Die Luzerner «Ausländer» am Hirsmontag

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Werner Hodel (links) ist fürs Sujetmalen zuständig, Markus Hodel (rechts) ist Inputgeber und der erste kritische Zuhörer der «Schnoderbuebe». Bild: Lilly-Anne Brugger

«Die Sprüche von Schnitzelbänklern sollten nie unter die Gürtellinie gehen», sagt Werner Hodel aus Altishofen. Daran hält er sich, seit er vor 16 Jahren fürs «Gänterli», seine erste Schnitzelbank-Formation, die ersten Vierzeiler geschrieben hat. Obwohl er sich vorgenommen hat, niemanden zu verletzen, waren seine Sprüche nie brav. «Das Ziel ist eben, die Gürtellinie möglichst weit nach unten zu schieben», sagt Werner Hodel verschmitzt. Die Gürtellinie nach unten schieben, wird er auch dieses Jahr, erstmals gemeinsam mit Markus Hodel. Als «Schnoderbuebe» haben die beiden eine ganz eigene Sicht auf die Dinge, die sie aufs Korn nehmen werden. «Für Zehnjährige sind ja auch ganz andere Dinge wichtig als für Erwachsene», sagen die beiden und lachen vielsagend.

Die «Schnoderbuebe» proben auch in der Westschweiz

Die beiden «Schnoderbuebe» stecken mitten in den Vorbereitungen für ihre Auftritte. Die Sprüche müssen noch einmal überarbeitet, die letzten Sujets gemalt und die Kostüme bestimmt werden. Und üben müssen die beiden auch noch. Nicht ganz einfach, denn der in Altishofen aufgewachsene Markus Hodel lebt seit über 30 Jahren in der Westschweiz. So haben sich die beiden Fasnächtler auch schon bei Markus Hodel in La-Chaux-de-Fonds zum Üben getroffen. Etwas exotisch werden sich die beiden dabei gefühlt haben, denn im Westschweizer Jura gibt es keine Fasnacht. Zumindest keine, die ein Luzerner als ernst zu nehmend empfinden könnte.

Die Arbeitsteilung zwischen Werner Hodel und Markus Hodel ist klar: Werner Hodel ist fürs Verseschmieden und Sujetmalen zuständig. Markus Hodel liefert Inputs, hilft mit beim Versekreieren, und ist der erste kritische Zuhörer. «Und er ist der, der singen kann», sagt Werner Hodel. Ob er selbst auch singen – oder gar ein Instrument spielen wird – das möchten die «Schnoderbuebe» noch nicht verraten. Dafür geben sie einen ersten Einblick in die bereits gemalten Sujets. Ihm sei es wichtig, dass er alles von Hand male, erzählt Werner Hodel. Vielleicht nehme er mal einen Kreisel oder ein Lineal zu Hilfe. Die Sujets mit einem Projektor aufs Papier übertragen, darauf verzichte er aber. Kurz vor dem Schmutzigen Donnerstag hat Werner Hodel daher die Essecke zum Atelier umgewandelt. Bleistift, Radiergummi und Acrylfarben stehen bereit. Nur ein möglichst dicker, schwarzer Stift fehlt noch, um einem Sujet den letzten Schliff zu verpassen. Diesen verspricht Werner Hodels Frau am Abend mitzubringen – aber nur wenn sie in den Genuss einer Schnitzelbank-Aufführung kommt.

Den ersten offiziellen Auftritt – quasi zum Warmlaufen – hatten die «Schnoderbuebe» am Sonntag an der Seniorenfasnacht in Altishofen. «Da wir neu anfangen, sind wir als Freiwillige bestimmt worden», sagt Werner Hodel. Richtig ernst gilt es am Schmutzigen Donnerstag in Altishofen. Am Güdismontag folgt der Auftritt in Dagmersellen. Und dann, eine Woche später, wagen sich die Luzerner nach Zofingen, ins «Ausland». «Ich gehe gerne nach Zofingen», sagt Werner Hodel. Als «Gänterli», in seiner früheren Formation, zusammen mit Frau und Sohn, hat er schon einige Hirsmontage in Zofingen erlebt. Speziell sei, so erzählt er, dass man in der Thutstadt alle Restaurants zu Fuss besuchen könne. Ganz anders in Altishofen und Dagmersellen, wo die Distanz zwischen den Restaurants nur mit dem Auto zurückgelegt werden kann. Werner Hodel mag die Auftritte in Zofingen auch, weil es hier in den Restaurants meist keine Bühnen gibt. «Ich stehe lieber mitten im Publikum», sagt er. So bekomme er die Reaktion der Zuhörer besser mit. Mit gleich neun Auftritten an einem Abend verlangt der Zofinger Hirsmontag den Schnitzelbänklern einiges ab. Die «Schnoderbuebe» werden deshalb ihr Programm im Vergleich zu Altishofen und Dagmersellen etwas kürzen müssen, damit sie im Zeitplan bleiben. Gleichzeitig fügen sie aber auch extra auf Zofingen zugeschnittene Vierzeiler in ihr Programm ein. Im Jahr 2018, im letzten Jahr als «Gänterli», tönte es dann beispielsweise so:

Es esch in Zofige vöu los. Es esch jo ned es chliises Näscht. 

So hend ehr s nöchscht Johr uf em Thutplatz schiints es riise Swingerfäscht.

Wenn ech dä Platz aluege, frog ech mech: Het das ou Platz det droff?

Das get es Stosse ond es Zie ond öberhaupt es huere Poff.

Nun darf man gespannt sein, was die «Schnoderbuebe» zu sagen haben – und wie tief sie die Gürtellinie dieses Jahr nach unten geschoben haben.

Fasnacht in Zofingen

Freitag, 28. Februar ab 19 Uhr:

Gugge-Thutete auf der Rathaustreppe mit Langnase Zofige, Schnitzharmoniker Bärschwil, Zagge-Guggi Fulenbach, Truubeschränzer Aarbig, Chriesistei-Knakker Würenlos, Chessuriesser Wiler bei Utzenstorf. Um 20 Uhr Zepterübergabe des Stadtrates.

Sonntag, 1. März, 14.14 Uhr: Fasnachtsumzug durch die Altstadt mit 26 Nummern

Hirsmontag, 2. März, 19.30 Uhr: La Rocca, Key69, Le Cheval Blanc, Jägerstübli, Rathaus, Egge 4, Schützenstube, Hotel Zofingen und Markthalle. Für Unterhaltung sorgen Pauke Miggi und Ziggi, Peschtärzt, Bünzli, Hinterwäldler, Schnoderbuebe, Plaudertäsche, Wägwiiser und de Itriber. Musikalische Unterhaltung: Langnase und Wiggereruesser. Reservationen direkt in den teilnehmenden Restaurants.

Weitere Auftritte der Schnoderbuebe:

Schmutziger Donnerstag, 20. Februar, ab 19.30 Uhr: Beizenfasnacht in den Restaurants Brauerei Altishofen, Sonne Ebersecken, Adler und Bahnhof Nebikon und Kurhaus Ohmstal.

Güdismontag, 24. Februar, ab 19.30 Uhr: Beizenfasnacht Dagmersellen in den Restaurants Kreuzberg, Rössli Dagmersellen, Pizzeria La Stazione und Eintracht Buchs.

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