Der K.O.-Schlag kurz vor Mitternacht: Olten verliert epischen Playoff-Krimi gegen Langenthal

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Die Oltner Lukas Haas, Torhüter Simon Rytz und Daniel Eigenmann sind bedient. (Bild: freshfocus)

Kurz vor Mitternacht erbebte die Schorenhalle unter dem Jubel der Langenthaler Anhänger. Eben hatte Verteidiger Mathieu Maret in der 105. (!) Spielminute, also in der dritten (!) Verlängerung, den Siegtreffer für seine Mannschaft erzielt. Während die SCL-Spieler ihren zweiten Triumph im zweiten Viertelfinalduell feierten, reihten sich die geknickten Oltner für die offiziellen Ehrungen auf, um dann das Eis mit hängenden Köpfen zu verlassen. 

Diese Niederlage schmerzt ungemein. Daran gibt es keine Zweifel. Und es wird brutal schwierig, diesen neuerlichen Verlustgang bis am Sonntag-Nachmittag (17.30 Uhr), wenn im Kleinholz bereits das dritte Duell über die Bühne geht, aus den Köpfen zu vertreiben - und vor allem, die Müdigkeit zu verbannen. "Das ist der Sport, von seiner schönsten und seiner brutalsten Seite", befand EHCO-Trainer Fredrik Söderström bei seiner Analyse. Doch der Schwede hatte auch schon wieder Mut gefasst: "Aber ich habe in den Augen meiner Spieler gesehen, dass sie noch lange nicht aufgegeben haben."

Besser gespielt, trotzdem verloren

In der Tat: So bitter diese Niederlage letztlich auch zustande gekommen sein mag. Die Oltner zeigten sich im Vergleich zum ersten Playoff-Duell (4:5 n.V.) verbessert, schafften es aber trotzdem nicht, den so wichtigen, ersten Sieg ins Trockene zu bringen. Man muss der Mannschaft vor allem den Vorwurf machen, dass sie nicht in der Lage war, einen späten 3:1-Vorsprung während der regulären Spielzeit über die Runden zu bringen. Zweimal Jewgeni Schirjajew und Esbjörn Fogstad Vold hatten für Grünweiss getroffen. Sieben Minuten vor der Schlusssirene schienen die Oltner einem einigermassen ungefährdeten Auswärtssieg entgegenzusteuern. Aber eben: Der Schein trügte.

Der EHC Olten, Playoff-Ausgabe 2020, macht weder sich noch seinen Anhängern das Leben leicht. Im Gegenteil: Man findet immer wieder unergründliche Wege, sich selbst in Schwierigkeiten zu manövrieren. Und so war es auch in diesem zweiten Viertelfinal-Duell gegen Langenthal. Erst liess der ansonsten starke EHCO-Goalie Simon Rytz einen harmlos aussehenden (aber abgelenkten?) Weitschuss von Mika Henauer zum 2:3 passieren. Kurz darauf wanderte Lukas Haas für ein unnötiges Foul in der offensiven Zone auf die Strafbank. Mit der Konsequenz, dass Mathieu Maret 66 Sekunden nach Henauers Anschlusstreffer der Ausgleich zum 3:3 gelang. Wieder hatten die Oltner die spielerisch limitierten, aber cleveren Langenthaler ins Spiel zurückgebracht. Was sich schliesslich bitter rächen sollte.

Die Ladehemmung der ersten Sturmlinie

Zumal der EHCO vor allem in der zweiten Verlängerung ein halbes Dutzend beste Chancen besass, das Spiel doch noch zu seinen Gunsten zu entscheiden. Doch ausgerechnet in dieser Phase lief Langenthals Goalie Philipp Wüthrich wieder einmal zu Hochform auf. Wer die Tore nicht macht, der bekommt sie irgendwann selber. Diese alte Weisheit bewahrheitete sich schliesslich in der 5. Minute der dritten Verlängerung auf bittere Art und Weise für die Oltner.

Wie geht es jetzt weiter? Es ist klar, dass die Luft nun langsam dünn wird für die Oltner. Am Sonntag ist ein Sieg vor eigenem Publikum fast Pflicht, will man sich noch realistische Hoffnungen auf ein Weiterkommen machen. Dazu braucht es aber noch einmal eine erhebliche Steigerung. Vor allem von der ersten EHCO-Sturmlinie mit Dion Knelsen, Garry Nunn und Stan Horansky. Das Trio erarbeitete sich vor allem in der Verlängerung viele Chancen, blieb aber im Abschluss erfolglos. Ohne die Hilfe dieses Leaderblocks, wird er für die Powermäuse schwierig. 

Gibt es eine Goalierochade?

Gut möglich auch, dass Fredrik Söderström am Sonntag mit einer Goalierochade einen Impuls zu setzen versuchen wird. Simon Rytz erledigte seinen Job im zweiten Viertelfinal zwar gut, aber vielleicht würde ein Wechsel bei den Torhütern mit dem Einsatz von Silas Matthys eine andere Dynamik ins Team bringen.

Klar ist: Noch ist nichts verloren. Die Oltner brauchen immer noch vier Siege, um in den Halbfinal zu kommen. Die Langenthaler inzwischen aber nur noch deren zwei. Höchste Zeit, dass der EHCO jetzt endlich den nächsten Gang findet. Sonst droht der totale Motorschaden.

Langenthal - Olten 4:3 (1:1, 0:1, 2:1, 0:0, 1:0) n.V.

Schoren. – 3103 Zuschauer. – SR: Eichmann/Weber, LN: Huguet/Gurtner. – Tore: 11. Chiriaev (Haas, P. Rytz/Ausschluss Rüegsegger) 0:1. 18. Kummer (Benik, Küng) 1:1. 22. Chiriaev (Fogstad Vold, Haas) 1:2. 48. Fogstad Vold (Sartori, Lüthi) 1:3. 54. (53:39) Henauer 2:3. 55. (54:47) Maret (Küng/Ausschluss Haas) 3:3. 105. Maret (Suleski) 4:3. – Strafen: 5mal 2 Minuten plus 1mal 10 Minuten (Bircher) gegen den SC Langenthal. 8mal 2 Minuten gegen den EHC Olten.

Langenthal: Wüthrich; Weber, Christen; Henauer, Pienitz; Bircher, Maret; Suleski; Tschannen, Clark, Sterchi; Benik, Kummer, Küng; Gerber, Kläy, Derungs; Nyffeler, Melnsalksnis, Rüegsegger; Gyger.

Olten: S. Rytz; P. Rytz, Weisskopf; Eigenmann, Rouiller; Sartori, Lüthi; Maurer; Horansky, Knelsen, Nunn; Fogstad Vold, Chiriaev, Schwarzenbach; Haas, Rudolf, Wyss; Weibel, Salzgeber, Weder; Lanz.

Bemerkungen: Olten ohne Elsener, Heughebaert und Rexha (alle überzälhig). Langenthal ohne Müller, Walz (beide verletzt), Dähler, Guggenheim und Wieszinski (alle überzählig). 58. Timeout Langenthal.

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