Dem FC Aarau bleibt nichts anderes übrig, als abzuwarten

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Gegen Wil bleibt die Brügglifeld-Tribüne wohl leer. (Bild: Chris Iseli)

Der Corona-Virus hat auch den FC Aarau erreicht. Am Freitagmittag teilte die Swiss Football League mit, dass alle zehn Partien der 23. Runde in der Super und Challenge League verschoben werden. Also auch das Gastspiel des FCA am Freitagabend im Letzigrund gegen GC. 

Untätig blieb man im Brügglifeld jedoch nicht: Trainer Patrick Rahmen bat am Freitagnachmittag zu einer Trainingseinheit. In deren Rahmen wurde den Spielern auch noch mal eingetrichtert, sich unbedingt an die schon Anfang Woche eingeführten, speziellen Verhaltensregeln zu halten: Im kompletten Brügglifeld-Areal gilt ein Händeschüttel-Verbot, auch für die Mitarbeiter auf der Geschäftsstelle. Zudem müssen Spieler, die Anzeichen einer Erkältung wie Husten, Schnupfen oder Kopfschmerzen spüren, zu Hause bleiben und sich sofort bei den Mannschaftsärzten melden. Jedoch: Dies sind Massnahmen, die jedes Jahr in den Wintermonaten gelten, wenn die Erkältungs- und Ansteckungsgefahr steigt. 

Mehr Einschränkungen gibt es vorerst nicht: Die Spieler ziehen sich weiterhin im Bauch der Brügglifeld-Tribüne um, Körperkontakt im Training ist erlaubt, wie im Anschluss das gemeinsame Duschen. Der Normalzustand soll so lange wie möglich anhalten. Über die schwerwiegende Massnahme der Swiss Football League, alle Partien dieses Wochenendes abzusagen, gehen im Brügglifeld die Meinungen auseinander, jedoch bilden die Kopfschüttler die deutliche Mehrheit.

Wann das GC-Spiel nachgeholt wird, ist unklar. Jedoch kaum schon kommende Woche. Denn bereits am Freitag ist die nächste Partie des FC Aarau angesetzt. Dann im heimischen Brügglifeld, Gegner ist der FC Wil. Dass dieses Spiel stattfinden wird, davon ist auszugehen. Im Terminplan bis zum 36. und letzten Spieltag am 21. Mai befindet sich kaum Spielraum für weitere Nachholspiele.

Aber: Gemäss der Swiss Football League muss davon ausgegangen werden, dass in den kommenden Wochen die Spiele vor leeren Rängen stattfinden. Das nimmt der Heimmannschaft, nicht nur die lautstarke Unterstützung der Fans, im Fall des FC Aarau eine nicht zu unterschätzende Komponente. Das reisst auch ein Loch ins Portemonnaie des Heimklubs: Im Schnitt 3294 Zuschauer verfolgten die bisher zwölf Heimspiele des FCA in dieser Saison, gemäss AZ-Informationen verdient der FCA mit jedem Heimspiel ein hübsches Sümmchen. Einnahmen, die die Verantwortlichen wohl abschreiben müssen: Schadenersatz von den Behörden wird es nicht geben, das Epidemiegesetz schreibt Entschädigungszahlungen nicht vor, wenn Veranstaltungen höherer Gewalt zum Opfer fallen. 

Am Montag findet in Bern die wegweisende Sitzung der Swiss Football League mit allen 20 Schweizer Profiklubs statt. An dieser wird über das weitere Vorgehen entschieden. Bis dahin kann und will der FC Aarau keine Fragen beantworten, die das Heimspiel gegen Wil betreffen. Im Anschluss an die Sitzung will der Klub jedoch proaktiv kommunizieren. Etwa zur Frage, ob im Fall eines Geisterspiels bereits gekaufte Tickets rückerstattet werden.

FCA will Super-League-Lizenz 

Am Montag müssen die 20 Schweizer Profiklubs und jene der Promotion League, die in die Challenge League aufsteigen wollen, die Lizenzierungsunterlagen für die kommende Saison einreichen. Der FC Aarau wird dabei wie gehabt um die Lizenz für die Challenge und die Super League bitten. Super League? Was angesichts der sportlichen Krise überheblich anmuten kann, macht Sinn: Bei noch 13 ausstehenden Spielen beträgt der Abstand auf den Barrage-Platz zwölf Punkte. Dass der FCA Rang 2 noch erreicht, ist unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich. Im Brügglifeld will man sich im Fall einer Barrage-Qualifikation nicht den Vorwurf machen müssen, die Super-League-Lizenz nicht eingereicht zu haben. Und: Trotz aktueller Krise bleiben die langfristigen Ambitionen gleich, der FCA will ins Oberhaus. Darum wäre es gegenüber Fans, Sponsoren, Spielern und Medien ein fatales Signal, würde der FCA freiwillig auf die Super-League-Lizenz verzichten.

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