Die Aarauer Stadträtin Franziska Graf will Regierungsrätin werden – darum stehen ihre Chancen gut

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Franziska Graf-Bruppacher. © Severin Bigler (28.6.2017)

Ihre Kandidatur hat sich Mitte letzter Woche angedeutet. Sie wollte sich übers Wochenende entscheiden, ob sie für den Regierungsrat kandidieren will. Nun sind die Würfel gefallen: Franziska Graf-Bruppacher will. Heute Morgen bestätigte die 48-jährige Aarauerin auf ihrer Website, dass sie am SP-Parteitag vom 25. April zur Nomination für die Regierungsratswahlen antritt.  »Ich habe grosse Lust und Energie, mich dieser Wahl zu stellen und stelle mich meiner Partei als Kandidatin zur Verfügung», schreibt Franziska Graf. «Der Zeitpunkt für eine Kandidatur ist für mich daher ideal», so Graf weiter. Denn die Kinder seien erwachsen und gehen ihre eigenen Wege, während sie jung genug sei, um sich mindestens acht Jahre im Amt vorstellen zu können.

Franziska Graf ist seit 2014 nebenamtlich Stadträtin in Aarau, wo sie das Ressort Bildung und Jugend leitet. Bis 2018 war sie sechs Jahre Grossrätin und Mitglied der Kommission für Justiz. Beruflich ist Graf selbständige Buchhalterin und Kinesiologin. Graf ist verheiratet und Mutter von zwei erwachsenen Kindern.

Politisch hervorgetan hat sich die über den Raum Aarau hinaus noch wenig bekannte Aarauer Stadträtin unter anderem mit der Schaffung der Kreisschule Aarau-Buchs und der Umsetzung des Kinderbetreuungsgesetzes, bei dem sie zwischenzeitlich auch mit Widerstand aus der eigenen Partei zu kämpfen hatte.

Neue Ausgangslage: Mann gegen Frau

Mit Franziska Graf hat die SP Aargau endlich eine Frauenkandidatur. Endlich, weil in den ersten Wochen bisher mit Marco Hardmeier erst ein Mann, wie Graf aus Aarau, ins Rennen gestiegen ist. Die Partei tat sich bisher schwer, ihren eigenen Ansprüchen gerecht zu werden und eine Frau für die Regierungsratskandidatur zu finden.

Bis letzte Woche hagelte es nur Absagen. Die prominentesten letzte Woche mit Grossrätin Simona Brizzi (Ennetbaden) und Parteipräsidentin und Nationalrätin Gabriela Suter (Aarau) ihren Verzicht erklärten. Gut ein halbes Dutzend weiterer angefragte SP-Frauen sagten ebenfalls ab.

Der Druck innerhalb der Partei, eine Frau zu nominieren, ist gross. Die SP Frauen machten früh klar, dass sie eine Männerkandidatur nicht akzeptieren. Trotzdem überlegt es sich auch Dieter Egli, Fraktionschef im Grossen Rat, anzutreten, wie er der AZ letze Woche sagte. Er wird von allen Seiten gelobt, einziges Handicap: das Geschlecht.

Schliesslich machte die SP bei der Regierungsratsersatzwahl letzten Herbst eine klare Ansage: Eine reine Männerregierung sei nicht akzeptabel. SP-Kandidatin Yvonne Feri sagte vor dem entscheidenden zweiten Wahlgang, sie wolle sich nicht schämen müssen für den Kanton Aargau, falls tatsächlich ein Mann gewählt werde. Trotzdem bekam dann Jean-Pierre Gallati knapp mehr Stimmen als Feri und wurde Nachfolger von Franziska Roth als Vorsteher des Departements Gesundheit und Soziales.

Mit einem halben Bein im Regierungsrat

Die interne Ausmarchung der SP ist diesmal besonders wichtig. Denn von den fünf Regierungsräten tritt nur Urs Hofmann (SP) zurück. Und da der SP-Sitz auch bei der politischen Konkurrenz kaum bestritten wird, ist die Person, die für die SP in die Regierungsratswahlen zieht, zwar nicht automatisch gewählt, hat aber sehr gute Chancen, dann auch an der Urne am 18. Oktober bestätigt zu werden.

Die Grünen fordern die Regierungsparteien heraus

Anspruch auf einen Sitz in der Regierung erheben auch die Grünen. Sie sind nach dem Rücktritt von Susanne Hochuli 2016 nicht mehr in der Aargauer Kantonsregierung vertreten. Wen sie nominiert, ist noch offen. Klar ist nur: Es soll eine Frau sein. Im Vordergrund steht zur Zeit Christiane Guyer, Stadträtin von Zofingen.

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