Rettungswesen im Aargau: Wird es gesetzlich umfassend geregelt?

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Wird im Kanton Aargau das Rettungswesen gesetzlich umfassend geregelt? (Symbolbild) © Keystone

Seit 2013 ist im Aargau auf dem Flugplatz Birrfeld ein Rettungshelikopter der Alpine Air Ambulance (AAA) stationiert. Seither gilt im Aargau die Regelung, dass bei einem Notfall nicht mehr automatisch ein Rega-Helikopter aufgeboten wird, sondern der nächst verfügbare Heli. Weil die Rega ihre nächsten Basen in Dübendorf und Basel hat, ist im Aargau (ausser im Fricktal) meist der AAA-Heli am schnellsten vor Ort. Deshalb wird er auch am häufigsten aufgeboten. Das sorgte in den ersten Jahren bei vielen Rega-Gönnern für grossen Unmut.

Inzwischen hat sich die Zahl der Luftrettungen im Aargau inklusive Patientenverlegungen bei knapp 300 pro Jahr eingependelt. Auch die politischen Wogen haben sich seither spürbar geglättet. Das Aufgebot der Luftrettungsdienste läuft – genau wie bodengebunden – über die kantonale Sanitätsnotrufzentrale (SNZ 144). Diese bietet nach dem «Next-best-Prinzip» den Rettungsdienst auf, der zeitlich am schnellsten am Einsatzort sein kann, so Barbara Hürlimann, Leiterin der Abteilung Gesundheit im Departement von Jean-Pierre Gallati.

Meist Heliaufgebot, wenn ein Notarzt nötig wird

Die Kriterien sind in einer Weisung festgelegt. In der Regel wird im Aargau die Luftrettung aufgeboten, «wenn eine Notärztin oder ein Notarzt auf Platz sein muss», so Hürlimann. Dies, weil im Aargau kein flächendeckendes Notarztsystem besteht. Das bedeutet, dass nicht jedes Einsatzfahrzeug mit einer Notärztin oder einem Notarzt ausrückt, sondern mit Rettungsdienstpersonal mit Anästhesie-
Zusatzausbildung.

Wenn also aufgrund der Indikation eine Notärztin oder ein Notarzt erforderlich ist, muss diese oder dieser – sofern es das Wetter zulässt – über den Luftweg zum Einsatzort, ansonsten über die bodengebundene Rettung. «Ein schneller, schonender Transport oder voraussichtlich lange Hilfsfristen der bodengebundenen Rettung sind weitere Kriterien für die Wahl eines Luftrettungsmittels», sagt Barbara Hürlimann. Ziel sei, «den Patienten schnell und zweckmässig Hilfe zukommen zu lassen».

Selbst Hilfe aus Deutschland wäre möglich

In den meisten Fällen wird die Alpine Air Ambulance (AAA) mit ihrer Basis im Birrfeld aufgeboten. Sollte dort kein Helikopter zur Verfügung stehen, wird ersatzweise die Rega gerufen. «Theoretisch», so Hürlimann, «könnte auch ein Helikopter aus Deutschland – zum Beispiel des Deutschen Roten Kreuzes – aufgeboten werden».

Bei der Rega stelle sich das Problem, sagt Barbara Hürlimann, «dass die SNZ 144 die Helikopter nicht direkt aufbieten kann, sondern dies über die Zentrale der Rega geschehen muss, was auch im digitalen Zeitalter einen kleinen Zeitverlust bedeutet». Bei der AAA kann die SNZ 144 den Heli direkt aufbieten.

«Das ‹Next-best-Prinzip› und der Verzicht auf ein Notarztsystem haben sich bewährt und es besteht darum kein dringender Handlungsbedarf, um gesetzgeberisch aktiv zu werden», sagt Hürlimann. Allerdings soll das gesamte Rettungswesen im Rahmen der neuen Gesundheitspolitischen Gesamtplanung (GGpl) die zurzeit erarbeitet wird, thematisiert werden.

«Aufgrund dieses Verfahrens und der Erkenntnisse aus der Erarbeitung der GGpl ist es denkbar, dass das gesamte Rettungswesen in Zukunft im kantonalen Recht gesetzlich umfassend und allenfalls neu geregelt wird», sagt Hürlimann.

Braucht es eine nationale Luftrettungszentrale?

Aus Sicht der Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK) hat sich die Situation der konkurrierenden Luftrettungsanbieter entspannt. Dies sagt GDK-Sprecher Tobias Bär. Ein Diskussionspunkt sei aber die Alarmierung und Disposition von Rettungshelis. Gemeint ist die Frage, wer die Luftrettung disponieren soll (SNZ 144 oder gegebenenfalls eine nationale Luftrettungszentrale) und welches Rettungsmittel zum Einsatz kommt.

Der Interverband für Rettungswesen hat dazu Empfehlungen verabschiedet. Da steht unter anderem, die Alarmierung in der Luftrettung solle analog zur Bodenrettung «unabhängig von einer bestimmten Rettungsorganisation» erfolgen. Zum Einsatz kommen soll – wie im Aargau – immer das «nächste, geeignete und verfügbare Einsatzmittel».

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