Corona-Krise: Was nun auf die Aargauer Zivilschützer zukommt

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Die Zivilschützer werden in den kommenden Wochen infolge der Corona-Krise gefordert. (Archivbild: Thi My Lien Nguyen) © CH Media

Alle rund 8000 Zivilschützer im Kanton Aargau müssen in den nächsten Tagen, Wochen und Monaten wegen der Corona-Virus-Krise mit einem Aufgebot rechnen: Dies machte Dieter Wicki, Chef Bevölkerungsschutz beim Kanton Aargau, diese Woche klar. Eine erste Formation ist im Spital Muri bereits im Einsatz. Auch für die restlichen Zivilschützer seien Einsätze «im Gesundheitswesen» vorgesehen, liess Wicki an der Pressekonferenz des Kantons verlauten. Welche Aufgaben werden die Zivilschützer ganz konkret wahrnehmen?

«Pflegepersonal entlasten»

Auf Anfrage erklärt der Chef Bevölkerungsschutz: «Der Zivilschutz hilft mit, die Leistungsfähigkeit des Gesundheitswesens aufrechtzuerhalten. Die Bandbreite der Aufgaben ist dabei sehr gross.» In Muri beispielsweise führen Mitglieder der Betreuertruppen derzeit eine erste Triage durch: Patienten, die das Spitalgelände betreten, werden gefragt, ob sie sich wegen Beschwerden im Zusammenhang mit Covid-19-Verdacht untersuchen lassen möchten oder nicht, und dann an den entsprechenden Ort gebracht. «Ausserdem werden Zivilschützer im Rahmen ihrer Möglichkeiten das Pflegepersonal unterstützen. Sie werden natürlich nicht auf der Intensivstation tätig sein, aber jene mit entsprechender Ausbildung können das Spitalpersonal entlasten.»

Weiter werde der Zivilschutz logistische Leistungen übernehmen, beispielsweise Transporte von Material auf dem Spitalgelände. «Hierfür können wir sämtliche Zivilschützer einsetzen, unabhängig von ihrer Ausbildung, also beispielsweise auch Schutzraumkontrolleure», erklärt Dieter Wicki. «Zudem werden wir, wenn nötig auch den Spitexorganisationen zur Seite stehen.»

«Risiko beim Eintritt minimieren»

Wie sorgen die Verantwortlichen des Zivilschutzes dafür, dass ihre Mitglieder weder andere mit dem Virus anstecken noch selber infiziert werden? «Wir versuchen, das Risiko beim Eintritt mit einer sorgfältigen Prüfung zu minimieren, erkundigen uns beispielsweise nach den sozialen Kontakten in den vergangenen vierzehn Tagen.» Ansonsten würden dieselben Schutzmassnahmen gelten wie beim zivilen Gesundheitspersonal.

Im Gegensatz zu den Soldaten der Armee, die den Marschbefehl per SMS erhalten haben, werden die Zivilschützer wie üblich per Post aufgeboten. Noch unklar: Wie lange der Dienst dauern wird. Primär werden Mitglieder der Betreuertruppen ein Aufgebot erhalten; sie sind mit ihrer Ausbildung für die momentane Krise besonders geeignet. Gegenwärtig stehen maximal 1400 Betreuer plus 300 Betreuer-Kader zur Verfügung. Ein weiteres Kriterium beim Entscheid, wer primär aufgeboten wird: die Arbeitssituation. «Wir unterscheiden, ob jemand gerade voll beschäftigt ist oder wegen der momentanen Situation nicht arbeitstätig ist.»

Wo übernachten die Zivilschützer?

Eine Frage, die sich Zivilschützern bei Einsätzen stellt: Wo werden sie übernachten? Eine Option wären die Schutzbunker – doch ist es dort wohl nicht einfach, das momentan geforderte «Social Distancing» einzuhalten. Dieter Wicki sagt: «Die Übernachtungen zu Hause stehen im Vordergrund.» Von Fall zu Fall seien aber auch Alternativen möglich.

Die Zahl der Zivilschützer ist beim Regierungsrat ein Thema: Die sinkenden Personalbestände seien «beunruhigend», erklärte er letzten Herbst. Er überlegt sich daher, die Dienstpflicht zu verlängern – wie es der Bund bereits als Übergangsmassnahme vorgespurt hat. Ein Potenzial sieht der Regierungsrat in der Erschliessung neuer Zielgruppen zur freiwilligen Zivilschutzdienstleistung: Der Regierungsrat denkt an Schweizer Frauen sowie Ausländerinnen und Ausländer mit Niederlassungsbewilligung.

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