Sport und Corona-Virus: zu viel Drama? MIT AUDIO

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Melanie Gamma vs. Pascal Kamber. (Bild: mwy)

Melanie Gamma: Am Sonntag war ich vom Corona-Virus plötzlich selber betroffen. Nein nein, keine Angst, nicht als Infizierte, hoffe ich jedenfalls. Aber bei unserem Volleyballmatch durften wir unseren Gegnerinnen nur von der Dreimeter-Linie aus zuwinken, statt uns wie gewohnt mit einem Handshake zu begrüssen und zu verabschieden. Immerhin machten die Volleyballverbände nicht auf Panik und sagten die Partien ab wie die Fussballer. Schon paradox, die, die draussen spielen, wo sich die Viren weniger gut verbreiten können, mussten pausieren. Wir in den stickigen Hallen und die Handballer, die sich in ihren Duellen ständig berühren, durften ran.

Pascal Kamber: Ich gebe zu, schön war es nicht mit anzusehen, was sich am Wochenende auf den Schweizer Sportplätzen abgespielt hat – oder eben nicht. Wer will schon freiwillig vor leeren Tribünenrängen sein Bestes geben? Wir sollten uns aber alle bewusst sein, dass hier eine höhere Gewalt am Werk ist. Dem Bundesrat blieb keine andere Wahl, als zu handeln. Ich jedenfalls bin froh, hat er einen Entscheid gefällt und die Verantwortung nicht abgeschoben. Man stelle sich das Chaos vor, wenn jeder der 26 Kantone eine separate Verfügung für sportliche Anlässe hätte erlassen können. So ist die Situation für alle Schweizerinnen und Schweizer einheitlich geregelt.

GAM: Du nennst das einheitlich? Frag mal die Unihockeyaner. Im Bündnerland spielten sie vor leeren Rängen, in Bern mussten sich alle 346 Zuschauer bei Wiler-Ersigen gegen Chur registrieren lassen, in Thun entschied man sich für ein Geisterspiel. Bei Waldkirch-St.Gallen gegen GC hatte es «offiziell exakt» 999 Zuschauer, weil ab 1000 Auflagen zu erfüllen gewesen wären. Die Regeln des Bundesrats sind wohl so anpassungsfähig wie Viren?

PKA: Dieses Durcheinander haben wir eher unserem «Kantönligeist» zu verdanken. Aber zum Glück arbeitet der Bund derzeit an einer national gütligen Regelung für Anlässe mit weniger als 1000 Teilnehmenden. Was wäre denn die Alternative gewesen letzte Woche? Dass die Situation eskaliert, in zwei Wochen die gesamte Bevölkerung krankheitshalber die Spitäler stürmt und wir die Regierung wegen ihrer Untätigkeit verfluchen? Oder dass eine zweiwöchige, totale Ausgangssperre über das Land verhängt wird, das öffentliche Leben stillsteht und wir uns kaum getrauen dürfen, noch zu atmen? Aus diesem Grund sind für mich Geisterspiele oder Spielabsagen ein unschönes, aber weitaus geringeres Übel.

GAM: Ich sehe das alles nicht so dramatisch. Lieber schenke ich jenen Medizinern und Experten Glauben, die sagen, dass Covid-19 zwar ansteckender ist als andere Viren, aber für die wenigsten unter uns lebensgefährlich sein sollte. Und eigentlich ist es doch traurig, dass es eine Epidemie braucht, um mal wieder vielen bewusst zu machen, dass man regelmässig Hände waschen und seinem Gegenüber nicht ins Gesicht niesen sollte. Einig bin ich mit dir, dass Geisterspiele für Sportler, Fans und vor allem für Vereinskassen doof sind. Warum wir uns in Züge und Trams pferchen dürfen, aber nicht an Fasnachtsumzüge oder in Sportstadien oder an Wettkämpfe pilgern sollen, bleibt mir schleierhaft.

PKA: Ich will den Teufel ja auch nicht an die Wand malen, bin aber trotzdem der Ansicht, dass wir lieber etwas zu stark als überhaupt nicht reagieren. Vorsicht ist bekanntlich besser als Nachsicht. Nehmen wir die mühsame Situation also einfach so hin, wie sie ist – daran ändern können wir sowieso nichts. Und wer weiss, vielleicht normalisiert sich unser virusgeprägter Alltag in zwei Wochen wieder und wir können im Stadion unseres Lieblingsklubs mit einem Lächeln auf die schwierigen Tage zurückblicken.

An die Sportlerinnen und Sportler und Sportfans – wie seid Ihr vom Corona-Virus betroffen? Wagt ihr noch den Handshake, wart ihr als Zuschauer mit einem Geisterspiel konfrontiert? Wir freuen uns auf Reaktionen und Kommentare. Bleibt auf jeden Fall gesund...

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Auch für Schiedsrichter spannender, vor Publikum zu arbitrieren

Steff Jordi
schrieb am 03.03.2020 21:41
Auch für uns Schiedsrichter ist es wesentlich spannender, wenn wir eine tolle Rollhockey Partie vor zahlreichem Publikum arbitrieren können. So zum Beispiel kommenden Samstag, beim Cup Viertelfinale zwischen Vordemwald und Genf. Schauen wir mal optimistisch dem kommenden Wochenende entgegen.
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