)

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