Das Turnen hilft auch gegen die Einsamkeit

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Auch Poolnudeln kommen bei den Übungen zum Einsatz. (Bilder: lh)
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Susanne Steiner (l.) und Sonja Dünki leiten die Sportgruppe.

Aus der Spielhalle Dörfli in Rothrist tönt lüpfige Musik. Vierzehn Frauen im Alter von 60 bis über 90 bewegen sich im Takt des Lieds, strecken sich, balancieren auf einem Fuss. Es sind Teilnehmerinnen der Pro Senectute Sportgruppe. Mittendrin: Susanne Steiner. Schon seit 25 Jahren leitet sie das Seniorenturnen in Rothrist. Und nicht nur sie kann auf ein Jubiläum anstossen, auch die Sportgruppe selbst kann feiern. Morgen, am 25. Februar, besteht sie seit genau 50 Jahren.

Gegründet hat die Sportgruppe Nelly Lehmann. Bei ihrer ersten Lektion waren 35 Frauen anwesend. «Das zeigt, dass schon in den 70er-Jahren das Bedürfnis vorhanden war, sich im Alter noch sportlich zu betätigen», sagt Susanne Steiner. Nelly Lehmann leitete die Gruppe insgesamt 25 Jahre lang komplett alleine, drei Jahre lang unterstützte sie dann Susanne Steiner. Nach Lehmanns Ausstieg erhielt Steiner mit Trudi Zenger eine neue Partnerin. Seit 2014 steht ihr nun Sonja Dünki als weitere Leiterin der Sportgruppe zur Seite.

Im Seniorenturnen ist jede Frau ab 60 Jahren willkommen, die Freude an der Bewegung hat. Ziel der rund einstündigen Lektion pro Woche ist es, Kraft, Ausdauer, Beweglichkeit, Gleichgewicht und Reaktionsfähigkeit zu erhalten und zu stärken. «Wir trainieren auch mal mit Gewichtsmanschetten oder dem Theraband», sagt Steiner. Für die Turnstunden erhalten die zwei Leiterinnen eine finanzielle Entschädigung. Die Teilnehmerinnen können bei der Pro Senectute für die Lektionen ein 10er- oder 20er-Abonnement lösen. «Das Seniorenturnen ist für uns Leiterinnen eine dankbare Aufgabe, die uns viel Befriedigung schenkt», sagt Steiner.

Mitturnerinnen werden im Spital besucht

Nebst dem sportlichen Aspekt steht bei der Sportgruppe auch das Zwischenmenschliche im Vordergrund. Nach jeder Lektion gehen die Damen in die Cafeteria des Alters- und Pflegeheims Luegenacher und trinken einen Kaffee zusammen. «Damit leisten wir auch einen Beitrag gegen die Einsamkeit, mit der viele Senioren zu kämpfen haben», sagt Steiner. In der Sportgruppe seien schon wunderbare Freundschaften entstanden. «Wenn eine Turnerin im Spital ist, schicken wir ein Kärtchen oder besuchen sie. Das ist mindestens so wichtig wie das Turnen.» Der Zusammenhalt der Pro Senectute Sportgruppe wird auch mit dem Jahresprogramm gefestigt, zu dem ein Ausflug mit dem Car, ein Lottonachmittag und als Abschluss die Weihnachtsfeier gehören.

Selbst ist Susanne Steiner schon immer sportlich gewesen. In ihrer Jugend leitete sie etwa die Jugi in Herzogenbuchsee. Im benachbarten Niederönz wuchs sie auf. Sie absolvierte eine Lehre als Bankkauffrau und war lange als Kundenberaterin bei verschiedenen Banken tätig. Nach der Geburt ihrer zwei Töchter half sie zuerst in der Rothrister Dorfchäsi aus. «Danach ergab sich die Chance, dass ich wieder als Kundenberaterin arbeiten konnte», sagt Steiner. Zu diesem Zeitpunkt leitete sie bereits seit zwei Jahren die Sportgruppe der Pro Senectute.

Beim Nordic Walking tankt sie wieder Energie

Mit 50 Jahren kam sie schliesslich an einen Punkt, an dem sie beruflich noch einmal etwas ganz anderes machen wollte. Sie kündigte ihren Bankjob und absolvierte an der Schule für Aktivierungstherapie in Burgdorf mehrere Module, unter anderem Gedächtnistraining und Spiele mit Gruppen.

Nach ihrer Weiterbildung arbeitete sie im Luegenacher in der Aktivierung. Mit 62 ging sie in Pension und gibt seither den Mietern der Seniorenwohnungen des Luegenachers im Winterhalbjahr Gedächtnistraining. Im letzten November wurde die mittlerweile 65-Jährige zudem in die Kirchenpflege gewählt, wo sie das Ressort Seniorenarbeit betreut.

Um wieder Energie zu tanken, geht Steiner gerne in den Wald zum Nordic Walking. Auch Lesen, Backen und Stricken gehören zu ihren Hobbys. «Und meine fünf Enkelkinder, allesamt Buben, halten mich ebenfalls auf Trab», sagt Steiner. Wie lange sie selber die Seniorenturnlektionen noch leiten wird, hängt von ihrer Gesundheit ab. Sie könne es sich aber gut vorstellen, dereinst selbst als Mitglied in der Turnstunde mitzumachen.

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