Ehepaar wirtet neu im Schöftler «Ochsen»: «Wir hatten den Wunsch, uns selbstständig zu machen»

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Patricia und Danilo Senn sind die neuen Wirte im «Ochsen». © Chris Iseli

Das Gasthaus zum Ochsen in Schöftland übt Anziehung aus. Nicht nur auf die Gäste, sondern auch auf Gastronomen. Um als Nachfolger von Daniel Rall im «Ochsen» zu wirten, hat Danilo Senn das Bindella-Restaurant Waisenhaus in Thun verlassen, wo er zwei Jahre lang Geschäftsleiter war (davor zwei Jahre im «Lorenzini», auch in der Bindella-Gruppe). Patricia Senn liess das Parkhotel Gunten am Thunersee hinter sich, dort war sie etwas mehr als vier Jahre Leiterin Hauswirtschaft. Vor ein paar Monaten wurden sie von den «Ochsen»-Eigentümern Daniel Frey und Sandra Roth zu den neuen Wirten erkoren.

«Wir hatten den Wunsch, uns selbstständig zu machen und sahen uns nach einem geeigneten Restaurant um», sagt Patricia Senn (33). Als die beiden dann im vergangenen Herbst zum ersten Mal den «Ochsen» betraten, fing das Kopfkino an zu laufen: «Mir sind ein Haufen Gedanken durch den Kopf geschossen», sagt Danilo Senn (27). «Was ich mit dem Weinkeller machen würde, mit den Sälen, der Gaststube – das Haus hat Potenzial.»

Wurst-Käse-Salat oder Rösti mit Leberli

Diese Gedanken werden seit der Übergabe Ende Januar in die Tat umgesetzt. Rund 40 verschiedene Weinsorten lagern bereits im alten Keller, der noch von der Taverne aus dem 16. Jahrhundert stammt. Im grossen Saal über der Gaststube wurde der Holzboden geschliffen und am Buffet ein Bierzapfhahn angebracht. Dort kommt künftig «Rynecher» und «Erusbacher» Bier raus. Langsam geht das «Ochsen»-Styling in die Endphase: Bis zum Eröffnungsapéro am 6. März, 18 Uhr muss alles picobello aussehen – darüber wacht das scharfe Auge von Patricia Senn. Sie wird in erster Linie Administration und Buchhaltung betreuen – im Home-Office in Zofingen.

In der Küche wird Michael Walter als Küchenchef mit seinem Team walten. Danilo Senn, der gelernter Bereichsleiter Restauration und Sommelier ist und dem die Bindella-Gruppe schon im zarten Alter von 25 Jahren die Geschäftsleitung ihres «Waisenhaus» in Thun anvertraute, ist selber leidenschaftlicher Hobbykoch. Beim Gespräch sprudelt bereits auswendig das Menuangebot aus seinem Mund: Da wird die Lachsforelle mit Risotto drauf sein, Rösti mit Leberli, Weissweinrisotto mit Alpkäse und der obligate Wurst-Käse-Salat. Alles von Produzenten der Region, wie er betont. Auch eine Kinderkarte haben die Senns kreiert. Eine, auf der die kleinen Gäste neben Schnitzel und Pommes frites auch Poulet mit Rösti oder Hobelkäse mit Rohschinken finden. Dies nicht von ungefähr. Der bald einjähriger Sohn Marius lässt die beiden immer auch an Kinderbedürfnisse denken.

«Eigentlich ist der Ausstieg aus gesicherten Arbeitsverhältnissen ja das Dümmste, was man machen kann», sagt der Wirt. «Doch den Schritt in die Selbstständigkeit haben wir mit Konzept und Budgetplan getan.» Und: Nebst sorgfältiger Planung sei da die positive Einstellung, die er in seiner Kindheit in Brasilien mitbekommen habe.

Seine ersten sieben Lebensjahre hat Danilo Senn, damals noch Danilo Da Cunha, in Cruz das Almas in Brasiliens Tropen, zwei Fahrstunden von der Küste, verbracht. «Meine Mutter und ich lebten in bescheidenen Verhältnissen, die mich sehr geprägt haben», sagt Danilo Senn, der bei der Hochzeit 2017 den Nachnamen seiner Frau angenommen hat. Sie mochte «Senn» einfach zu sehr, um ihn abzugeben. Als Danilo Senn sieben Jahre alt war, bekam er einen Stiefvater. Dieser hatte eigentlich um die Welt reisen wollen, als er sich in Brasilien verliebte. Er war Lehrer und kam aus der Schweiz.

Die ganze Familie wirkt beim Restaurant mit

So kam der brasilianische Junge nach Köniz und spricht heute im breitesten Berner Dialekt. Er machte seine Lehre als Restaurationsfachmann im Hotel Lenkerhof im Berneroberland, wo auch eine sympathische junge Frau aus Zofingen arbeitete. Nach Zofingen ist die junge Familie kürzlich von Thun gezogen, weil es nahe beim Suhrental liegt. Und es gibt dort Unterstützung von Grosseltern, wenn Marius gehütet werden muss. Patricia Senns Vater Arthur Senn war 23 Jahre lang Stadtschreiber in Zofingen und übernimmt Administrationsaufgaben. Mutter Louise hilft bei der Buchhaltung. Auch Danilo Senns Eltern, Alexander und Elizabete Schatzmann, unterstützen die Neu-Wirte tatkräftig. Restaurantbetreiber, die von der ganzen Familie unterstützt werden – hier hat sich seit des «Ochsen» Taverne-Zeiten nichts verändert – ist ein zeitloses Phänomen sämtlicher Epochen.

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