Irrtum: Kinder muss man besonders schützen – 12 Richtigstellungen zum Corona-Virus

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Kinder sind durch den Corona-Virus nicht speziell gefährdet. Das ist eine Falschmeldung. Sie können sich verhalten wie gewohnt, ob in Schule oder Freizeit. Sorgen muss man sich um alte Menschen und Kranke machen. © KEYSTONE

Muss man Kinder besonders schützen?

Nein. Die Auswertung der Fälle deutet darauf hin, dass Kinder kaum gefährdet sind. Unter den über tausend Todesfällen war bisher nur eine Person unter zwanzig Jahren. Die Letalität – also der Anteil erkrankter Person, die daran sterben – steigt vielmehr mit dem Alter. Bei den 50- bis 59-Jährigen liegt sie bei 1,3 Prozent, bei den 60-69-Jährigen bei 3,6 Prozent, bei den 70- bis 79-Jährigen bei 8 Prozent und bei den über 80-Jährigen bei 14,8 Prozent.

Steigt die Sterberate?

Nein, die Sterberate sinkt. Nachdem im Januar die ersten Zahle von Infizierten und Toten bekannt wurden, schätzte man die Tödlichkeit des Virus auf rund 4 Prozent: Das heisst, vier von hundert Angesteckten sterben daran. Anfang Februar deutete das Verhältnis von Krankheitsfällen und Toten eher auf eine Sterblichkeit von 2 Prozent hin. Infektiologen gehen davon aus, dass die Tödlichkeit auf ein Prozent sinken würde. Dies, weil die Krankheit offenbar auch ohne oder mit nur schwachen Symptomen verlaufen kann, diese Fälle aber oft nicht oder verspätet bekannt werden. Mit einer Tödlichkeit von einem Prozent wäre das Virus aber immer noch gefährlicher als die Grippe, mit einer Sterblichkeit von rund 0,1 Prozent.

Ist das Coronavirus Convid gefährlicher als Sars oder Ebola?

Nein, bei Sars starben von rund 8100 Erkrankten in 32 Ländern gemittelt 11 Prozent. Die Letalität bei den Über-65-Jährigen lag bei mindestens 50 Prozent. Bei Ebola sterben rund 70 Prozent der Erkrankten. Bei der Spanischen Grippe 1918/1919 wird eine Letalität von mindestens 2,5 Prozent vermutet. Was eher jener des Corona-Virus ähneln würde. Damals starben auch viele junge Menschen – das Corona-Virus ist vor allem für ältere gefährlich.

Breitet sich das Virus auf der ganzen Welt aus?

Das hängt von der Ansteckungs-Rate ab. Dies ist aber noch nicht klar. Und sie hängt stark davon ab, wie gut die Infizierten erkannt werden und welche Schutzmassnahmen gegen die Verbreitung eingeleitet werden. Die Zahl ist nicht fix. Kann man sie so tief drücken, dass ein Infizierter durchschnittlich einen weiteren ansteckt, kursiert das Virus weiter, ist die Zahl höher, breitet es sich aus, ist sie tiefer, kann man die Krankheit zum Verschwinden bringen.

Erkrankt jeder, der mit dem Virus infiziert wird, auch schwer daran?

Nein. Einige Menschen, die sich damit infiziert haben, sind nur sehr leicht erkrankt. Vor allem jüngere Personen und Kinder zeigen teils nur sehr schwache Symptome. Aber die Zeitspanne zwischen Ansteckung und Ausbruch der Lugenkrankheit teils sehr lange, bis zu zwei Wochen und die Symptome entwickeln sich sehr langsam.

Können Haustiere das Virus verbreiten?

Nein. Zwar kann das Virus grundsätzlich auch Tiere befallen, es ist sogar vermutlich von Fledermäusen auf den Menschen übertragen worden. Aber nichts deutet darauf hin, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen befallen werden.

Gemäss aktuellsten Erkenntnissen können sich Haustiere nicht mit dem Virus anstecken.

Gemäss aktuellsten Erkenntnissen können sich Haustiere nicht mit dem Virus anstecken.

© Naturmuseum Solothurn

Ist Küssen ansteckender als Händeschütteln?

Wie man andere Menschen genau mit dem Virus anstecken kann, wird erforscht. Wahrscheinlich werden die Corona-Viren vor allem über eine Tröpfchen- und Kontaktinfektion weitergegeben – also durch direktes Anhusten oder Körperkontakt mit einer kranken Person. Eine reine Übertragung über die Luft wurde bisher nicht nachgewiesen. Die WHO rät darum, sich häufiger und gründlicher die Hände zu waschen. Begrüssungen mit Handschlag sind besser zu unterlassen, da sich viele Menschen beim Niesen die Hand vor den Mund halten. Besser wäre es, in ein Taschentuch zu husten und dieses hinterher in einem geschlossenen Behälter zu entsorgen. Im Zweifelsfall ist eine Begrüssung mit drei Küsschen auf die Wange weniger ansteckend. Aber generell gilt, weniger Körperkontakt ist momentan mehr. Die asiatische Verbeugung zur Begrüssung ist immunlogisch die beste Lösung.

Schützen Impfungen gegen das Virus?

Nein, bisher gibt es keine Impfung dagegen und auch andere Impfungen gegen Grippe oder Lungenkrankheiten bieten keinen Schutz.

Verschweigen die Regierungen die Wahrheit?

Davon ist nicht auszugehen. In Bedrohungslagen steigt hingegen die Wahrscheinlichkeit, dass Verschwörungstheorien auftauchen. Wie zum Beispiel die, dass das Virus im Labor gezüchtet wurde um den Menschen willentlich zu schaden. Dafür gibt es keine Hinweise – neue Viren tauchten in der Menschheitsgeschichte schon immer spontan auf. Allerdings versuchen Regierungen vermutlich ab und zu Fehler zu verschleiern, wie dies Wuhan der Fall war, wo ein Arzt bestraft wurde, der als einer der ersten die Gefahr offen legte.

Könnte das Virus die Menschheit ausrotten?

Theoretisch ist das nicht unmöglich, aber nur wenn das Virus mutiert: Es müsste sich zu einem hochansteckenden, lange unbemerkten und im Endstadium sehr letalen Virus entwickeln, gegen das es keine Abwehrmöglichkeit gibt. In der Regel können sich Erreger, welche ihre Wirte schnell töten, aber nicht schnell verbreiten, so dass man Massnahmen treffen kann. Unbehandelt sind Lungenpest oder Tollwut zu fast 100 Prozent tödlich. Gegen beide hat man aber gute Therapiemöglichkeiten.

Schützt die Schutzmaske vor dem Virus?

Die Maske allein bietet keinen sicheren Schutz vor einer Ansteckung. Das Tragen von Schutzmasken wird dem medizinischen Personal empfohlen, wirksam ist es aber nur in Kombination mit anderen Massnahmen wie konsequenter Handhygiene. Menschen, die möglicherweise am Virus erkrankt sind, sollten aber Masken tragen, damit sie möglichst nicht durch Husten oder Niesen das Virus verbreiten.

Kann man sich über einen Brief oder ein Paket aus China anstecken?

Nein. Laut der Weltgesundheitsorganisation darf Post aus China ohne Sorge angefasst werden. Die Viren überleben auf der Oberfläche eines Briefes oder Pakets nicht lange. Selbst wenn nicht alle Viren unterwegs gestorben wären, würde ihre Gesamtmenge nicht mehr für eine Ansteckung reichen.

Ihr Eintrag wird nach einer Überprüfung online gestellt.

Virus

B. Kerzenmacher
schrieb am 25.02.2020 17:20
Nicht das Corona-Virus ist das Problem, so wenig wie viele andere punktuelle Ereignisse, sondern die Panik und Hysterie, die darum gemacht werden. Und je höher man steht, umso grösser ist die Fallhöhe. Den hochentwickelten Gesellschaften fehlt jede Gelassenheit, aber auch Härte, und ein wenig Fatalismus. Leben ist ein Hochrisikoprojekt, beginnend bei der Zeugung. War schon immer so, wird so bleiben. Und die Natur hat immer wieder Überraschungen auf Lager, für jeden Einzelnen, und ist dem Menschlein am Ende immer überlegen. Dennoch bleibt die Apokalypse zuverlässig aus. Da kann man sich mit abfinden oder sich verrückt machen, ohne was daran ändern zu können.
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