Dieter Egli (SP) kandidiert für den Regierungsrat: «Es wäre falsch, meine Ambitionen zurückzustellen, weil ich ein Mann bin»

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Dieter Egli (CH Media)

In drei Tagen läuft die Meldefrist bei der kantonalen SP für die Regierungsratskandidatur aus. Warum haben Sie mit Ihrer Anmeldung so lange gezögert?

 

Dieter Egli: Ich habe mir diese Zeit bewusst genommen Ich habe mir gut überlegt, was die Auswirkungen einer Kandidatur auf mein Privat- und Berufsleben sind, und ob ich diesen Wahlkampf auf mich nehmen will. Auch politische Aspekte, etwa die Frauenfrage, spielten eine Rolle. Zudem ist es nicht meine Art, vorzupreschen.

 

Wie sehr hat mitgespielt, dass Sie so abwarten konnten, wie sich das Kandidierendenfeld entwickelt?

Das ist sicherlich ein Faktor, ausschlaggebend war für mich aber nicht unbedingt, wer die anderen Kandidierenden sind.

Sondern? Ihre Partei und Sie selber haben bereits mehrfach betont, dass es wünschenswert wäre, keine reine Männerregierung zu haben. Würden aber Sie gewählt, wäre das höchstwahrscheinlich weiterhin der Fall.

Richtig. Aber meine Ambitionen für dieses Amt sind da und ich bin zum Schluss gekommen, dass es falsch wäre, diese zurückzustellen, weil ich ein Mann bin. Die Partei muss entscheiden, ob sie mit einer Frau oder mit einem Mann ins Rennen steigen wird. Diese Entscheidung werde ich mittragen, ich muss sie aber nicht selber fällen. Ich kann sagen, dass ich es gerne machen würde und es auch kann. Deshalb stelle ich mich zur Verfügung.

Was denken Sie, wie wird die Partei entscheiden?

Die Reaktionen auf meine Andeutungen der letzten Wochen, dass mich die Kandidatur interessieren würde, waren teilweise durchaus auch kontrovers. Die Frage ob eine Frau oder ein Mann aufgestellt werden soll, lässt sich nicht so einfach beantworten, wie das manchmal dargestellt wird. Sie ist zudem ein Kriterium von vielen, man kann sie nicht isoliert betrachten.

Ihre Bezirkspartei, die SP Bezirk Brugg, wird erst am kommenden Mittwoch darüber entscheiden, ob sie Ihre Kandidatur unterstützt. Würden Sie sie bei der kantonalen SP wieder zurückziehen, falls Ihnen der Rückhalt fehlt?

Das müsste ich mir dann sicher überlegen. Aber ich bin eigentlich zuversichtlich, dass es nicht soweit kommt.

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